16.01.2009, 09:27 Uhr

STANDFEST: „WIR KÖNNEN EINE GUTE ROLLE SPIELEN“

Standfest: „Wir können eine gute Rolle spielen“

Die schwarze Serie der Verletzungen beim FK Austria geht weiter, Donnerstag Abend erwischte es den Busfahrer der Veilchen. Gerhard Kolar rutschte zuhause aus, brach sich beim Sturz die Hand, er wird in den kommenden vier Wochen nicht am Lenkrad des violetten Straßenkreuzers sitzen. Viel bessere Nachrichten gibt es dagegen von Joachim Standfest. Der Dauerläufer der Austria ist nach seinem Bändereinriss im rechten Sprunggelenk auf einem sensationellen Weg zurück, er hat bereits seinen ersten Ausdauerlauf hinter sich. Zwar mit einem in allen Farben schimmernden Knöchel, der aber – gut einbandagiert von unseren Masseuren – der Belastung perfekt standhält. Knapp eine Woche vor dem Trainingslager in Marbella liefert uns der Teamspieler ein paar Einblicke und formuliert seine Ambitionen für die zweite Saisonhälfte.

Du machst einen zufriedenen Eindruck, bist trotz der in Prag erlittenen Verletzung offensichtlich schon wieder bester Dinge?
„Es geht mir viel besser, als man das nach diesem brutalen Pressball annehmen konnte. Neben Massagen und diversen Strombehandlungen habe ich schon wieder meine Runden mit Laufschuhen gedreht, kann auch mit der Mannschaft alles außer den Ballübungen machen.“

Eine Wunderheilung?
„Nein, aber bei mir geht es generell immer sehr schnell. Bislang hatte ich nur eine gröbere Verletzung und das war 2005 ein Syndesmoseband-Einriss. Ich hatte vier Wochen Gips, danach ging es flott zurück ins Training.“

Du scheinst eine Roßnatur zu sein, in der Zeit der Vorbereitung sicher kein Nachteil.
„Die Vorbereitung ist immer etwas mühsam, weil man auch ohne Ball arbeiten muss. Das macht das Training langweiliger als sonst, ist aber klarerweise notwendig. Ich freue mich schon auf Spanien, dort wird tolles Wetter sein, saftige Rasenplätze und viel Training mit Ball. Von dem her habe ich mit der Verletzung noch Glück im Unglück gehabt, weil wir erst dort das Fußballerische forcieren werden.“

Deine angestammte Position ist rechts in der Viererkette. An und für sich kein Problem, aber vor dir wird ständig gewchselt, spielt einmal Thomas Krammer, einmal Emin Sulimani. Ist es schwer, sich auf diesen permanenten Wechsel einzustellen?
„Jetzt nicht mehr, im Vorjahr war es viel ärger. Da haben Mair, Aigner oder Sulimani gespielt, zwischendurch sogar ich und Ertl oder Troyansky hinter mir. Heuer muss ich mich nur auf zwei Spieler einstellen. Beim GAK war das aber auch nicht anders.“

 

Wenn Du nochmal auf den Sommer zurückblickst, was ist von der EURO geblieben?
„Wir haben einen großartigen Event erlebt, ich bin froh, dass ich da dabei war. Zugleich ist es frustrierend, dass wir eine riesige Chance vergeben haben. Gegen Kroatien hätten wir ein Remis erreichen können, gegen Polen hätten wir schon zur Pause 4:0 führen können. Das wäre das Viertelfinale gewesen. Jeder wäre zufrieden und mit der Euphorie hätte alles passieren können. Schade, wir sind an der Cleverness und Erfahrung gescheitert.“

Was ist von der Herbstsaison der Austria in Erinnerung?
„In der Tabelle stehen wir dort, wo ich es erhofft habe. Wir sind an der Spitze dran, haben sogar etwas mehr Punkte gemacht als ich mir das im Sommer vorgestellt habe. Die Mannschaft musste wieder umgebaut werden, ein neuer Trainer, das ist nie einfach. Wir haben das sehr gut gemeistert. Bitter war nur, dass wir unseren Hänger genau in jener Phase hatten, in der es gegen die direkten Konkurrenten gegangen ist. Ein Loch hatte jedes Team, uns hat es leider gegen Sturm und Salzburg erwischt.“

Wie sehen Deine Ziele fürs Frühjahr aus?
„Ähnlich wie im Vorjahr. Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben und einen guten Start erwischen, können wir eine gute Rolle spielen. Wir sind allerdings auch etwas formabhängig, der Kader ist relativ klein.

Dein Vertrag läuft im Sommer aus, möchtest du verlängern?
"Ich hätte bestimmt nichts dagegen, die Austria ist ein Topklub, hier spielt man immer um einen internationalen Startplatz. Natürlich schaue ich aber auch auf meine Zukunft und meine Familie. Ich habe drei Kinder und kann nicht im Mai nach Hause kommen ohne zu wissen, ob ich im Juni umziehen muss. Aber es belastet mich sportlich nicht, dafür habe ich diese Situation schon zu oft miterlebt. Fakt ist, dass die Austria mein erster Ansprechpartner ist und dass ich gerne bleiben würde."

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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