05.10.2010, 13:45 Uhr

ALEXANDER GORGON MACHT DEN ANFANG

Alexander Gorgon macht den Anfang

Es war die 83. Minute des Spiels gegen Sturm Graz, die Alexander Gorgon wohl noch länger in Erinnerung behalten dürfte, war es doch sein erster Kurzeinsatz überhaupt in der österreichischen Bundesliga. „Diese wichtige Erfahrung nimmt mir niemand mehr, der Anfang ist gemacht. Einige Ballkontakte, ein Kopfball aufs Tor und dann war das Spiel leider auch schon wieder vorbei“, resümiert der Youngster, der nach einer fast zweijährigen Verletzungspause erst im vergangenen Winter bei den Amateuren wieder Fuß fassen konnte, trocken.

 

Vor den Augen seines Vaters, der seinerzeit selbst Profifußballer war, verdiente sich der 22-Jährigen also seine ersten Sporen in der Kampfmannschaft, bei der er auch am Dienstag-Nachmittag mit trainieren wird. „Dario Tadic und ich sind diesmal oben dabei. Die Nationalteamspieler fehlen und so haben wir die Möglichkeit, uns zu bewähren.“

 

Seine Rolle am Sprung von den Amateuren in die Einsergarnitur bei der Wiener Austria schätzt der gebürtige Wiener, der seit jüngster Kindheit für Violett die Schuhe schnürt, realistisch ein: „Wenn jemand ausfällt, dann bin ich mit einigen anderen ein Kandidat für die Erste. Damit kann ich aber im Moment auch sehr gut leben, im Winter möchte ich mich dann aber wirklich dauerhaft für höhere Aufgaben empfehlen.“

 

„Gogo“ absolviert also derzeit bei beiden Mannschaften abwechselnd seine Einheiten und kann anhand des direkten Vergleichs wohl am leichtesten die Unterschiede sehen: „Die Qualität der Spieler an sich ist anders. Wir reden hier von gestandenen Bundesligaprofis. Es herrscht eine andere Intensität. Hier ranzukommen ist ein normaler Anpassungsprozess.“

 

Im Cup-Spiel gegen Rapid vor wenigen Wochen machte Gorgon ähnliche Erfahrungen: „Sie hatten schon verdammt viel Luft. Die höhere Substanz und vor allem das spielerische Level sind für mich die größten Unterschiede, die zu spüren waren. In der Ostliga agieren wir, gegen Rapid konnten wir nach einer starken ersten Hälfte zunehmend nur mehr reagieren. Es muss aber auch einen anderes Niveau herrschen, insofern können wir schon etwas stolz sein, Rapid über 120 Minuten gefordert zu haben.“

 

Sein Mittelhandknochenbruch, mit dem er dank einer Manschette auch die letzten Spiele bestreiten konnte, ist bereits zur Hälfte verheilt. Der Ansporn, sich auch unter Karl Daxbacher einen Namen zu machen, ist aber nicht nur deshalb dieser Tage besonders groß: „Ich bin jetzt in einer entscheidenden Phase meiner Karriere, jetzt heißt es nicht nachzulassen und alles zu geben.“

 

Gleiches gilt für ihn aber auch in den verbleibenden Spielen der Regionalliga Ost: „Ein Drittel der Meisterschaft ist absolviert und wir sind ganz vorne dabei. Bleiben wir auswärts in Ritzing und gegen die Amateure von Mattersburg ungeschlagen, ist selbst die Winterkrone nicht mehr utopisch.“

 

Größenwahn herrscht für ihn aber auch in der dritten Spielklasse nicht: „Wir haben uns wirklich etabliert und konnten auch gegen die vermeintlich Großen meist mehr als nur mithalten. Unser Kader ist breit und ausgeglichen, daher konnten wir bisher auch Verletzungen von ganz wichtigen Spielern wie unserem Kapitän Christoph Freitag, Michael Novak oder Martin Teurezbacher gut kompensieren. Auch hier heißt es, konzentriert weiterzuarbeiten, dann ist alles drin!“

 

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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