06.12.2010, 13:46 Uhr

DRAGOVIC: „MEIN JUBEL WAR OHNE JEDE POLITISCHE ABSICHT“

Dragovic: „Mein Jubel war ohne jede politische Absicht“

Läuft es beim FK Austria Wien einmal rund, werden von außen gerne Giftpfeile abgefeuert. Nach dem 1:1 und der megastarken zweiten Hälfte in Salzburg wollten einige Medien den Torjubel von Aleksandar Dragovic als politisches Ausdrucksbekenntnis verstehen, das läßt der 19jährige natürlich nicht auf sich sitzen. „Das war bis jetzt zwar mein erstes Tor für die Austria, aber ich habe dabei sicher nicht daran gedacht, mit den Fingern den Tschetnik-Gruß zu machen. Mein Onkel war auf der Tribüne, ich habe ihm das Tor gewidmet und nicht ein politisches Zeichen gemacht. Wer das behauptet, kennt mich nicht.“

 

Fakt ist dennoch, dass es von Pressevertretern, von denen kein einziger mit Dragovic nach dem Spiel über seinen Jubel geredet hat, geschrieben wurde. Kein Rückfragen - auch das ist zu hinterfragen. „Noch einmal: mein Jubel war ohne jede politische Absicht. Und damit Punkt."

AG-Vorstand Thomas Parits: "Wir haben mit Drago geredet und er hat uns glaubwürdig alles erklärt. Für uns ist die Sache damit zu hundert Prozent aufgeklärt und erledigt."
 

Ansonsten gibt es von diesem Spiel eigentlich nur Positives zu berichten. Abgesehen von der Chancenverwertung. „Das sehe ich auch so“, sagt Co-Trainer Sepp Michorl, der vor allem von der spielerischen und taktischen Leistung angetan war. „Leider haben wir uns nicht mit drei Punkten dafür belohnt.“

 

Warum wir derzeit nicht so treffen, bleibt ein kleines Rätsel. „Wir trainieren sehr oft Torabschlüsse, nur klappt es derzeit nicht so. Aber andersrum ist es genau, da triffst du blind und weiß nicht warum.“ Dennoch ist es ein Plus, wenn nach dem Spiel viele das Gefühl hatten, dass wir den Sieg hergegeben haben. Wie schon das eine oder andere Mal in dieser Saison.

 

Michorl: „Es stimmt, dass wir in unserer Marschtabelle hinterher hinken, aber ich sehe auch das Positive.“ Und da meint er neben der guten, spielerischen Performance die Entwicklung der Mannschaft. „Die Spieler haben einen großen Sprung nach vorne gemacht, haben ihren Stil verändert und sind als Persönlichkeiten gereift.“ Das zeigt auch die hohe Quote an Teamspielern. Vor einem Jahr hatten wir zumeist nur einen im ÖFB-Trikot, heute sind fünf Violette ständig im Kader.

 

Für Michorl gibt es jedenfalls noch genügend Luft nach oben. „Aufgrund unseres jungen Durchschnittsalters passieren so Fehler wie beim 2:3 gegen Sturm, wo wir bis zur 75. Minute 2:1 führen und dann noch verlieren. Und auch die Niederlage gegen Innsbruck daheim – da fehlt uns noch die Schlitzohrigkeit.“

 

Heute Vormittag gaben acht Spieler unter der Anleitung von Fitness-Coach Martin Mayer in der Kraftkammer ordentlich Gas. Vornehmlich jene, die in Salzburg nicht oder nur kurz zum Einsatz kamen. Ebenfalls dabei war auch Georg Margreitter, der sich nach seiner Angina bereits am Weg zurück befindet. Ein Spezialprogramm für die letzte Woche der Herbstmeisterschaft ist laut Mayer nicht mehr nötig: „Wir sind sowohl körperlich, als auch spielerisch sehr gut in Schuss. Jeder Spieler bei uns wird für das Match in Matterburg noch einmal alles geben, damit wir auch dort eine tolle Figur machen werden.“

 

Michorl nickt: „Wir werden noch einmal alles geben und versuchen zu gewinnen, um im Frühjahr an der Verwirklichung unserer Ziele arbeiten zu können.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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