14.07.2010, 15:42 Uhr

EUROPA LEAGUE: AUS DER GRAUEN THEORIE IN DIE PRAXIS

Europa League: Aus der grauen Theorie in die Praxis

Hinter den Kulissen läuft das Unternehmen „Europa League“ bereits seit vielen Wochen, jetzt tritt es auch vor den langen Vorhang. Am Donnerstag, um 18 Uhr, wird Artyom Kuchin aus Kasachstan die Partie im Horr-Stadion anpfeifen. Vor nahezu leeren Rängen, denn nur einer Handvoll wird es erlaubt sein, FK Austria Wien – NK Siroki Brijeg von der Tribüne aus mit zu verfolgen.

 

Bislang war es graue Theorie und kaum jemand außerhalb des Klubs hat sich damit beschäftigt, welche Auswirkungen die Strafe der UEFA nach den Vorkommnissen beim Spiel gegen Athletic Bilbao (3.12.2009) haben wird, nun kommen alle Violetten in den Genuss davon. Oder eben nicht.

 

Aus organisatorischer Sicht bleibt das Spiel aber auch bei verschlossenen Toren eine Herausforderung. Gemäß der Entscheidung der Kontroll- und Disziplinarkommission sind ein Maximum an 75 Personen inklusive des Klubs und der Spieler erlaubt. Heißt, dass abgezogen des 18-Mann-Kaders, der Trainer, Masseure, Arzt , Zeugwart etc. kaum 50 verfügbare Plätze bleiben.

 

AG-Vorstand Markus Kraetschmer klärt auf, wie diese Tickets innerhalb der Austria-Familie verteilt werden, wer ,Sesam, öffne dich' sagen darf. „Dieses Kontingent wird auf Präsidium, Verwaltungsrat, den AG-Aufsichtsrat und den wichtigsten Sponsoren verteilt.“

 

Darüber hinaus wurden beim Tag der offenen Tür ja auch noch 3x2 Karten unter den Abonnenten und 3x2 Karten unter den Mitgliedern der Austria verlost. Keine Beschränkung gibt es bei den Journalisten, allerdings muss auch hier eine Liste mit allen Namen an die UEFA geschickt werden. Selbst bei den Arbeitern im Stadion will man Klarheit haben, wer wofür zuständig ist, Schlupflöcher im System werden rigoros geschlossen.

 

Jede Eintrittskarte ist personalisiert und hat eine genaue Sitzplatz-Zuordnung. „Die UEFA kann Stichproben machen, wir werden alle Auflagen zu hundert Prozent erfüllen“, sagt Kraetschmer, der im selben Atemzug daran erinnert, dass es mit diesem einem Geisterspiel noch nicht getan ist. „20.000 Euro Strafe haben wir schon gezahlt, jetzt schwebt noch das Damoklesschwert eines weiteren Spiels unter Ausschluss der Öffentlichkeit über uns, dass auf zwei Jahre ausgesetzt wurde.“

 

Passiert in dieser Zeit wieder etwas, kommt es zu einem neuerlichen Verfahren, dass der Austria sehr, sehr teuer zu stehen kommen würde. „Zurzeit gibt es allerdings keinerlei Bedenken. Unsere Fans haben sich im Frühjahr sehr gut verhalten, deswegen ist auch nicht davon auszugehen, dass wieder Dinge passieren, die uns Sanktionen einbringen könnten.“

 

Der finanzielle Schaden wird für diese erste Europa-League-Runde der Violetten gegen Brijeg, das übrigens maximal 200 VIP-Tickets haben dürfte, aber nur 25 braucht, jedenfalls sehr groß sein. Kraetschmer: „Bei der aktuell guten Stimmung hätten wir bestimmt 10.000 Zuseher gehabt. Uns fehlen also die Ticketeinnahmen, der Umsatz in der Gastronomie und im Megastore. Wir haben zwar geringere Ausgaben hinsichtlich Sicherheitspersonal etc., aber wir verlieren dennoch alles in allem zwischen 150.000 und 170.000 Euro an diesem Abend.“

 

Sperrzone rund um das Stadion gibt es am Donnerstag keine, dennoch muss die Gesamtsicherheit gewährleistet sein. Das ist auch der Grund, warum es auf dem Parkplatz vor dem Stadion keinen Event geben kann. Was allerdings möglich wäre, wäre im Stadion die übliche Tor-Fanfare nach Treffern der Violetten zu spielen. Und die wird es hoffentlich zu hören geben.  

 

ORF 1 überträgt ab 18 Uhr live.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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