04.03.2009, 15:41 Uhr

SUN XIANG, DER AUSTRIA-KONFUZIUS!

Sun Xiang, der Austria-Konfuzius!

Die knusprige Ente wird Sun Xiang heute besonders gut schmecken. Gemeinsam mit Freunden geht er heute Abend aus, wird sein Traumtor bei einem Essen allerdings nur sehr kurz feiern, denn für ihn ist sein erstes und zugleich „most important goal“ nur eine nette Anekdote in seiner violetten Geschichte, in der er noch gerne einige Kapitel schreiben würde.

 

Unser China-Kracher ist endlich angekommen, knallte sich mit seinem Hammer-Freistoß und den bärenstarken Nerven beim Elfmeterschießen, wo er als Letzter antreten musste, in die Herzen der violetten Familie. Statt Fasten- ist jetzt Festzeit angesagt, zugleich sollte der Erfolg über den Aufstieg in das Cup-Halbfinale der gesamten Austria einen kräftigen Schub nach vorne geben.

 

Bei Violett ist immer eine gewisse Drucksituation. In Wien wirst du am Erfolg und Titeln gemessen, das ist (fast) ehernes Gesetz. Bei der Austria ist man dieses Verlangen nach Erfolg gewöhnt, und es gibt auch heuer mit dem Cup die große Möglichkeit, eine Trophäe für das Museum zu ergattern, das demnächst seine Pforten öffnen wird. Der „Held der Stunde“ nach dem Pokalfight in Graz ist Sun Xiang. Seit Juni ist der 29jährige mittlerweile bei den Violetten unter Vertrag, hat aufgrund von einigen Verletzungen aber noch keinen Stammplatz erobern können. „Nicht nur die Kultur, auch das Tempo ist hier ganz anders als in China, es wird viel körperbetonter gespielt“, berichtet er.

 

Im Reich der Mitte wird alles, was er anstellt, sofort zum riesigen Thema. Da er auf Schritt und Tritt von Medien beobachtet wird, verbreitete sich auch die Nachricht von seinem Supertor wie ein Lauffeuer in der Heimat. Als er am Mittwoch Morgen sein chinesisches Handy audfrehte, waren bereits reihenweise SMS und Mobilbox-Nachrichten eingetrudelt. Jetzt ist er noch mehr eine Berühmtheit, denn „es war nicht nur mein erstes Tor für die Austria, es war überhaupt mein erstes in Europa“, kommentiert er stolz.

 

Zu seiner Zukunft sagt der „Freekick-King“: „Ich habe mich schon nach den ersten Stunden in diese Stadt und den Klub verliebt. Ich habe zurzeit zwar keinen Stammplatz, kann mit dieser Situation aber gut umgehen, weil ich kein junger Spieler mehr bin und versuche, mich davon nicht beeinflussen zu lassen. Ich bereite mich auf jede Partie so vor, damit ich zu hundert Prozent alles für Austria Wien geben kann.“

 

In China gilt Konfuzius, der Edle, als Ideal. Laut Wikipedia „ein moralisch einwandfreier Mensch“. Wie Sun Xiang. Seine ständig positive Einstellung ist beeindruckend, bringt ihm auch innerhalb der Mannschaft große Sympathien ein. Es gibt niemanden, der dem lustigen Linksfuss nicht diese Entwicklung gönnt, auch ihm selber ist Neid ein völliges Fremdwort. „Fußball ist sehr komplex. Es muss alles zusammen passen, damit man spielt. Ich war lange verletzt, jetzt bin ich wieder gesund und warte auf meine Chance. Das Tor hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, aber das Wohl der Mannschaft ist wichtiger.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 12 28
2. FC Red Bull Salzburg 12 25
3. SK Rapid Wien 12 22
4. FK Austria Wien 12 18
5. FC Flyeralarm Admira 12 18
6. LASK 12 16
7. CASHPOINT SCR Altach 12 16
8. RZ Pellets WAC 12 12
9. SV Mattersburg 12 7
10. SKN St. Pölten 12 2
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