18.06.2010, 10:15 Uhr

PETER HLINKA: „GEGEN PARAGUAY WARTET AUF SLOWAKEI EIN ECHTES ENDSPIEL!“

Peter Hlinka: „Gegen Paraguay wartet auf Slowakei ein echtes Endspiel!“

„Es war ein historischer Moment“, erinnert sich Peter Hlinka an die Szenen vor wenigen Monaten zurück, als feststand, dass sich die Slowakei sogar als Gruppensieger erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifizieren wird. „Seitdem herrscht im ganzen Land eine besondere Atmosphäre, Public Viewing-Standorte, wie beispielsweise in Bratislava, finden regen Zulauf und so wie unzählige seiner Landsleute wird auch der 28-fache slowakische Internationale mit seinen ehemaligen Kollegen am Sonntag (13:30 Uhr) gegen Paraguay mit zittern.

Dass man im Auftaktspiel gegen Neuseeland mit dem späten Ausgleich zum 1:1 in der 94. Minute noch den späten Ausgleich kassierte, ist für ihn noch kein Beinbruch: „Sicher war es ein kleiner Dämpfer, aber wir haben es gegen Paraguay immerhin selbst in der Hand, das Tor zum Achtelfinale weit aufzustoßen. Im Gegensatz zum ersten Match, wo wir mit etlichen hochkarätigen Chancen zu leichtfertig umgegangen sind, ist gegen die Südamerikaner vor allem mehr Effizienz gefragt.“

Generell war der 31-Jährige mit der Premiere seines Landes bei einer Weltmeisterschaft aber nicht unzufrieden: „Wir waren bissig, haben flott nach vorne gespielt und bis zur Nachspielzeit keine echte Torchance des Gegners zugelassen. Vielleicht ist das Remis schlussendlich auch gar nicht so schlecht. Taktieren ist jetzt verboten, was für die Konzentration kein Nachteil ist. Ich sehe unsere Chance jetzt bei 50:50.“

Durchaus Optimismus also, der für ihn vor allem deshalb gerechtfertigt ist, weil die Slowakei die stärkste Nationalmannschaft seit ihrer Gründung 1993 (Auflösung der Tschechoslowakei) stellt. „Die Mischung aus Talenten, Akteuren im besten Fußballalter und echten Routiniers hat sich als Team gefunden. Nur so können kleinere Nationen wie auch Österreich oder Slowenien für Überraschungen sorgen. Was möglich ist, hat die Schweiz gegen Spanien eindrucksvoll bewiesen.“

Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern im Nationalteam hat Hlinka noch genug. „Mit etwa der Hälfte des Teams spreche ich regelmäßig.“ Martin Skrtel vom FC Liverpool gehört genauso zu seinen Freunden, wie Abwehrrecke Martin Petras oder der ehemalige Nürnberg-Angreifer Robert Vittek. „Mit seinem Sturmpartner Stanislav Sestak, dessen Karriere bei meinem Heimatverein Tatran Presov begonnen hat und der mittlerweile für Bochum in der deutschen Bundesliga auf Torjagd geht, habe ich seinerzeit noch selbst in Presov zusammengespielt.“

Reichlich Einblick also in ein slowakisches Team, in dem für Hlinka die nächste „Golden Generation“ heranreift: „Marek Hamsik, der diese Saison bei Napoli schon für Furore sorgte, hat seine besten Zeiten noch vor sich. Stürmer Miroslav Stoch war mit seinen Toren maßgeblich daran beteiligt, dass Twente Enschede in Holland den Titel geholt hat und mit Trainersohn Vladimir Weiss, der in der englischen Premier League für Bolton ein beeindruckendes Frühjahr hinlegte und an dem sich schon Manchester City die Transferrechte gesichert hat, steht ein weiterer hochklassiger Offensivspieler kurz vor dem internationalen Durchbruch.“

Die Defensive unseres Nachbarlandes wird unter der Regie von Liverpool-Abwehrrecken Martin Skrtel vom bewährten Bundesliga-Trio Radoslav Zabavnik (Mainz 05), Peter Pekarik (Vfl Wolfsburg) und Jan Durica (Hannover 96) geprägt, analysiert Hlinka.

Überhaupt spielen nur drei Akteure im 23-Mann-Kader der  Slowakei im eigenen Land. Eine gute Entwicklung, wenn es nach Peter Hlinka geht: „Die Spieler reifen in den Topligen klarer Weise deutlich schneller und besser heran. Die ersten Früchte ernten wir mit der WM-Teilnahme in diesen Tagen und vielleicht schaffen wir mit dem Aufstieg ins Achtelfinale noch einen weiteren Schritt. Eine bessere Plattform sich zu präsentieren gibt es nicht und für den Fußball in der Slowakei  wäre das ein weiterer, unglaublicher Meilenstein!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 19 39
2. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 19 22
7. FC Admira Wacker Mödling 19 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SV Mattersburg 19 14
10. SKN St. Pölten 18 14
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