15.09.2010, 11:24 Uhr

DAXBACHER: „ICH KANN MILENKO VERSTEHEN“

Daxbacher: „Ich kann Milenko verstehen“

Austria-Trainer Karl Daxbacher war logischerweise einer der ersten, der vom abrupten Karriereende von Milenko Acimovic erfahren hat. Aber er hat es in den letzten Wochen auch ein wenig vorausgeahnt. „Man hat gemerkt, dass ihm noch viel auf seine alte Klasse fehlt. Letztendlich hat seine Fitness aber gestreikt und ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Eine Situation, die Daxbacher physisch und psychisch selber nur allzu gut kennt.

 

Mit Acimovic verlässt einer der beliebtesten Fußballer Österreichs die große Bühne. Es war eine Karriere voller Spielwitz und Leidenschaft und großer Erfolge (u.a. 2x Cupsieger). Nun geht der Magier gezwungenermaßen in die Fußball-Pension. Die Bundesliga verliert einen ihrer großen Charakterdarsteller.

 

Daxbacher durchlebte eine ähnliche Situation und kann sich deshalb in die aufgewühlte Gedankenwelt von Acimovic sehr gut hinein versetzen. „Ich kann ihn verstehen. Als ich nach meiner Austria-Zeit in Krems spielte, hatte ich einen Bandscheibenvorfall. Ich war damals wie Milenko heute 33 Jahre. Ich ließ mich operieren, merkte rasch, dass mein Körper nicht mehr mitmacht und dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnte. Ich wollte genauso wie er kein Mitläufer sein.“

 

Daxbacher beendete somit 1986 sofort seine Karriere und verzichtete auf ein Jahresgehalt. Auch Acimovic hat sich mit dem Klub am Dienstagabend auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung verständigt.

 

Dass es im Endeffekt so schnell gegangen ist, überraschte alle beim Klub. Dabei hatte man im Sommer bei der Kaderplanung noch fix mit ihm gerechnet. „Es war alles darauf abgestimmt, dass er im Juni wieder normal in das Training einsteigt und uns zur Verfügung stehen wird“, sagt Daxbacher. Daher sei es auch sehr bitter und auch der Zeitpunkt ist natürlich unglücklich.

 

Vor zwei Wochen hat das Transferfenster geschlossen, jetzt sind nur arbeitslose Spieler auf dem Markt, die keine Vorbereitung haben und deswegen kurzfristig keine Verstärkung wären.

 

Daxbacher weiter: „Wir verlieren plötzlich den besten Techniker, der auch mit seinen Qualitäten bei ruhenden Bällen einzigartig war. Er war ein ungewöhnlicher Profi und unglaublicher Sympathieträger für den FK Austria Wien. So ein Typ wie er wird der Bundesliga fehlen.“

 

Acimovic selber nimmt sich jetzt einmal eine kleine Pause und ist in Richtung seiner Heimat Slowenien mit seiner Frau und den beiden Kindern gefahren. Dort wird er vorerst ein paar tage tief Luft holen und versuchen, sich mit seinem neuen Leben anzufreunden.
Erst dann wird er wieder nach Wien zurückkehren und will am Mittwoch vor dem Salzburg-Spiel der Mannschaft und seinen Fans persönlich "Servus" sagen im Stadion. 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 14 38
2. LASK 14 26
3. RZ Pellets WAC 14 24
4. SKN St. Pölten 14 23
5. TSV Prolactal Hartberg 14 21
6. FK Austria Wien 14 18
7. SK Puntigamer Sturm Graz 14 16
8. SK Rapid Wien 14 16
9. FC Wacker Innsbruck 14 15
10. SV Mattersburg 14 14
11. CASHPOINT SCR Altach 14 11
12. FC Flyeralarm Admira 14 9
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