02.04.2010, 11:50 Uhr

INTERVIEW-TEIL II - THOMAS PARITS: "WIR WERDEN WEITER WACHSEN!"

Interview-Teil II - Thomas Parits: "Wir werden weiter wachsen!"

Im zweiten Teil des Interviews mit www.fk-austria.at spricht Austrias AG-Vorstand Thomas Parits über den neuen TV-Vertrag, das spannende Meisterschaftsfinish, die UEFA-Strafe, den Erfolgsrun der Austria Amateure, infrastrukturelle Quantensprünge und über eine rosige Zukunft der Veilchen in Wien Favoriten.

 

Am gestrigen Donnerstag wurden die TV-Rechte für die österreichische Bundesliga neu vergeben. Sie waren als Chefverhandler für die Wiener Austria vor Ort. Sind sie mit dem Resultat zufrieden?

Absolut, wir haben ein sehr gutes Paket abgeschlossen. Mit 17 Millionen Euro pro Jahr  gab es im Vergleich zum bisherigen Deal eine deutliche Steigerung. Mit dem ORF und Sky haben sich am Ende zwei bewährte Partner durchgesetzt, die in Zukunft noch mehr bieten werden. Im Vergleich zum letzten Vertrag bestimmen nun nur mehr die Vereine und nicht mehr die TV-Anstalten die Anpfiffzeiten. Eine der wichtigsten Neuerungen ist für mich aber auch, dass ab der kommenden Saison jeder Austrianer die Möglichkeit haben wird, alle 36 Spiele unserer Mannschaft live über die vollen neunzig Minuten zu verfolgen. Die Rechte für eine große Fußballshow werden jetzt noch separat vergeben. Daraus werden noch zusätzliche Mittel lukriert. Insgesamt ist es uns wirklich gelungen, für die Vereine und ihre Fans einen attraktiven TV-Vertrag für die kommenden drei Jahre abzuschließen.

 

In der aktuellen Saison stehen entscheidende Wochen bevor. Wie sehen Sie die Ausgangslage und die Chancen der Wiener Austria vor den verbleibenden neun Meisterschaftsspielen?

Wir haben alle Chancen auf den Europacup. Derzeit liegen wir auf Platz drei und wären international dabei. Das ist aber nur eine Momentaufnahme. Mit dem Cup-Sieg von Sturm Graz zu spekulieren, wodurch auch Platz vier in der Liga reichen würde, wäre absolut fahrlässig. Wir müssen unter allen Umständen unsere Position halten und auch der Vizemeistertitel ist mit derzeit nur drei Punkten Rückstand noch in Reichweite. Mit einer starken Leistung in Wiener Neustadt und vor allem einem Erfolg im direkten Duell gegen Sturm Graz ist es möglich, sich schon vor den letzten Schlagerrunden mit Duellen gegen Rapid und Salzburg vorab etwas Luft zu verschaffen.

 

Noch nicht endgültig Durchatmen kann man bezüglich der UEFA-Strafe nach den Vorfällen in der Europa League gegen Athletic Bilbao. Gibt es diesbezüglich Neuigkeiten?

Nein, wir warten weiterhin auf das endgültige Urteil von der UEFA. Liegt dieses vor, dann werden wir entscheiden, ob wir die Strafe annehmen oder eventuell noch Einspruch erheben. Theoretisch sollte der Schriftsatz in einem vernünftigen Zeitraum vor der ersten Europacup-Partie im Sommer eintreffen, die nach derzeitigem Stand ein Geisterspiel wäre.

 

Die Austria Amateure zählen in der ADEG-Ersten-Liga zu den Teams der Stunde, sind bereits sieben Spiele ungeschlagen und machen in der Tabelle stetig Boden gut.

Diese Entwicklung ist sehr erfreulich. Es war für mich absehbar, dass die Mannschaft über den Winter einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung machen wird. Zu Saisonbeginn waren Leistungsträger wie beispielsweise Rade Djokic verletzt. Da das Team zum Großteil aus U19-Spielern der Austria geformt wurde, haben die Burschen ihre Zeit zur Anpassung gebraucht. Mittlerweile wurde diese Umstellung erfolgreich bewältigt und das schlägt sich auch in den guten Ergebnissen wieder. Gerade aufgrund ihrer Leistungen und auch jener der Juniors aus Salzburg ist es doppelt bitter, dass diese beiden Amateur-Teams mit Ende der Saison in die Regionalliga absteigen müssen. Sportlich hätten sie sich für eine Liga qualifiziert, die ihr vorrangiges Ziel, zumindest bisher, in der Nachwuchsförderung gesehen hat. Auch in der Ostliga werden wir aber den Profibetrieb aufrecht erhalten. Alleine schon deswegen, weil in der Akademie zwei Mal pro Tag trainiert wird und es fahrlässig wäre, gerade im Zwischenschritt zur Kampfmannschaft, bei den Amateuren das Level herunterzuschrauben.

 

Seit ihrer Ankunft vor mehr als drei Jahren hat die Wiener Austria einen infrastrukturellen Quantensprung vollzogen. Eine Entwicklung, die Sie stolz macht?

Wir haben uns vor gut zwei Jahren nach der Beendigung des Betriebsführungsvertrages an den Tisch gesetzt und sind überein gekommen, dass wir alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um in diesem Bereich aufzuholen. Mit dem Bau der Osttribüne und der Installierung der Rasenheizung, der massiven Ausweitung der VIP-Räumlichkeiten, der Übernahme des Wiener Verbandes und der damit verbundenen Übersiedelung ins neue Klubhaus, sowie der Errichtung der neuen Austria-Akademie konnten gleich einige wichtige Meilensteine gesetzt werden. Dank all dieser Maßnahmen hat die Infrastruktur nun auch mit der sportlichen Stellung der Wiener Austria in Österreich und Europa gleich gezogen. Jetzt können wir wirklich herzeigen, was wir haben und das macht jeden im Verein natürlich stolz. Für alle Mitarbeiter ist diese Aufbruchsstimmung eine enorme Motivation und auch weil sie und viele andere im Hintergrund wirklich mit violettem Herzblut dabei sind, war dieser Kraftakt erst möglich. Die Fans danken uns diese Bemühungen jährlich mit zweistelligen Zuwachsraten. Auch in diesem Sinne wünsche ich der gesamten violetten Familie schon jetzt frohe Ostern.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. CASHPOINT SCR Altach 10 19
3. FC Red Bull Salzburg 9 18
4. SK Rapid Wien 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. FC Admira Wacker Mödling 10 12
7. SV Guntamatic Ried 9 11
8. RZ Pellets WAC 10 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 10 5
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