08.04.2010, 13:30 Uhr

MANUEL ORTLECHNER: DAS VERTRAUEN IN MICH PUSHT GEWALTIG!

Manuel Ortlechner: Das Vertrauen in mich pusht gewaltig!

Zwischen den zwei gestrigen Trainingseinheiten bat www.fk-austria.at Austrias gut gelaunten Abwehr-Routinier Manuel Ortlechner zum Interview. Im violetten Talk spricht „Orti“ über das anstehende Schlüsselspiel gegen Sturm Graz, starke Defensivleistungen in den vergangenen Runden und seinen eigenen Beitrag dazu, Teambuilding der besonderen Art und das letzte große Saisonziel.

 

Die Vorbereitung auf das Schlagerspiel gegen Sturm Graz läuft auf Hochtouren, mit welchem Gefühl gehst du in dieses Match?
Wir haben in Wahrheit ein kleines Endspiel vor uns. Wenn wir gewinnen, liegen wir acht Punkte vor Sturm und hätten eine wirklich ausgezeichnete Ausgangsposition für die verbleibenden sieben Partien. Genau darauf arbeiten wir hin. Der Druck liegt bei Sturm, denn auch sie wissen, dass wir mit einem Erfolg schon fast außer Reichweite wären. Wir wollen den Sack zu machen und freuen uns riesig auf diese Partie.

 

Ein paar Wort von dir zum Gegner am Sonntag?
Sturm Graz spielt so wie wir eine starke Saison. Viele gute Youngsters werden durch einige Routiniers ergänzt. Spielerisch zählen sie zu den absoluten Topteams der Liga und da auch wir offensiv viele Möglichkeiten haben, erwartet die Zuschauer ein sehr attraktives Match. Sie verstecken sich auch auswärts nicht. Ich erwarte mir daher einen offenen Schlagabtausch, bei dem wir hoffentlich das bessere Ende für uns haben werden.

 

Die vergangenen drei Siege in Serie sollten für diesen Kracher Selbstvertrauen genug geben?
Nach dem Tiefschlag beim Derby haben wir uns an den eigenen Ohren herausgezogen. Auch wenn es schlussendlich nicht unsere Schuld war, wurde nicht lange gehadert. Salzburg haben wir trotz des Remis in Wien an die Wand gespielt und die drei 1:0-Siege beweisen, dass wir derzeit ein mehr als unangenehmer Gegner für jede Mannschaft sind. Besonders freut mich, dass wir jeweils hinten zu Null gespielt haben. Für jeden Erfolg ist eine starke Defensivleistung die Basis. Heinz Lindner hat mit tollen Paraden zum dritten Mal sein Tor rein gehalten. Es ist fast unglaublich, dass wir mit Robert Almer und dem leider noch verletzen Szabolcs Safar noch zwei solche Kaliber im Talon haben.

 

Du hast zu der starken Defensivleistung einiges beigetragen. Näherst du dich deiner Höchstform?
Es stimmt, dass ich derzeit gute Leistungen abliefere, aber das gilt für die ganze Mannschaft. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam. Ich fühle mich auf der Innenverteidigerposition sehr wohl und kann dort im Moment mein Potential sehr gut ausschöpfen. Das Vertrauen in mich gibt mir natürlich einen enormen Push. Diese ansprechenden Vorstellungen gilt es nun in den nächsten Spielen zu bestätigen. Wenn wir die verbleibenden acht Spiele auch noch 1:0 gewinnen, hätte ich nichts dagegen. Was zählt, sind die Punkte und auch solch ein Match kann sehr attraktiv sein.

 

Die Stimmung in der Mannschaft scheint derzeit sehr gut zu sein?
Wir sind nach dem Skandal-Derby alle noch enger zusammengerückt. Wichtig war es, ruhig zu bleiben und mit den Erfolgen kommt natürlich die gute Stimmung schnell wieder. Andererseits ist es auch gut, wenn Spieler in schwierigen Situation nicht automatisch zum Alltag übergehen. Wir sind alle sehr erfolgshungrig. Besser eine Reaktion als keine. Gleichgültigkeit wäre weit tragischer. Jetzt passt beinahe alles und das Klima innerhalb des Teams war aufgrund der sehr angenehmen und fröhlichen Charaktere seit meiner Ankunft eigentlich fast durchgehend gut. Wir unternehmen auch privat viel miteinander und dadurch wird der Teamgeist natürlich weiter gefestigt. Wir werden immer mehr zu einer Einheit und so treten wir auch auf dem Platz auf.

 

Wie sieht deine bisherige Austria-Bilanz aus und gibst du uns einen kurzen Ausblick auf die kommende 100-Jahr-Jubiläums-Saison?
In Wahrheit sind wir mit einer komplett neu zusammengewürfelten Truppe in die Meisterschaft gegangen, die sich in einem sensationellen Tempo gefunden hat. Sieben bis acht neue Stammspieler einzubauen, ist eine Mammutaufgabe. Wir hatten uns einen Titel vorgenommen, dieses Ziel werden wir wohl leider verpassen, dafür sieht es für den angestrebten Euroapcup-Startplatz sehr gut aus. Der Großteil der Mannschaft wird in dieser Besetzung auch kommende Saison dabei sein, was ein echter Vorteil für uns sein dürfte. Der Einbau von punktuellen Verstärkungen wird damit deutlich leichter. Der Erfolg führt über Kontinuität und die wird bei unserem Klub zum Glück groß geschrieben. Prognosen sind immer schwierig, aber ich gehe davon aus, dass mit uns in der kommenden Saison sogar noch stärker zu rechnen sein wird.

 

Was ist bis zur 36. und letzten Runde der Saison 2009/10 noch möglich?
Salzburg wird sich den Meistertitel kaum mehr nehmen lassen. Dahinter ist aber alles offen. Unser Stadtrivale liegt derzeit nur drei Punkte vor uns. Zunächst gilt es den internationalen Startplatz ins Trockene zu bringen und dann wollen wir auf den Vizemeistertitel losgehen. Jeder Fußballer will sich immer verbessern und daher kann nur das unser realistischer Anspruch sein. Drei Runden vor Schluss wartet mit dem Wiener Derby im Horr-Stadion noch einmal ein echtes Highlight. Die Chance ist also da und mit einer starken Leistung gegen Sturm Graz wäre der nächste Schritt in diese Richtung gemacht.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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