14.04.2010, 12:10 Uhr

MICHAEL LIENDL: „IN KAPFENBERG GEWINNT MAN NUR ÜBER DEN KAMPF!“

Michael Liendl: „In Kapfenberg gewinnt man nur über den Kampf!“

Fast fünf Jahre und damit den Großteil seiner bisherigen Karriere verbrachte Michael Liendl in Kapfenberg. Unter seiner Regie schafften die „Falken“ aus der Steiermark in der Saison 2007/08 völlig überraschenden Aufstieg in die Bundesliga. Mit der unglaublichen Bilanz von 18 Toren und 18 Assists war der gebürtige Vorarlberger, der damals zum besten Spieler der Liga gekürt wurde, das absolute Um und Auf beim heutigen Gegner der Wiener Austria.

 

Dementsprechend ist das Match der Veilchen im Franz-Fekete-Stadion für den 24-Jährigen keine alltägliche Partie: „Ich kenne dort noch alle und jeden, aber für neunzig Minuten werden diese Freundschaften auf Eis gelegt.“

 

In den vergangenen drei Spielen gegen Wiener Neustadt (2x) und Sturm Graz kam der Offensivallrounder zwar nicht zum Zug, mit der Meniskus-Operation und dem dadurch bedingten Ausfall von Milenko Acimovic dürften seine Chancen auf weitere Einsätze aber erheblich steigen. Ein Indiz dafür: Auch in den beiden Partien gegen Salzburg und Ried in Runde 25 und 26, als Acimovic seine Rotsperre aus dem Wiener Derby absitzen musste, kam er jeweils zum Zug. Forderungen würde der sympathische Vorarlberger aber nie stellen: „Es stimmt, dass es für mich durch die bittere Verletzung von Milenko etwas leichter werden könnte, Einsätze zu sammeln, mehr aber auch nicht. Fest steht, wir wollen als Mannschaft in Kapfenberg unbedingt gewinnen!.“

 

Bei aller Selbstlosigkeit würde sich der Wahlsteirer gegen seine ehemaligen Kollegen aber natürlich besonders über einen Auftritt freuen: „Es wäre sicher keine alltägliche Partie für mich, wir werden sehen.“ Mit seiner ersten Saison im violetten Dress ist Liendl nicht unzufrieden: „Bisher habe ich schon 19 Pflichtspiele für die Austria  absolviert. Damit war ich bei fast jedem zweiten Spiel dabei und durfte unter anderem gleich vier Mal im Europacup ran. Mein erstes Tor habe ich auch schon gemacht, es könnte also schlechter laufen.“

 

Die Tatsache, dass die Konkurrenz bei einem verletzungsfreien Kader gerade im Mittelfeld sehr groß ist, sieht Liendl gelassen: „Ich habe nicht erwartet, dass ich zur Austria wechsle und auf Anhieb Stammspieler bin. Ich konnte bisher schon viel an wertvollen Erfahrungen sammeln und habe mich spielerisch und taktisch gut weiterentwickelt. Egal ob ich spiele oder nicht, im Training gebe ich immer Vollgas. Ich gehe meinen Weg und bin dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, mich bei einem Spitzenverein zu präsentieren und etablieren zu dürfen.“

 

Für das Match gegen Kapfenberg gibt es für den Vorzeigeprofi nur ein Rezept: „Gegen diese Truppe ist es immer sehr unangenehm, spielerisch wird zwar nicht immer geglänzt, aber kämpferisch können sie es mit allen Bundesligateams locker aufnehmen. Genau diese Aggressivität wird auch bei uns gefragt sein. Nur wenn wir ihnen Paroli bieten, gibt es hier etwas zu holen. Wir haben jetzt vier Mal am Stück gewonnen und wollen diese Serie auf alle Fälle fortsetzen.“

 

Die Extraportion Motivation ist spätestens seit Dienstagabend an Bord: „Nach dem Ausrutscher unseres Stadtrivalen gegen den LASK könnten wir bis auf einen Punkt an sie und Rang zwei herankommen. In meiner ersten Saison bei der Wiener Austria gleich den Vizemeistertitel zu holen, wäre eine schöne Sache und dafür heißt es heute kratzen und beißen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 18 36
2. FC Red Bull Salzburg 18 34
3. FK Austria Wien 18 34
4. SK Puntigamer Sturm Graz 17 33
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 17 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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