30.12.2009, 08:00 Uhr

THOMAS PARITS TEIL II: "IM FRÜHJAHR IST NOCH ALLES MÖGLICH!"

Thomas Parits Teil II: "Im Frühjahr ist noch alles möglich!"

Im zweiten Teil des schon fast traditionellen Jahresabschlussinterviews mit www.fk-austria.at spricht Austrias AG-Vorstand Thomas Parits über die wenigen Schattenseiten im Herbst, infrastrukturelle Quantensprünge, die großen Erwartungen an die kommende Vorbereitung sowie das Frühjahr und eine hoch verdiente Verschnaufpause für sich und die Mannschaft.


Welche Erwartungen setzten sie in die kommende Wintervorbereitung?

Den Kern bildet einmal mehr unser langes Trainingslager im spanischen Marbella. Wir werden dort wieder perfekte Bedingungen vorfinden. Jetzt sollen einmal alle drei Wochen kräftig durchpusten und Luft holen. Ab dem ersten Trainingstag erwarte ich mir dafür von den Spielern, dass sie wieder voll da sind und jeder einzelne individuell an seinen Schwächen arbeitet. Nur so können wir auch im Kollektiv den nächsten Schritt machen. Wie wichtig eine volle Vorbereitung ist, hat man bei Mamadou Diabang gesehen. Er war in diesem Herbst im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr wiederzuerkennen. Er arbeitet jetzt unheimlich viel und hat alle konditionellen Defizite aufgeholt. Genau das erwarte ich mir jetzt auch von Schumacher. Er ist ohne Sommervorbereitung eingestiegen und kannte die Mannschaft nicht. Diese Ausrede gilt am dem Frühjahr nicht mehr. Er muss jetzt hart an seiner Fitness arbeiten, damit er sein großes Potential endlich auch auf dem Platz umsetzen kann.

Wie sehen sie die bisherige Saison bei den Austria Amateuren?

Dass eine Mannschaft, die zu zwei Drittel aus unserer erfolgreichen U19-Mannschaft besteht, nicht von Beginn weg alles zerreißen wird, war klar. Im letzten Saisondrittel haben sie sich aber schon an das höhere Level in der zweiten österreichischen Spielklasse gewöhnt, sich konsolidiert und auch die entsprechenden Ergebnisse eingefahren. Ziel und Zweck der Amateure bleibt es, Spieler an die Kampfmannschaft heranzuführen. Marin Leovac, der in dieser Saison zum Teil noch in der zweiten Liga zum Einsatz kam, ist ein gutes Beispiel. Er wurde behutsam vorbereitet und war beim seinem Kampfmannschaftsdebüt bei Werder Bremen gleich voll da. Genau diese Chance wird jeder bekommen, der sich von unten mit Leistung aufdrängt.

 

Auch infrastrukturell bleibt rund um das Horr-Stadion weiterhin kein Stein auf dem anderen.
Die Osttribüne steht schon etwas mehr als ein Jahr. Seit einigen Monaten haben auch Gastronomie und Fanshop geöffnet und mit dem neuen Austria-Museum, das schon über 1.000 Besucher empfangen durfte, konnten wir neben vielen anderen Adaptierungen einen weiteren wichtigen Meilenstein setzen. Die Modernisierung im und um das Stadion geht zudem weiter. Mit der Übersiedelung der Geschäftsstelle in das ehemalige Haus des Wiener Verbandes hinter der Nordtribüne werden die VIP-Räumlichkeiten in der Südtribüne um eine gesamte Stadionebene ausgeweitet. Der Komfort wird dadurch noch einmal deutlich erhöht. Durch den Umzug des Wiener Verbandes ins Happel-Stadion sind auch die Trainingsbedingungen deutlich verbessert worden. Insgesamt werden wir ab dem Frühjahr für alle Mannschaften auf zehn Trainingsplätze zurückgreifen können. Mit eingerechnet ist hier auch unsere neue Akademie, die samt moderner Trainingshalle im Frühjahr ihre Pforten öffnen wird. Ab diesem Zeitpunkt braucht unser Nachwuchs auch infrastrukturell  keinen internationalen Vergleich mehr zu scheuen.

 

Bei allen positiven Entwicklungen heißt Bilanz ziehen auch immer die möglichen Schattenseiten zu beleuchten.

Das Positive hat auch in diesem Jahr klar überwogen, einige Dinge haben trotzdem sehr geschmerzt. Dazu zählt neben den unerfreulichen Vorkommnissen im Europa League-Heimspiel gegen Bilbao vor allem der Zwangsabstieg der Austria Amateure aus der ADEG-Ersten-Liga. Wir werden uns dadurch zwar nicht auf unserem Weg beirren lassen, ein kleiner Rückschlag war es trotzdem. Dem Nachwuchsfußball in Österreich wurde damit eine wichtige Plattform genommen, soviel ist fix. Als drittes ist an dieser Stelle klar der langfristige Ausfall unseres Paradesturms Rubin Okotie und Tomas Jun zu nennen. Sie haben bis  zu ihren schweren Verletzungen fast nach Belieben getroffen. Mit diesem Angriffsduo im Talon würden wir vermutlich noch weiter vorne in der Tabelle zu finden sein.

 

Beide sollten im Verlauf der Frühjahrsmeisterschaft bei gutem Heilungsverlauf wieder in die Mannschaft zurückkehren. Wenn man diese Tatsache in Betracht zieht, was ist noch möglich und welche Ziele setzt sich die Wiener Austria?

Von der Klasse können wir sicher mit Salzburg, Rapid und Sturm Graz mithalten. In den direkten Duellen mit diesen anderen potentiellen Titelanwärtern haben wir, von einem unglücklichen Derby abgesehen, durchwegs Top-Partien abgeliefert und so viele Punkte geholt, wie keine andere Mannschaft. Wir beginnen mit zwei Heimspielen gegen Kapfenberg und Kärnten, Rapid beispielsweise, muss zwei Mal auswärts spielen. Mit der Drei-Punkte-Regel kann es verdammt schnell gehen. Wenn es gut für uns läuft, ist alles möglich.

 

Wie sehr freut sich Thomas Parits auf die Ruhepause rund um den Jahreswechsel?

Die gut zwei Wochen Pausen rund um Weihnachten und Silvester haben wir uns nach diesem intensiven Herbst alle verdient. Mir geht es gut, aber  etwas Ruhe und Besinnlichkeit kommen wirklich gerade recht. Ausspannen und Kräfte sammeln ist angesagt, damit auch ich frisch gestärkt und mit neuem Elan in die Vorbereitung starten kann!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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