27.01.2010, 11:54 Uhr

JUNUZOVIC STELLT SICH DER VERANTWORTUNG

Junuzovic stellt sich der Verantwortung

Im Abstand von gut einem Meter stehen die Slalomstangen auf einem Nebenplatz des „Marbella Pardise of Football“. Sechs Stück, durch die sich die Spieler im Stile eines Skifahrers hindurchschlängeln müssen. Links, rechts, links, rechts. Für Zlatko Junuzovic kein Problem. Elegant tänzelt er um die Hindernisse, seine Füße finden automatisch den Rhythmus.

 

An diesem Vormittag lässt der 22jährige wieder einmal erkennen, wie beweglich und flink er auf den Beinen er ist. www.fk-austria.at hat sich die fleißige Mittefeld-Biene nach einer Trainingseinheit zum Interview geholt.

 

Sladdi, du hast nach deinem ersten Halbjahr bei der Austria sehr gute Kritiken von vielen Seiten bekommen. Wie zufrieden bist du selber?
„Sehr zufrieden. Was ich mir vorgestellt und vorgenommen habe, konnte ich realisieren. Wir sind in der Europa League in die Gruppenphase eingezogen, sind in der Meisterschaft dicht an der Spitze dran und auch im Cup voll dabei. Ich hatte meine Einsätze, war zwar kurz verletzt, aber das ging auch rasch vorbei.“

 

Was genau hast du gehabt?
„Ich habe aus Kärnten etwas mitgeschleppt, musste daraufhin mehr als fünf Wochen ein Aufbauprogramm absolvieren. Wenn das nicht gewesen wäre, wäre es eine wirklich gute Halbsaison für mich gewesen.“

 

Du bist zwar noch jung, aber aufgrund deiner fast 150 Bundesliga-Einsätze auch kein Jungspund mehr. Wird von dir jetzt schon ein bisschen mehr als noch in Kärnten erwartet?
„ Ja, aber Verantwortung übernehmen kommt immer dazu. An mich wird eine gewisse Erwartung gestellt und ich muss versuchen, diese Rolle so gut es geht zu erfüllen. Ich lerne ständig dazu und versuche mehr Konstanz in mein Spiel zu bringen. Aber ich probiere immer mich selber zu pushen und dabei andere mitzureißen.“

 

Du hast einen sehr kraft- und laufaufwendigen Spielstil – spürst du nach den Spielen deine Knochen?
„Jeden einzelnen, aber wenn man gewinnt, denkt man sowieso nicht an die Schmerzen. Als ich noch in Kärnten war, wurde einmal mein Laufpensum gemessen, damals bin ich 17,4 Kilometer in neunzig Minuten gerannt. Das ist viel, aber wir haben Salzburg dabei 2:0 besiegt, also war ich auch nicht müde.“ (lacht)

 

Deine Saisonstatistik spuckt drei Bundesliga-Treffer aus, bist du damit zufrieden?
„Natürlich nicht, es geht viel mehr, aber ich konzentriere mich auf den Spielaufbau und nicht den Abschluss. Mir ist egal, wer die Tore letztendlich macht.“

 

Milenko Acimovic hat kürzlich gesagt, dass ihn an allen Niederlagen jene in Kärnten am meisten schmerzt. Geht es dir ähnlich?
„Obwohl ich gar nicht dabei war – ja! Man muss aber auch sagen, dass wir sieben Punkte gegen Sturm geholt, in Ried gewonnen und daheim gegen Salzburg voll gepunktet haben. Dadurch sind wir in einer sehr guten Position und haben noch Luft nach oben.“

 

Wie sehen deine Saisonziele aus?
„Es ist alles möglich. Wir haben eine sehr gute Auslosung, deswegen sollte uns auch keiner abschreiben. Aber so müssen wir auch auftreten. Ich bin zur Austria gekommen, um Titel zu holen und nicht um es mir gemütlich zu machen.“

 

Gibt es ein Traumland, wo du gerne Fußball spielen würdest?
„Ich fühle mich bei der Austria pudelwohl und verschwende keine Gedanken an andere Klubs, ehrlich nicht. Aber wenn ich so gefragt werde, dann denke ich, dass ich mit meinem Spielstil sicher besser nach Deutschland oder Spanien passen würde als nach England. Um in solche Länder aber zu kommen, muss ich mich noch weiter steigern.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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