01.09.2010, 15:08 Uhr

KRAETSCHMER: „SETZEN UNSERE LINIE KONSEQUENT FORT“

Kraetschmer: „Setzen unsere Linie konsequent fort“

Das Spiel gegen Aris Saloniki wird uns mit dem Ausscheiden aus der Europa League nicht nur sportlich in keiner guten Erinnerung bleiben, auch rund um diese Partie gab es viel Aufsehen mit Rechstradikalen. Die Klubspitze kann aber bereits von ersten Erfolgen der Auswertungen und den daraus folgenden Konsequenzen berichten.

 

Bereits am Sonntag beim Spiel gegen Innsbruck wurden nach Auswertung der Videobilder und Fotos drei Personen mit Hausverbot belegt. Dieser Schritt konnte deswegen eingeleitet werden, da wir ausreichend Informationen dazu hatten. „Ein erster Erfolg des neuen ID-Karten-Systems sowie die Folge von Zeugenaussagen, nach denen diese Personen identifiziert werden konnten“, erklärt AG-Vorstand Markus Kraetschmer.

 

Aktuell werden sechs weitere Personen ausgeforscht, die ebenfalls durch rechtsradikale Symbolik auffällig geworden sind. Bei ihnen wird der Klub auch dementsprechend vorgehen und alle weiteren, notwendigen Maßnahmen einleiten, die ein Hausverbot nach sich ziehen werden.

 

Kraetschmer weiter: „Zudem gab es schon am vergangenen Freitag die Anfrage an die Polizei und den Verfassungsschutz, ob der Tatbestand der Wiederbetätigung vorliegt. Wenn ja, werden diese Personen auch für ein bundesweites Stadionverbot vorgeschlagen bzw. entsprechende Anzeige erstattet.“ In diesem Zusammenhang wurden wir von der Exekutive allerdings auch dazu angehalten, Zeugenaussagen vorzulegen.

 

„Deshalb wäre es sehr hilfreich, wenn Zeugen eine anonyme Aussage gegenüber der Polizei machen, was Sie gesehen bzw. gehört haben, da diese für das anstehende Verfahren sehr hilfreich wäre“, fährt Kraetschmer fort. Auch hier haben sich schon erste Personen gemeldet.

 

Dem Vorwurf, der von einigen Seiten gekommen ist, dass die Security beim VIOLA Pub Personen, die Nazi-Parolen verbreitet haben, gratis auf die Osttribüne über eine Hintertür des Pubs ins Stadion ließen, wurde ebenso nachgegangen. Hier ist festzuhalten, dass es zwar Ordner des FK Austria Wien sind, jedoch keine Angestellten, sondern durch eine externe Firma gestellt werden. Demnach haben wir auf sie kein direktes Durchgriffsrecht. Das soll aber keine Entschuldigung sein.

 

Kraetschmer: „Wir haben sofort reagiert und die Personen an den Eingängen ausgewechselt. Es steht außer Zweifel, dass so etwas nicht zu tolerieren ist.“

 

Positiv festzuhalten ist, dass es trotz der schlechten Leistung gegen Innsbruck keine Vorfälle (mit rechtsradikalem Gedankengut oder ähnlichem) gegeben hat. Die von uns ausgeforschten Personen waren auch nicht mehr im Stadion. Ebenso sind wir gerade dabei, die oben angeführten Punkte zusammen zu fassen und eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft zu konzipieren, um hier die Bemühungen auf einer anderen Ebene zu unterstützen und für Klarheit zu sorgen.

 

Fußball und politische Parolen gehören nicht zusammen! Der FK Austria Wien und all seine Organe distanzieren sich auf das Schärfste von jeglicher Form von nazistischem Gedankengut, deswegen werden wir diese Störenfriede in unserem Stadion unter keinen Umständen dulden.

 

„Wir lehnen jene, die sich das Stadion als Bühne für ihr skandalöses Benehmen aussuchen, strikt ab! Wir bitten Sie jedoch zu berücksichtigen, dass wir insbesondere nach den Vorfällen rund um das Spiel gegen Bilbao eine klare Linie definiert haben. Wir handeln auf Basis von Fakten und Beweisen  wie Fotos, Videos, Zeugenaussagen etc., Gerüchte und Vermutungen können wir als objektive Beurteilungskriterien nicht zulassen“, erklärt der AG-Vorstand.

 

In diesem Zusammenhang werden leider viele Gerüchte gestreut und von vielen Personen für bare Münze genommen. Es gibt kein stilles Abkommen der Klubspitze diesbezüglich mit Fanklubs, wir haben auch in keinster Weise die Herstellung von Transparenten finanziell unterstützt. „Nochmals, wir haben eine klare Linie und von der weichen wir auch nicht ab!“

 

In den vergangenen Monaten wurde ein sehr breites und gutes Fundament für eine starke und offene Beziehung zwischen Klub und Fans gelegt, das werden wir uns von niemandem weg nehmen lassen. Dazu gehört es auch, bei Vorfällen wie vom letzten Donnerstag offen und ehrlich mit berechtigter Kritik umzugehen. 

 

Es ist aber auch klar, dass es so wie in der sportlichen Entwicklung auch hierbei immer wieder zur Rückschlägen kommen kann und wird, aber so wie im sportlichen Bereich, werden wir auch diesen Weg konsequent weitergehen.

 

Wir wissen aber auch, dass wir GEMEINSAM diese Problematik lösen können. Gleichzeitig hoffen wir mit neuen Zeugenaussagen auch auf die Unterstützung der Austria-Fans. Wir wissen, dass es sich um ein heikles Thema handelt, dass von uns natürlich auch mit größter Sorgfalt behandelt wird.

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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