12.01.2010, 11:45 Uhr

ORTLECHNER: „WIRD ZEIT, DASS TITEL AUF MEINE AUTOGRAMMKARTE WANDERT!“

Ortlechner: „Wird Zeit, dass Titel auf meine Autogrammkarte wandert!“

Im Sommer kam Manuel Ortlechner von Kärnten zur Wiener Austria. Vom Start weg erarbeitete sich der gelernte Innenverteidiger fast durchgehend einen Stammplatz. Nur in drei der bisher 19 Ligaspielen stand der Oberösterreicher nicht für die Veilchen am Platz, was ihm locker einen Rang in den Top 5 der violetten Einsatzstatistik beschert.


Während „Orti“ also in der Mannschaft auf Anhieb Fuß fasste, galt gleiches zumindest wohnungstechnisch nicht ganz für Wien. Als Zwischenlösung quartierte sich der 29-Jährige in einer kleinen Wohnung mit Blick auf den FavAC-Platz unweit des Horr-Stadions ein. Die Zeiten in der winzigen Bleibe sind nun aber Geschichte, da Freundin Kerstin während der Weihnachtsfeiertage endlich samt Hausrat ins neue gemeinsame Domizil nahe Wien Pötzleinsdorf zog. Zusammen mit der gelernten Medizinerin und der kräftigen Mithilfe von Freunden und Familie stand daher die große Übersiedelung vom Wörthersee in die Bundeshauptstadt am Programm. „Da hätte kein Blatt Papier mehr in den LKW von der Firma meines Vaters gepasst“, schnauft Ortlechner nach dem gelungenen Kraftakt noch immer ordentlich durch.


Auch die Erholung kam aber in der dreiwöchigen Winterpause zum Glück für den Teamverteidiger nicht zu kurz. Gemeinsam mit den violetten Mannschaftskollegen Florian Klein und Julian Baumgartlinger samt Anhang ging es zur Luftveränderung noch vor Weihnachten Richtung New York. Nach den Feiertagen im heimatlichen Ort und der Übersiedelung stand noch ein kurzer Thermenaufenthalt am Programm, um die Akkus wieder aufzuladen.


Da wie dort spulte der zweikampfstarke Defensivmann auch das Heimprogramm von Austria-Fitnesstrainer Martin Mayer in gewohnt verlässlicher Manier ab. Auch wenn er die die Vergleichswerte der Sommervorbereitung noch nicht gesehen hat, sein Gefühl seit dem Trainingsauftakt ist gut: „Ich denke, ich bin sogar noch besser in Form als zum selben Zeitpunkt vor Saisonbeginn.“ Eine gute Voraussetzung also, um ab dem Ligaauftakt in fast genau einem Monat ähnlich Gas geben zu können.


Seine bisher gesetzten Ziele hat der dreifache Saisontorschütze durchgehend erreicht: „Ich habe mir selber Benchmarks für mein erstes Jahr bei der Austria gesteckt und bin in allen Bereichen auf Kurs.“ Damit gleiches auch im Mai noch gilt, hat unsere Nummer 14 ein großes Ziel: „Ich will endlich, dass der erste Titel auf meine Autogrammkarte wandert. Vor allem deswegen bin ich zur Wiener Austria gekommen.“

 

Sein erstes Zwischenresümee am Weg dorthin fällt durchwegs positiv aus: „Die Kaderdichte scheint im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen zu sein. Die Mischung aus routinierten Leuten wie mir und jungen hungrigen Profis passt.“ Sein absolutes Highlight in den ersten Monaten waren die beiden Europacup-Spiele gegen Novi Sad und Metalurg Donezk: „Zwei Mal waren wir quasi weg vom Fenster und beide Male haben wir uns vor allem auch dank des fantastischen Publikums noch zurückgekämpft und sind aufgestiegen. Diese Stimmung im Stadion war unglaublich und macht viel Lust auf das Frühjahr.


Dort sieht er auf den zwei verbliebenen „Hochzeiten“ Meisterschaft und Cup noch alle Chancen: „Wir starten mit zwei Heimspielen gegen Kärnten und Kapfenberg. Gewinnen wir beide, dann wird der Rückstand auf den Leader nicht mehr als drei Punkte betragen. Es liegt also nur an uns. Die Voraussetzungen sind günstig, dass wir schnell wieder ganz vorne um die Spitze mitmischen, umso mehr, weil mit Tomas Jun und Rubin Okotie zwei echte Kapazunder im Sturm auf Sicht am besten Weg zurück sind.“


Gleiches gilt seiner Meinung nach auch für den ÖFB-Cup. „Es ist beinahe schon unheimlich. Die Austria hat die historische Chance, zum achten Mal in Folge ins Finale einzuziehen und den sechsten Sieg in Folge zu holen.“ Gerade als die Pokalmannschaft schlechthin, heißt es für Ortlechner aber höllisch aufzupassen: „Das Ruder kann gerade in diesem K.O.-Bewerb schnell drehen. Man kann gar nicht so schnell schauen, und schon ist man weg vom Fenster. Mit dem LASK wartet auswärts eine spielstarke Mannschaft. Der Weg ins Viertelfinale wird ein hartes Stück Arbeit.“


Genau für diese reizvollen Aufgaben heißt es, sich in den kommenden Wochen mächtig ins Zeug zu werfen. „In einer Woche geht es ins Trainingslager nach Marbella. Ich war bereits einmal mit Pasching in dieser Traumanlage. Wir finden dort wirklich alle Voraussetzungen vor, um eine ideale Basis zu legen.“ Bis dahin stehen noch etliche schweißtreibende Einheiten in der Kraftkammer und am Kunstrasen am Programm.

 

Bis zum Abflug Richtung Spanien am 20. Jänner stehen dazu gleich drei Testspiele am Programm. Bereits morgen, Mittwoch, gastiert Ex-Veilchen Peter Stöger mit der Vienna auf dem Kunstrasenplatz neben dem Horr-Stadion (14 Uhr). Danach warten noch die beiden Ostligisten Wienerberg (16.1, 14 Uhr) und Zwettl (18.1, 17 Uhr).

 

 

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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