09.08.2010, 13:49 Uhr

DAXBACHER: "NIEDERLAGE WAR KEINE FORM DER ÜBERHEBLICHKEIT"

Daxbacher: "Niederlage war keine Form der Überheblichkeit"

Der Angriff auf die Tabellenspitze ist (vorläufig) gescheitert, eine 19 Spiele dauernde Erfolgsserie ist gerissen, dennoch geht der Blick schon wieder nach vorne. „Wir hatten diesmal keine Räume, keinen Platz und unsere eigene Kreativität hat nicht ausgereicht. So kann man verlieren, aber das macht uns nicht verrückt“, meinte Trainer Karl Daxbacher, der das 0:1 gegen Ried nicht dramatisieren wollte.

 

In dem von Taktik geprägten Spiel hatte die Austria zwar die Hoheit auf dem Platz, die besseren Möglichkeiten hatten allerdings die Gäste. Eine davon nutzten die Oberösterreicher zum Goldtreffer. „Ried hat verdient gewonnen“, unterstrich auch Daxbacher den allgemeinen Eindruck.

 

„Wir waren zwar optisch überlegen, konnten aber keine konkrete Torchance herausarbeiten. Ried dagegen hatte drei oder vier“, so der Chefcoach der Violetten, der die Gesetzmäßigkeiten von so knappen Partien sehr genau kennt. „Wenn einem das Führungstor nicht gelingt, dann wird es sehr eng.“

 

Für Daxbacher selber keine neue Erkenntnis, er ließ sich auch von den vielen Lobreden der vergangenen Wochen nie blenden. „Wir hätten auch gegen Ruch Chorzow gerne mehr Tore gemacht, aber wir haben uns gegen einen Gegner, der tief drinnen gestanden ist, nicht zu helfen gewusst.“

 

Ried wählte nahezu dieselbe Taktik wie die Polen nach der Pause, die bei 0:3 nur noch auf Schadensbegrenzung aus waren: Den Beton anmischen und warten was der Gegner daraus macht. „Für mich ist diese Taktik eine Erkenntnis der WM in Südafrika. Mannschaften, die tief hinten drinnen stehen und verteidigen, haben gute Chancen. So war das ja auch schon beim Sieg der Schweiz über Spanien. Vielleicht kommt so was noch öfter in Zukunft auf uns zu.“

 

Das einzige Mittel, mit dem man so einen Abwehrriegel knacken kann, wäre ein Tor. „Ansonsten werden alle ungeduldig, auch die Zuschauer.“

 

Das Tore schießen haben Roland Linz & Co. am Sonntag leider verpasst, somit passierte die erste Niederlage seit dem 14. März 2010. Ein Fehltritt, der für den Trainer klare Ursachen hat. „Es war keine Form der Überheblichkeit oder eine mentale Schwäche. Wir sind einfach nicht durchgekommen und taktisch an unsere Grenzen gestoßen. Es war ein permanentes Suchen einer Torchance, zu der wir aber nicht gekommen sind.“

 

Auch von der Ersatzbank kam kaum frischer Wind nach den Einwechslungen. „Man versucht immer etwas, aber zurzeit habe ich nicht das Gefühl, dass wir nach Austäuschen unbedingt stärker werden. Es fehlen mit Acimovic, Stankovic und Schumacher drei starke Spieler verletzungsbedingt, das darf man auch nicht vergessen.“

 

Dass der Sprung an die Tabellenspitze missglückt ist, hat für Daxbacher dennoch keine Bedeutung. Schon vor dem Spiel meinte er, dass man nach vier Runden in der Tabelle keine große Aussagekraft sehen könne.

 

Das einzig Positive des 0:1 könnte sein, dass der Spion von Aris Saloniki nicht das beste Gesicht der Austria gesehen hat. Somit hat diese Niederlage auch einen kleinen Vorteil…   

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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