17.02.2010, 10:30 Uhr

FRANZ GRUBER UND DAS VIOLETTE TORHÜTERKARUSSELL

Franz Gruber und das violette Torhüterkarussell

Unser Tormanntrainer Franz Gruber ist im violetten Trainerstab diese Woche mit Sicherheit sehr gefordert. Bereits beim pre-olympischen Turnier in Sotschi verletzte sich Robert Almer, vergangenes Wochenende zog sich dann noch Szabolcs Safar eine schwere Schulterverletzung zu, die ihn leider monatelang außer Gefecht setzen wird. Im Gespräch mit www.fk-austria.at spricht Gruber über diese turbulenten Tage, ihre Auswirkungen und Folgen und stellt Debütant Heinz Lindner der violetten Fangemeinde etwas näher vor.

 

Mit Szabolcs Safar und Robert Almer sind sowohl Austrias Nummer 1 als auch unsere Nummer 1b verletzt. Wie geht man mit solch einer außergewöhnlichen Situation um?
Ich sehe das Ganze als Herausforderung. Zum Glück sind wir auf diese Situation wirklich bestmöglich vorbereitet. All unsere Torhüter werden so trainiert, als wären sie meine Nummer eins. Heinz Lindner hat in der ADEG-Ersten-Liga immerhin ähnlich viel Spielpraxis sammeln können, wie die beiden anderen. Insofern gibt es von meiner Seite überhaupt keine Bedenken.

 

Wie geht es Szabolcs Safar nach seiner schweren Schulterverletzung?
Ich habe bereits mehrmals mit ihm gesprochen. Er nimmt diesen Rückschlag hin. Safar weiß, es war Schicksal und dass er darauf keinen Einfluss hatte. Viel schwieriger als die physische Verletzung wird es für ihn, diese Geschichte psychisch zu verdauen. Er hat aber einen starken Charakter und wird auch diese schwierige Situation gut meistern. Nach dem gestrigen Besuch bei einem Spezialisten in Salzburg sieht es danach aus, dass er sich operieren lassen wird.

 

Wie haben sie das Bundesliga-Debüt von Heinz Lindner gesehen?
Er hat seine Sache gegen Kapfenberg sehr gut gemacht. Beim dritten Gegentor sehe ich bei ihm kaum Schuld, weil die Abwehr klären hätte müssen. Die Leistung war wirklich in Ordnung, speziell in der Schlussphase, als er die unglückliche Situation schnell abgehakt hatte und gleich bei einigen gefährlichen Flanken unerschrocken aus dem Tor gegangen ist. Da hat er keinerlei Unsicherheiten gezeigt. Bei seiner Einwechslung habe ich ihm gut zugesprochen und es hat ihm auch viel Sicherheit gegeben, dass die Zuschauer ihn gleich bei seiner Einwechslung so richtig angefeuert haben. Für jeden jungen Spieler ist das beim ersten Mal ein ganz besonderer Moment, den man in seiner Karriere nie mehr vergisst. Ich wusste, er war bereit dafür.

 

Gibt es schon Neuigkeiten bezüglich der Tormannsituation für kommenden Samstag?
Wir warten noch ab, ob es sich bei Robert Almer mit seiner Schulterverletzung ausgehen könnte. Riskieren werden wir in seinem Fall aber sicher nichts. Robert weiß, dass Szabolcs Safar länger ausfallen wird und brennt auf seine Chance. Genau deshalb ist es auch wichtig, nicht wegen einem Match etwas zu überstürzen. Falls es klappt, wäre es schön, falls nicht, haben wir aber mit Heinz Lindner auch gegen Kärnten einen Tormann mit viel Potential im Talon, der ein sicherer Rückhalt für uns ist. Mit Günther Arnberger würde dann bereits der nächste Nachwuchs-Teamtorhüter auf der Bank sitzen.

 

Können Sie den Austria-Fans Heinz Lindner an dieser Stelle etwas näher vorstellen?
Heinz ist ein sehr aktiver Torhüter! Er versucht sehr lautstark und oft in Kontakt mit seinen Vorderleuten zu stehen. Er ist sehr flink, reaktionsschnell und sowohl auf der Linie, als auch bei Flanken, wie man bereits gegen Kapfenberg erkennen konnte, eine Macht. Er hat enormes Potential, den nötigen Instinkt und das oft zitierte gewisse Etwas für einen Spitzentormann. Fußballerisch muss er noch etwas ruhiger werden, aber mit 19 Jahren ist noch kein Keeper komplett. Heinz Lindner ist ein sehr ehrgeiziger Trainierer, der hart an seinen Schwächen arbeitet. Sowohl körperlich als auch technisch ist er auf einem vielversprechenden Weg. Ich habe ihn mittlerweile zwei Jahren unter meinen Fittichen und er hat sich bereits beachtlich weiterentwickelt. Sein Meisterschaftsdebüt gegen Kapfenberg war dafür der nächste wichtige Schritt!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 8 15
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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