30.03.2010, 12:55 Uhr

DAUERBRENNER SAFAR HOFFT AUF VIOLETTE ZUKUNFT

Dauerbrenner Safar hofft auf violette Zukunft

Fast auf den Tag genau vor sechs Jahren feierte Szabolcs Safar sein Debüt in der Kampfmannschaft der Wiener Austria. Am 24. März 2004 holte er für die Veilchen in der 3. Runde des  ÖFB-Cup beim 2:0-Sieg in Hartberg erstmals die Kastanien aus dem Feuer. Erst im Winter zuvor hatte er ein verunglücktes Abenteuer bei Spartak Moskau beendet. Dass er dort aufgrund eines Trainerwechsels plötzlich nicht mehr zum Zug kam, sollte sich im Nachhinein als echter Glücksfall für die Austria herausstellen.

 

In sieben erfolgreichen Saisonen mit nicht weniger als 162 Pflichtspielen stand der sympathische Austro-Ungar, der bereits seit Jahren beide Pässe besitzt, immer seinen Mann. Bis zum Abgang von Joey Didulica erfüllte er die Rolle des mit Sicherheit besten 1b-Keepers in der österreichischen Bundesliga. Er verhalf der Wiener Austria nicht nur im ÖFB-Cup, sondern auch in der so erfolgreichen Europacup-Saison 2004/05 zu legendären Höhenflügen. Im Sommer 2006 stieg der mit Abstand längst dienende Austrianer zur unumstrittenen Nummer eins im Tor der Veilchen auf.

 

In der laufenden Saison erwischte den 35-Jährigen dann leider gleich zwei Mal das Verletzungspech. Vor Saisonstart erlitt er einen Muskelfaserriss im Oberschenkel, der ihn bis Mitte August außer Gefecht setzte. Im Winter folgte eine bärenstarke Vorbereitung und eine sensationelle Form beim preolympischen Turnier in Sotschi. Gleich im ersten Frühjahrsspiel gegen Kapfenberg zog sich Safar im Zweikampf aber leider eine schwere Schulterverletzung zu.

 

Niederschmetternde Konsequenz: Operation und vier Monate Pause. Unweit seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Salzburg Lehen, wo er ebenfalls sechs Saisonen bei Austria Salzburg sein außergewöhnliches Können unter Beweis gestellt hatte, kurierte er sich aus. Viele ehemalige Wegbegleiter und Kollegen gaben sich ein Stell-Dich-Ein. Auch Ex-Kollege Fränky Schiemer machte seinem ehemaligen Dirigent in der violetten Hintermannschaft die Aufwartung. Die erste Verzweiflung wich schnell, „Safi“ fasste auch dank der Unterstützung von allen Seiten neuen Mut.

 

In Kurzentrum Oberlaa spulte er zunächst unbeirrlich seine Einheiten am Sitzrad ab, wenig später konnte er schon wieder am Ergometer Platz nehmen. Am kommenden Freitag sind die ersten sechs Wochen der Zwangspause absolviert, heute Dienstag schnürte Safar erstmals überhaupt wieder seine Laufschuhe, um am Laaerberg eine Runde zu drehen. Bereits in gut einer Woche darf der violette Dauerbrenner dann mit leichten Übungen in der Kraftkammer beginnen.“

 

Die Zuversicht ist mittlerweile bei ihm schon wieder groß: „Das Schlimmste habe ich hinter mir. Lange Zeit konnte ich nicht selbst ins T-Shirt-schlüpfen oder Autofahren. Zum Glück haben mich meine Frau und der Verein in allen Belangen sehr unterstützt. Jetzt geht es nur mehr bergauf.“ Zum Vorbereitungsstart will der Kult-Keeper sein Comeback geben, sofern sein Vertrag bei der Austria verlängert wird: „Ich will noch zwei Jahre spielen, wenn irgendwie möglich natürlich bei der Wiener Austria. Wir haben mit Robert Almer und Heinz Lindner, der mir zuletzt wirklich ausgezeichnet gefallen hat, einen tollen Konkurrenzkampf. Dieser Herausforderung möchte ich mich unbedingt noch einmal stellen.“

 

Die Pläne für die Karriere danach liegen aber trotzdem schon in seiner Schublade. Gemeinsam mit Joachim Standfest absolviert er derzeit die A-Trainer-Lizenz. Seine erste Wunschstation hat er bereits: „Tormanntrainer in der neuen Austria-Akademie, wäre ein schöner Anfang. Ich bin jetzt schon Pate für unsere Nachwuchtorleute und konnte bereits erste, sehr erfreuliche Eindrücke gewinnen.“ Die Chancen auf eine violette Zukunft sehen also, in welcher Form auch immer, nicht so schlecht aus.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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