10.12.2009, 15:21 Uhr

ZUHAUSE IN GRAZ UND DOCH NICHT DAHEIM…

Zuhause in Graz und doch nicht daheim…

Für den Großteil der Mannschaft ist das letzte Bundesliga-Spiel vor der Weihnachtspause bei Sturm Graz schon aufgrund der Brisanz des Duells mit dem Tabellennachbarn etwas Besonderes. Für Thomas Krammer ist es aber schon gar keine Partie wie jede andere. Insgesamt zehn Jahre verbrachte er im Sturm-Trikot, ehe er im Sommer 2008 mit dem Wechsel zur Wiener Austria die nächste Stufe in seiner Karriereleiter erklommen hatte. Am Sonntag kehrt der 26jährige an seine alte Wirkungsstätte zurück.

 

Obwohl es nicht sein erstes Comeback in seinem ehemaligen Wohnzimmer sein wird, ist es „immer wieder etwas Außergewöhnliches“, sagt Krammer, der viele schöne Jahre und Momente an der Mur verbracht hat. Wie immer, dürfte ihn auch diesmal ein „herzlicher“ Empfang erwarten. Nur bei der bloßen Nennung seines Namen durch den Stadionsprecher wird es wieder ein gellendes Pfeifkonzert in der UPC-Arena geben.

 

Krammers Gedanken dazu: „Am Anfang war ich schockiert, heute denke ich mir, dass ich wohl irgend etwas richtig gemacht haben muss, denn grundlos würden sie mich nicht hassen.“ Zugleich bringt er aber Verständnis für den Unmut der Sturm-Anhänger auf: „Ein Wechsel nach Wien ist für die Grazer eine Sünde.“

 

Zuletzt haben die Blackies gegen Meister Salzburg zwar 0:0 gespielt, aber davor eine kleine Talsohle durchschritten. „Ich wünsche dem Klub nur das Beste, aber erst nach unserem Spiel am Sonntag“, so Krammer, der noch immer „sehr guten Kontakt“ zu einigen früheren Mitspielern pflegt. Doch darauf „kann und will er keine Rücksicht nehmen. Da werde ich die Freundschaften ausblenden und mich ausschließlich auf den Erfolg mit der Austria konzentrieren.“

 

In der Bundesliga hat es der gebürtige Steirer heuer erst auf drei Einsätze gebracht, am vergangenen Sonntag beim 2:0-Sieg in Ried war er erstmals von Beginn an dabei. „Diese 90 Minuten waren der positive Wahnsinn für mich. Ich habe in Ried noch nie in meiner Karriere gewonnen, das hebt den Erfolg auf eine noch höhere Stufe.“ Mit seiner starken Leistung hat er das Vertrauen des Trainers bestimmt gerechtfertigt, in Graz will er versuchen, weiterhin das Beste aus der für ihn etwas glücklichen Situation (Standfest und Sulimani verletzt) rauszuholen.

 

Vor Sturm warnt er: „Sie sind angeschossen und deswegen extra gefährlich. Zudem haben sie offensiv ihre Qualitäten, den Teamkeeper im Tor und wie ich Franco Foda kenne, wird er sie perfekt auf uns einstellen.“ Das wird er auch schon in der Vergangenheit gemacht haben, der letzte Heimsieg von Sturm über uns liegt aber schon mehr als drei Jahre zurück (1:0 am 19.08.2006).

 

Krammer: „Uns ist es immer gelungen, im richtigen Moment zuzuschlagen. Das werden sie auch im Hinterkopf haben. Zudem könnten wir mit einem Sieg einen netten Polster auf sie herausarbeiten und würden an der Spitze dranbleiben.“ Zwei Fliegen mit einer Klappe - perfekt!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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