09.03.2010, 12:30 Uhr

HEINZ LINDNER KEHRT NACH LINZ ZURÜCK

Heinz Lindner kehrt nach Linz zurück

Wenn Austria-Tormann Heinz Lindner heute auf der Gugl im violetten Tor steht, wird er sich wie kein anderes Veilchen zu Hause fühlen. In Linz geboren und aufgewachsen, auch jetzt oft noch an freien Wochenenden in der Stahlstadt anzutreffen, darf sich der waschechte Oberösterreicher vor den Augen von Eltern und Freunden über ein halbes Heimspiel freuen.


Allzu große Sympathiegefühle für den LASK gibt es von ihm zumindest sportlich gesehen trotzdem nicht:  „Nach dem 0:1 in Wien am Samstag sind wir alle ordentlich aufgestachelt. Wir wollen Revanche und bei hoffentlich deutlich besseren Bodenverhältnissen zeigen, was wirklich in uns steckt.“ Dass der Untergrund zwar keine Entschuldigung, aber sehr wohl ein Mitgrund für den schmerzhaften Punkteverlust gegen die Linzer war, ist Lindner überzeugt: „Wir sind eine spielerische Mannschaft, die ihre Tugenden bei dieser Witterung kaum zeigen konnte. Ich gehe davon aus, dass wir in Linz nicht noch einmal dieses Pech haben werden. Selbst wenn, müssen wir einfach noch cleverer agieren. Es geht um sehr viel und dessen sind wir uns auch bewusst.“


Aufzupassen gilt es für ihn bei den Linzern vor allem auf Ex-Veilchen Florian Metz: „Klar ist er gerade gegen uns topmotiviert. Für mich war Metz der stärkste Mann auf dem Platz, wobei auch Christoph Saurer und Silvije Cavlina einen guten Job gemacht haben.“ Insgesamt war für ihn beim ersten Kräftemessen mit den Linzern aber kein großer Leistungsunterschied auszumachen: „Sie haben deutlich weniger geschossen als wir. In Wahrheit hatte ich im ganzen Spiel nur zu Beginn gleich einen schweren Ball zu halten. Der war gut für mein Selbstvertrauen. Danach kam der LASK bis auf den Zufallstreffer nicht mehr gefährlich in den Strafraum.“

 

Sein trockenes Resümee nach dem dritten Meisterschaftseinsatz für die Wiener Austria: „Es klingt komisch, aber ich habe schnell an Routine gewonnen. Die Nervosität wie bei meinem ersten überraschenden Einsatz gegen Kapfenberg ist weg, ich finde mich immer besser zu Recht.“  Der Niveauunterschied zwischen der zweithöchsten Spielklasse mit den Amateuren und der Bundesliga ist für den 19-Jährigen gering: „Ein Tormann muss in jedem Spiel von der ersten Sekunde weg voll konzentriert sein. Der Druck ist höher, aber damit kann ich gut umgehen. Was das Level angeht, ist der Sprung nicht mehr allzu groß. Alles geht schneller, manche Schützen sind klarerweise individuell gefährlicher, aber mehr auch nicht.“


Der großen Möglichkeit ist sich der Youngster aber auf alle Fälle bewusst: „Ich genieße alle Spiele und die tollen Erfahrungen, die ich derzeit sammeln kann. Es ist schade, dass meine Chance nun aufgrund von Verletzungen und nicht allein aufgrund starker Trainingsleistungen zustande kam, aber es ist wie es ist. Die Austria braucht jetzt einen verlässlichen Tormann und ich bin da.“


Ein Zeichen dafür, dass das Selbstvertrauen bei Lindner passt, sind auch die vermehrten Wortmeldungen im Spiel, schallten seine Kommandos doch vergangenen Samstag 90 Minuten lang lautstark über den Platz: „Sicher traue ich mich auch hier jetzt schon viel mehr. Es gehört einfach zu meinen Job, mit den Vorderleuten zu kommunizieren, mit Flüstern werde ich hier nicht weit kommen“, schmunzelt er.


Mit einem eventuellen Einsatz im Wiener Derby am Sonntag hat sich Lindner zwar schon auseinandergesetzt, spekulieren will er aber nicht: „Ich nehme alles wie es kommt. Es wäre mein bisheriges Karrierehighlight. Meine Kommandos könnte ich bei der Laustärke in einem ausverkauften Stadion wohl vergessen, aber ich kann mich auch so gut bemerkbar machen“, zeigt die Frohnatur keine Scheu vor einem möglichen Stahlbad im Hanappi-Stadion.


Bis heute Abend zählt für ihn aber ohnedies nur der Cup-Kracher auf der Linzer Gugl, wo er auch für ein mögliches Elfmeterschießen bestens gerüstet wäre: „Ich stehe extrem auf solche Situation. Ich bin ein guter Penaltykiller, irgendwie habe ich in dieser Situation meist das richtige Gefühl. Überhaupt kann man als Tormann dabei nur gewinnen. Hält man keinen Ball, ist das in Ordnung, wird ein Elfmeter pariert, ist man der Held.“

 

Mit seiner Heimatstadt und dem Elfmeterschießen hat Lindner sogar aus dieser Saison noch eine Rechnung offen. Im Herbst scheiterte er noch im Dress der Austria Amateure bei LASK-Lokalrivalen Blau Weiß Linz denkbar unglücklich. „Es war so ziemlich das einige Mal, dass ich bisher ein Penaltyschießen nicht gewinnen konnte und dabei soll es auch bleiben. Ich bin hochmotiviert und brenne auf meinen ersten Cup-Einsatz mit der Kampfmannschaft. In einem Team zu spielen, dass seit über vier Jahren alle Cup-Spiele gewonnen hat, ist schon etwas ganz Besonderes. Die Austria ist eine echte Pokalmannschaft und diesem Ruf heißt es heute einmal mehr gerecht zu werden!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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