16.02.2010, 11:00 Uhr

AMATEURE-SPORTKOORDINATOR PEISCHL: „WOLLEN IM FRÜHJAHR ÜBERRASCHEN!“

Amateure-Sportkoordinator Peischl: „Wollen im Frühjahr überraschen!“

Das Trainingslager der Austria Amateure im türkichen Belek ist vorbei, in genau zehn Tagen steht bereits der Meisterschaftssauftakt gegen Gratkorn am Programm. Grund genug also für www.fk-austria.at Sportkoordinator Christian Peischl zum Interview zu bitten. Er zieht dabei eine erste Bilanz über die Vorbereitung und das Trainingslager, wagt einen Rückblick auf die erste Saisonhälfte und spricht über seine Ziele und Erwartungen an die Frühjahrsmeisterschaft. Mögliche Kandidaten für die Kampfmannschaft sind genauso ein Thema, wie die Personalie Ivica Vastic und die Regionalliga Ost.

 

Vergangene Woche absolvierten die Austria Amateure in Belek ihr Wintertrainingslager. Wie sieht ihre Bilanz aus?

Wir konnten unser Programm trotz des einen oder anderen Regengusses voll durchziehen. Was das Hotel und die Plätze angeht, haben wir es perfekt erwischt. Die Stimmung in der Mannschaft war gut, wir sind wieder etwas mehr zusammen gewachsen, hatten trotz der hohen Intensität keinen einzigen Verletzten und auch die Tests waren sehr vielversprechend. Insofern können wir durchwegs ein positives Resümee ziehen.

 

Was sagen sie zu den zwei Testspielen gegen die Stuttgarter Kickers und die zweite Mannschaft von ZSKA Moskau?

Gegen die Deutschen waren wir in allen Belangen überlegen und haben aufgrund eines Chancenplus auch ich dieser Höhe verdient mit 3:0 gewonnen. Rade Djokic hat dabei mit zwei wunderschönen Tor seine ansteigende Form eindrucksvoll unterstrichen. Besonders freut mich, dass hinten endlich einmal die Null gestanden ist. Gleiches gilt für den zweiten Test gegen ZSKA Moskau II. Den Toren und auch vielen anderen guten Möglichkeiten sind teils wunderschöne Kombinationen vorausgegangen. Der Gegner war auf ähnlichem Niveau, hatte im Gegensatz zu uns aber keine zwei, drei Routiniers zur Verfügung. Trotzdem, fünf Treffer muss man gegen solch ein Team erst erzielen. Wir haben die Russen zu Fehlern gezwungen. Trotz der harten Woche waren wir sehr bissig, aggressiv und haben viel Initiative gezeigt. Wir können daher mit diesen beiden Spielen wirklich zufrieden sein. Da wir vor dem Ligaauftakt nur mehr einen internen Test gegen unsere U19 bestreiten, kam diesen Probeläufen auf Rasen auch in Blickrichtung Startelf dieses Mal eine besondere Bedeutung zu. Sicher werden noch einige Spieler wie beispielsweise Benjamin Sulimani oder Gabor Markus zu uns stoßen, allzu viel wird sich aber nicht mehr ändern.

 

Wie sehen sie die Entwicklung der neuen Youngsters bei den Amateuren und wie geht es mit ihnen weiter?

Im ersten halben Jahr haben sie die schwierige Umstellung vom Nachwuchs ins Profigeschäft hinter sich gebracht, die jeder individuell besser oder schlechter verkraftet. Dazu zählen neben einer anderen Drucksituation auch eine deutlich gestiegene Trainingsbelastung und die größere Konkurrenz. All diese Aspekte und noch einige andere wirken auf sie ein. Dieser Prozess erfordert Zeit und Geduld. Beides bekommen sie in einem vernünftigen Rahmen von uns. Auch die Schule oder der Präsenzdienst sind Gründe dafür, warum alle Jungprofis bei uns einen Zweijahresvertrag erhalten. Im ersten Jahr heißt es, sich anzupassen, dazuzulernen und sich zu etablieren, im zweiten Jahr erwarten wir dann aber auch entsprechende Leistungen.

 

Gemeinsam mit den Amateuren haben auch Austrias U19-Akademiker die Reise nach Belek angetreten. Im Nachhinein gesehen ein richtiger Schritt?
Auf alle Fälle, einige von ihnen dürften in naher Zukunft in die zweite Mannschaft aufrücken. Ich konnte mir während zahlreichen Trainingseinheiten ein noch besseres Bild von jedem einzelnen machen und auch das eine oder andere kurze Gespräch mit den Jungs führen. Darüber hinaus hatten einige von unseren Spielern, die in den Tests nicht zum Zug kamen, die Möglichkeit, dort gegen internationale Nachwuchsspitzenteams wie den FC Basel wertvolle Spielpraxis zu sammeln.


Wenn wir einen kleinen Rückblick auf die Herbstmeisterschaft machen. Wie sehen sie die erste Saisonhälfte?
Der Herbst war durchwachsen. Zu Beginn hatten wir große Schwierigkeiten, auch weil wir einmal mehr in Blickrichtung Ostliga außergewöhnlich viele, sehr junge Spieler in den Kader aufgenommen haben. Dazu kamen noch die Verletzungen von Rade Djokic und Kapitän Bernhard Muhr, die wir mangels anderen Routiniers kaum kompensieren konnten. Gegen Ende der Meisterschaft haben sich aber auch die Youngsters immer besser an das Liganiveau gewöhnt. Gute Leistungen wurden endlich auch mit Punkten belohnt. Diese Tatsache gibt sicher auch in Blickrichtung Ligastart Grund zur Hoffnung. Unser primäres Ziel, Akademiker ein- und aufzubauen verfolgen wir konsequent wie noch nie und dafür werden wir wie auch in der Vergangenheit die Früchte ernten.

 

 

Was sind die Ziele der Austria Amateure für das Frühjahr?

Wir wollen zunächst einmal unbedingt das Nachtragsspiel gegen Gratkorn gewinnen, um unser Halbjahresziel, über dem Strich zu überwintern, im Nachhinein noch erreichen zu können. Zumindest diese Position soll auch bis zu Saisonende verteidigt werden, wobei wir uns insgesamt doch noch weiter nach oben orientieren wollen. Unser Ziel ist, den einen oder anderen ganz starken Gegner zu überraschen und gegen gleichwertige Teams zu punkten.

 

Wie sind sie mit der gesamten Vorbereitung seit Anfang Jänner zufrieden?

Die Mannschaft hat gut mitgezogen, das Engagement hat gepasst. In fast allen übrigen Tests haben Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten und zuletzt auch vermehrt die spielerischen Elemente  gestimmt. Vorrangiges Ziel ist es, die manchmal leichtfertigen Fehler, die bei solch jungen Teams passieren, möglichst schnell und effektiv zu minimieren, um gute Leistungen durch solche Konzentrationsfehler nicht leichtfertig zu Nichte zu machen.

 

Wird im Sommer wieder der eine oder andere Amateur das Zeug für die Kampfmannschaft haben?

Wir haben einmal mehr zwei drei Kandidaten. Marin Leovac hat bereits im Herbst ein Ausrufezeichen gesetzt und sich  verdient, im Kader der Kampfmannschaft zu stehen. Heinz Lindner hat vergangenes Wochenende in der Bundesliga gegen Kapfenberg seine Feuertaufe gefeiert, nachdem er gemeinsam mit Gabor Markus bereits die komplette Vorbereitung mit der Kampfmannschaft absolvierte. Ihre Weiterentwicklung macht uns wirklich sehr viel Freude. Markus beispielsweise muss sich aber jetzt erst einmal bei den Amateuren etablieren. Abgesehen davon, gibt es natürlich noch andere Kandidaten, die bei entsprechender Leistung in der ADEG-Ersten-Liga im Sommer ein Thema für ein Kampfmannschafts-Trainingslager oder den Kader von Trainer Karl Daxbacher sein könnten.

 

Ein paar Worte zur Personalie Ivica Vastic, der, wie vor kurzem offiziell verlautbart, einen Dreijahresvertrag als Trainer bei den Austria Amateuren unterschrieben hat.

Ich möchte mich eigentlich jetzt vorrangig auf die anstehende Frühjahrssaison konzentrieren. Daher nur ein paar Worte zu dieser Verpflichtung vorab. Zum einem möchte ich festhalten, dass unser Trainer derzeit Hans Dihanich heißt und mit dieser Situation, wie nicht anders zu erwarten, höchst professionell umgeht. Zum anderen ist der Wiener Austria mit der Verpflichtung von Ivica Vastic ein echter Coup gelungen. Er ist einer der besten Spieler der letzten zehn Jahre in der Bundesliga und im Nationalteam gewesen, der mit seiner professionellen Einstellung jedem Youngster ein absolutes Vorbild und gleichzeitig Ansporn sein muss. Ivo macht in Waidhofen, das sich bekanntlich in der Ostliga die Winterkrone holte, einen sehr guten Job. Trainer Karl Daxbacher und ich kennen und schätzen ihn aus unserer Zeit beim LASK. Mehr dazu wird es von uns erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

 

Wie geht es mit den Austria Amateuren, die kommende Saison in der  Ostliga spielen werden, weiter?

Gleich vorweg, die bestehenden professionellen Rahmenbedingungen werden auch für die Regionalliga Ost beibehalten. Allein schon deshalb, weil sonst unser gesamtes Akademie-Projekt und unsere Perspektivspieler ihrer nächsten Plattform beraubt werden würden. Darüber hinaus agieren auch die ersten fünf, sechs Mannschaften dort  absolut auf dem Niveau der Klubs aus der ADEG-Ersten-Liga. Sportlich gesehen ist es also kein Rückschritt. Die langen Fahrtwege, vor allem nach Westösterreich, entfallen künftig, was viel Zeit, Kraft und logistischen Aufwand und damit auch finanzielle Mittel spart.


Erwarten sie, dass auch aus der Regionalliga Ost ähnlich viele Spieler den Sprung in die Kampfmannschaft schaffen?

Der Output an neuen Kaderspielern für die erste Mannschaft wird sich nicht verringern, wie die Beispiele Sturm Graz, Rapid oder auch Admira zeigen. Die Ostliga ist eine sehr gute Plattform für junge Talente. Mit einem Altersschnitt von nur mehr knapp über 20 Jahren sind wir in der ADEG-Ersten-Liga einmal mehr klar die jüngste Mannschaft. Die Planungen gehen sogar in die Richtung, das Durchschnittsalter noch einmal deutlich zu senken. Ich erwarte mir, dass wir uns in der Regionalliga Ost im oberen Drittel der Tabelle positionieren werden. Diesen Anspruch, müssen wir als Wiener Austria einfach haben.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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