11.02.2010, 09:31 Uhr

AMA-MASSEURE KRUCKENFELLNER & RABL: SECHS KREUZBANDRISSE FÜR EIN HALLELUJA

AMA-Masseure Kruckenfellner & Rabl: Sechs Kreuzbandrisse für ein Halleluja

Um eventuelle Miss-Interpretationen des Titels gleich zu entkräften: Die Austria Amateure erfreuen sich im türkischen Belek auch nach sechs Tagen intensivstem Trainingslager bester Gesundheit. Auch nach dem ersten Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers am Dienstag gab es keinen einzigen Verletzten in den Reihen der Dihanich-Truppe.

 

Alleine beim Wort Kreuzbandriss, bekommt jeder Fußballer bekanntlich schon ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Eine Situation, die die beiden neuen Masseure bei den Austria Amateuren nur allzu gut kennen. Gemeinsam bringt es das Duo Hermann Kruckenfellner und Gerald Rabl auf nicht weniger als sechs Kreuzbandrisse, natürlich brüderlich geteilt.

 

Vielleicht ein Mitgrund dafür, warum es bei „Heri“ und „Geri“ nicht ganz zur Profikarriere gereicht hat. Umgekehrt aber vielleicht auch eine Fügung des Schicksals, fanden sie doch unter anderem dadurch zu ihrer, wie sie beide selbst unterstreichen, „wahren Berufung“.

 

 

 

Rabl feiert im kommenden Jahr bereits sein zehnjähriges Jubiläum in Violett. Seit 2001, als die mittlerweile gestandenen Bundesliga-Spieler Florian Metz, Andi Ulmer oder Christoph Saurer ihre Ausbildung in der Akademie in Hollabrunn begannen, war der stets gutgelaunte Masseur in der Kaderschmiede tätig. Daher kennt er auch fast alle seine heutigen Patienten wie aus der Westentasche. Bei seinem Heimatverein im nahen Großweikersdorf, gab er lange Jahre einen beinharten Sechser. Heute ist er beim Gebietsligisten nebenberuflich sportlicher Leiter.

 

Noch unter Willy Dungl persönlich absolvierte er die hochangesehene Masseurs-Ausbildung in Gars am Kamp, eher er in Hollabrunn anheuerte und in weiterer Folge nun die violetten Amateure betreut. „Im Nachhinein gesehen war es für mich die goldrichtige Entscheidung. Ich arbeite unheimlich gern mit Menschen und habe daher auch als bekannter Spaßvogel viel Freude dabei.“

 

Nur auf den ersten Blick ähnelt sein Werdegang jenem von Hermann Kruckenfellner, der es bei Wienerfeld immerhin bis in die Wienerliga schaffte. „Eines Tages habe ich den Entschluss gefasst, nach fünfzehn Jahren in der Telekombranche etwas ganz anderes zu machen.“ Gesagt getan, sattelte er nach ersten Gehversuchen bei Leobendorf komplett um und absolvierte die Sportmasseur-Ausbildung.

 

 

 

 

Über Austria-Arzt Dr. Alexander Mildner, mit dem er auch weiterhin zusammenarbeitet, fand er bereits 2006 erstmals den Weg zur Wiener Austria, als er den verletzungsbedingt gehandicapten Kampfmannschafts-Therapeuten Christoph Ogris für einige Monate vertrat. Sein neuerliches Comeback in Violett war daher fast nur eine Frage der Zeit. Und das, obwohl der geborene Wiener in Hütteldorf aufwuchs, ohne allerdings jemals besondere Sympathien für den Stadtrivalen der Veilchen zu empfinden.

 

Ihre Wege kreuzten sich während der therapeutischen Aus- und Weiterbildung bereits einige Male und vielleicht fühlt sich das Masseurs-Duo auch deswegen schon  nach den ersten Monaten bei den Amateuren pudelwohl und geht in seiner Tätigkeit sichtlich auf. Gerade nach den ersten Trainingstagen im türkischen Belek herrscht in ihrem Masseurs-Zimmer Hochbetrieb. „Zum Glück gibt es überhaupt keine gröberen Geschichten, wir klopfen auf Holz“, freut sich Rabl.

 

 

 

Genug zu behandeln gibt es trotzdem, denn die Verhärtungen, Schläge und Schwellungen, Blasen oder der ein oder andere kleine Infekt steigern sich gegen Ende des Trainingslagers immer mehr. Abgesehen von den Trainingsvorbereitungen (Tapes, etc.) wird Vormittags, Nachmittags und oft bis nach neun Uhr am Abend fleißig massiert, um die kleineren Wehwehchen zu versorgen.

 

Dabei gibt es natürlich von ihnen auch Unterstützung der anderen Art, haben beide doch stets ein offenes Ohr für ihre Schützlinge: „In erster Linie rennt bei uns der Schmäh, aber natürlich wird auch viel gesprochen und diskutiert. Die eine oder andere Sorge können wir so vielleicht doch zerstreuen“, hofft Rabl. Ähnlich sieht das auch Kruckenfellner: „Es ist ein ganz eigenes Vertrauensverhältnis, bei dem es das nötige Fingerspitzengefühl zu wahren heißt. Wahrscheinlich wissen wir mehr als manch andere in dem ganzen Betrieb, aber das ist bei uns auch gut aufgehoben“, schmunzelt der großgewachsene Masseur.

 

Zeit genug wird es dafür wohl auch in den kommenden Tagen sicher genug geben. Bereits heute steht das zweite Testmatch gegen die Amateure vom russischen Spitzenklub ZSKA Moskau am Programm (11:30 Uhr). Danach folgt am Nachmittag noch eine lockere Einheit. Auch vor dem Rückflug am Freitagabend und dem verdienten freien Wochenende wird noch ein letztes Mal bei angenehmen 15 Grad trainiert, ehe es zurück Richtung Österreich geht.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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