09.06.2010, 14:30 Uhr

MICHAEL LIENDL UND DIE RUHE IM SPIEL

Michael Liendl und die Ruhe im Spiel

Es war wahrscheinlich die bisher turbulenteste Saison in der Karriere des Michael Liendl. Im vergangenen Sommer entschloss sich der Offensivallrounder zum Wechsel zur Wiener Austria und nach einer Eingewöhnungsphase legte er ein beachtliches erstes Jahr im violetten Trikot hin. 26 Pflichtspiele (3 Tore), davon die letzten sieben Ligapartien der Saison in der Startelf und seine ersten vier Europacup-Auftritte sorgen dafür, dass Liendl mit seinem Debütjahr bei den Veilchen durchaus zufrieden sein kann.

„Ich war nicht blauäugig und habe gewusst, dass es schwer wird, sich von Beginn weg voll zu etablieren. Im ersten Saisonviertel kam ich leider kaum zum Zug, was eine komplett neue Situation für mich war. Ich habe aber die richtige Reaktion gezeigt, noch härter trainiert, auf meine Chance gelauert und dann auch genützt. Dass es so gut gelaufen ist, war aber auch für mich eine kleine Überraschung.“ Verbessert hat sich der gebürtige Vorarlberger laut eigener Aussage in vielen Belangen: „Allein vom hohen Level im Training habe ich enorm profitiert. Das Tempo dort, wie auch im Match, war deutlich schneller als noch in Kapfenberg.“

Der größte Schritt in diesem ersten Jahr in Wien Favoriten war für ihn aber trotzdem ein anderer: „Ich habe die Ruhe im Spiel und am Ball, die beispielsweise Milenko Acimovic so auszeichnet, endlich gefunden. Dadurch hat sich meine Spielweise insgesamt merklich verbessert.“

Alles andere als ruhig war für ihn dagegen der Trainingsauftakt: „Es geht gleich voll zur Sache für uns, was aber auch gut so ist. Jeder hat sich schon wieder unheimlich auf das Leder gefreut und wenn morgen noch die fünf Teamspieler zu uns stoßen dann ist der Konkurrenzkampf um die Startelf endgültig voll am Laufen.“

Die neue Position am Flügel ist für ihn mittlerweile so etwas wie Liebe auf den zweiten Blick geworden: „Es war doch eine Umstellung für mich, weil ich bisher fast durchgehend zentral im Mittelfeld eingesetzt wurde. jetzt fühle mich aber auf der Außenbahn immer wohler und lerne sie sogar immer mehr zu schätzen. Der Trainer interpretiert diese Position glücklicherweise sehr flexibel und lässt mir alle Freiheiten, auch in die Mitte zu ziehen und so meine Stärken je nach Situation optimal einzusetzen.“

Das größte Plus und die wichtigste Voraussetzung für das erfolgreiche Frühjahr war aber der so oft zitierte Teamgeist, der bei den Veilchen für ihn weit mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist: „Auf und abseits des Platzes sind bei uns sehr viele Freundschaften entstanden. Wir zerreißen uns mittlerweile wirklich komplett für einander, stopfen Löcher, bessern aus und rochieren sehr viel. Es ist eine kräfteraubendes Spielsystem, dass aber unglaublich viel Spaß macht. Genau deshalb heißt es gerade in diesen Wochen ordentlich Kondition zu bunkern, dass uns bei alle Freude im Spiel nicht die Luft ausgeht.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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