29.07.2010, 10:00 Uhr

KRAETSCHMER: "MÜSSEN ALLE AN EINEM STRANG ZIEHEN"

Kraetschmer: "Müssen alle an einem Strang ziehen"

Der FK Austria Wien blickt mit Spannung dem heutigen Abend entgegen. In Chorzow soll der Grundstein zum Aufstieg in die nächste Runde der Europa League erfolgen. Welche Bedeutung das internationale Geschäft für die Violetten und seine Spieler hat, warum er den Fans mit einem Preis-Zuckerl entgegen kommt und wie mit der Kritik an der Austria-ID umgegangen wird, erklärt AG-Vorstand Markus Kraetschmer im Interview mit www.fk-austria.at.
 
Herr Kraetschmer, auch wenn noch ein paar Spiele dazwischen liegen, heute müssen dennoch schon alle für das gemeinsame Ziel „Erreichen der Gruppenphase“ zusammenrücken. Wie wichtig ist die Europa League für den Klub?
Mit dem Erreichen dieser Phase haben wir bereits die Pflicht erfüllt, das Überstehen der für uns ersten Runde war budgetiert. Ab jetzt erwirtschaften wir finanzielle Mittel, die nicht in den Planungen enthalten sind.

 

Wie wichtig sind diese zusätzlichen Gelder für die Vereinskasse?
Sie haben eine große Bedeutung, denn im Vorjahr sind uns mit dem Erreichen der Gruppenphase eine Million Euro Deckungsbeitrag geblieben. Man muss bedenken, dass wir in den vergangenen zwei Jahren enorm hohe finanzielle Verpflichtungen eingegangen sind. Immerhin haben wir in den Um- und Ausbau des Horr-Stadions sowie die Errichtung der Austria-Akademie 20 Millionen investiert. Das sind Summen, die man nicht so locker aus dem Hemdsärmel schütteln kann.

 

Ist die Europa League ein lukratives Geschäft?
Ja, es geht auch um die Umwegrentabilität. Das internationale Business ist natürlich interessant für unsere Werbepartner und Sponsoren. Bist du in Europa in allen Medien, bist du attraktiver für deine Partner, können Verträge verlängert oder neue abgeschlossen werden. Aber auch für die Spieler ist der Europacup eine reizvolle Plattform, denn bei diesen Matches sitzen viele internationale Scouts von Topklubs auf der Tribüne, also kann es für alle nur heißen, an einem Strang zu ziehen.

 

Man hat den Eindruck, dass nun nach einigen Aufregungen in den vergangenen Monaten der Umgang mit den Fans wieder sehr leidenschaftlich geworden ist. Wie sehen Sie das?
Es sagt wohl alles aus, wie positiv wir zueinander stehen, wenn wir in der vergangenen Saison mit knapp 9.000 Besuchern pro Spieltag den höchsten Zuschauerschnitt in der Geschichte der Wiener Austria feiern konnten. Dieser Trend wurde von uns nach dem Ausbau des Stadions erwartet, dementsprechend wollen wir unseren sympathischen Weg auch fortsetzen. Wir sind stolz, dass wir unser Horr gemeinsam mit unseren Fans zu einer Festung gemacht haben. Nur drei Niederlagen in fast zwei Jahren sind eine sensationelle Quote, 95 Prozent aller Spiele sind wir daheim ungeschlagen. Fantastisch!

 

Der Klub geht jetzt nicht nur verstärkt auf seine Fans zu, sondern kommt den treuesten Anhängern auch finanziell entgegen. Warum?
Die Gesprächsbasis stimmt, deswegen wollen wir etwas zurück geben. Beim Rückspiel gegen Chorzow erhalten alle Mitglieder und Abonnenten beim Kauf einer Karte 25 Prozent Preisnachlass. Die Stimmung bei den letzten Partien war immer sehr gut und das Verhalten vorbildlich. Der Klub und die Fans sind in freudiger Aufbruchsstimmung, es geht allen um die gemeinsame Sache Austria Wien. Wir merken, dass der Weg der richtige ist, die 25 Prozent Ermäßigung sind ein kleines Dankeschön dafür.

 

Hätten Sie diese Entwicklung erwartet?
Ich habe immer daran geglaubt, wenngleich wir auch unser Tal zu durchschreiten hatten. Bilbao im Dezember war der Tiefpunkt, auf den wir reagieren mussten und dies auch umfassend gemacht haben.

 

Unter anderem mit der Einführung der Austria-ID für die Osttribüne…
Ja und wir waren uns auch dessen bewusst, dass es anfänglich zu Aufregung und Missstimmung kommen wird. Aber das ist wie überall im Leben, wo es Einschnitte und Neuerungen gibt. Zunächst erscheinen sie unverständlich für den einen oder anderen, danach wird sich dieser Schritt als goldrichtig erweisen. Wir sollten nicht vergessen, dass es ein einmaliger Umstellungsprozess ist. Freilich werden wir in Zukunft auch versuchen, unser Service hier zu verbessern. Wir müssen aus den Fehlern lernen und es beim nächsten Mal noch besser machen.

 

Gibt Ihnen dieser Weg aufgrund der Ergebnisse Recht?
Zu hundert Prozent. Wir haben fast 5.000 Abobesitzer, vor ein paar Jahren waren nicht einmal so viele Zuschauer bei unseren Heimspielen im Stadion. Der überwiegende Großteil hat also unsere Maßnahmen verstanden und schätzt diese auch sehr, sont hätten wir wohl kaum so einen Besucherrekord. Auf der anderen Seite wird die Tageskarte zu einem knappen und begehrten Gut. Früher ist man am Spieltag zu den Kassen gegangen, hat gekauft und ist auf die Tribüne. Heute haben schon viele verstanden, dass die Austria viele begeistert und sich das Interesse an ihr verdichtet hat. Ein Ende der Entwicklung ist zum Glück für unseren Fußball und unsere Spieler nicht absehbar. Ich wünsche mir, dass wir diesen Weg gemeinsam erfolgreich fortsetzen.

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
» zur Gesamttabelle