29.12.2009, 12:00 Uhr

THOMAS PARITS TEIL I: "UNSER HERBST KANN SICH SEHEN LASSEN!"

Thomas Parits Teil I: "Unser Herbst kann sich sehen lassen!"

Im ersten Teil des schon fast traditionellen Jahresabschlussinterviews mit www.fk-austria.at spricht Austrias AG-Vorstand Thomas Parits über einen gelungenen Herbst, die Fortschritte der violetten Youngsters, einen gewandelten Kapitän Milenko Acimovic und mögliche Transfers in der Winterpause.

 

Die Herbstsaison ist Geschichte. Wie sieht ihre Bilanz aus?

Ich bin wirklich sehr zufrieden. Wir haben im Sommer neun neue Spieler geholt, die sich sensationell schnell ins Team integriert haben. Die Mannschaft hat im Vergleich zum Vorjahr einen weiteren großen Schritt gemacht. Spielerisch sind wir deutlich stärker geworden und wie die vergangenen Matches gezeigt haben, passt nun auch der zweite Anzug deutlich besser. Die Dichte ist höher, auch weil viele junge, hungrige Spieler nachdrängen und den Routiniers ordentlich Dampf machen. In der Meisterschaft haben wir mit mehr Punkten als vergangenes Jahr abgeschlossen. Wir liegen mit Respektabstand auf einem Europacup-Startplatz und auch der Kontakt zur Spitze ist da, weil wir wie schon in der vergangenen Saison ein starkes Finish hingelegt haben. Es wurden sieben von neun möglichen Zählern  geholt, obwohl wir bei bekannt heimstarken Teams wie Ried oder Sturm antreten mussten.

 

Auch im Europacup haben die Veilchen teilweise starke Leistungen gezeigt.

Wir haben uns international über weite Strecken sehr gut verkauft. Das Ziel, die Qualifikation für die Gruppenphase, das wir uns vor der Saison gesteckt haben, wurde erreicht. Im Vorfeld wurden Novi Sad und Metalurg Donzek mit kämpferischen  aber auch spielerischen Topleistungen eliminiert. Das Publikum hatte daran ebenfalls großen Anteil und hat diese starken Vorstellungen in der Folge honoriert. Unsere Europa League-Spiele im Horr-Stadion waren innerhalb weniger Tage restlos ausverkauft. So etwas gab es bisher noch nicht. In der Gruppenphase selbst war das Glück nicht mehr auf unserer Seite. Es hat mit dem verschossenen Elfmeter von Milenko Acimovic gegen Nacional Funchal angefangen und sich mit schlussendlich sieben krassen und vor allem direkt torentscheidenden Fehlpfiffen der Schiedsrichter wie ein roter Faden durchgezogen. Sportlich haben wir trotzdem aufgezeigt. Werder Bremen wurde von uns zum Beispiel sowohl zu Hause als auch in Deutschland an den Rande einer Niederlage gedrängt. Es waren wunderbare Erfahrungen, die nur von den unschönen Szenen gegen Athletic Bilbao etwas getrübt wurden. Was bleibt, ist aber vor allem, dass das Team  und hier insbesondere unsere Youngsters, viele wertvolle Erfahrungen sammeln konnte und dadurch weiter gereift ist.

 

Wie sehen sie die Entwicklung der jungen Spieler?

Sie haben sich fast durchwegs sehr positiv weiterentwickelt. Aleksandar Dragovic hat sich mit 19 Jahren einen Fixplatz im Nationalteam erkämpft, Rubin Okotie war bis zu seiner Verletzung ebenfalls fix dabei. Julian Baumgartlinger hat es innerhalb weniger Monate vom Reservisten in München bis zum Teamspieler geschafft, auch Zlatko Junuzovic ist nach seiner Verletzung wieder im Kader der Nationalmannschaft. Florian Klein wurde einberufen und Markus Suttner war erstmals auf Abruf. All diese Beispiele zeigen, dass wir gut arbeiten.

 

Welchen Anteil hat das Trainerteam daran und an der sportlich positiven Entwicklung der Wiener Austria?

Definitiv einen großen - Karl Daxbacher forciert bei uns die jungen Spieler und leistet auch sonst exzellente Arbeit. Der Druck für ihn war seit seiner Verpflichtung vor eineinhalb Jahren deutlich höher als noch beim LASK. Dort konnte er überraschen, bei uns wurde vom ersten Spiel weg Leistung und Resultate gefordert und das, obwohl die Rahmenbedingungen mit der Loslösung von Betriebsführer Magna keine leichten war. Die Spielerfluktuation war groß und auch zu Beginn dieser Saison kamen viele Neue dazu. Zum zweiten Mal ist es ihm mit dem Trainerteam gelungen, eine Mannschaft zu formen, die über weite Strecken attraktiven Fußball geboten hat.

 

Einer, der dabei besonders herausstach, war zweifellos Milenko Acimovic.

Als Kapitän übernimmt Milenko jetzt sichtbar noch mehr Verantwortung. Über seinen fußballerischen Fähigkeiten brauche ich ja nicht sprechen. Jeder weiß, dass er wahrscheinlich der technisch beste Spieler der gesamten Bundesliga ist. Als Leithammel geht er noch mehr als bisher mit gutem Beispiel voran. In kaum einem Spiel hat er sich hängen lassen, selbst in der letzten Meisterschaftspartie in Graz hat Milenko sehr viele Kilometer gemacht und wichtige Akzente gesetzt. Unlängst meinte er zu mir, dass es ihm in dieser talentierten Truppe unheimlich viel Spaß und Freude macht. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden einzelnen weiter zu bringen. Acimovic wächst immer mehr in seine Vorbildrolle hinein und ist für uns so wertvoll wie nie. Ich würde es ihm wünschen, dass er mit Slowenien trotz seines Teamrücktritts vor zwei Jahren zur Weltmeisterschaft in Südafrika fährt. Auf solch einen Klassespieler zu verzichten, wäre fast fahrlässig.

 

Wird die Austria in der Winterpause am Transfermarkt aktiv werden?

Bei ein, zwei Akteuren gibt es eventuell den Wunsch nach einer sportlichen Veränderung. Kommen wir hier zusammen und verlässt ein Spieler die Wiener Austria, werden wir mitunter Ersatz holen. Ansonsten sind keine Neuverpflichtungen geplant.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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