02.07.2009, 13:31 Uhr

SAFAR MUSS NOCH AUF DIE BREMSE, ALMER HAT DEN SPIRIT

Safar muss noch auf die Bremse, Almer hat den Spirit

Wenn einer im Trainingscamp einen Lagerkoller bekommen kann, dann Szabolcs Safar. Der verletzte Stammtorhüter des FK Austria war noch keine einzige Sekunde auf dem Fußballplatz in Flachau, er pendelt am Vormittag und Nachmittag für seine Trainingseinheiten zwischen der hypermodernen Kraftkammer und dem großzügigen Swimmingpool des Hotel Lacknerhof. Klingt vielleicht erholsam, ist es aber in keinster Weise.

 

Safar, der sich vergangene Woche bei Sprinttests abermals einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte, ist nicht zu beneiden. „Ich komme mir vor wie bei der Schwangerschaftsgymnastik“, scherzt der 34jährige, der jetzt nichts überstürzen möchte. „Vielleicht wollte ich zu viel nach meinem ersten Faserriss, obwohl ich ganz behutsam an alles heran gegangen bin und selbst im Urlaub Therapie gemacht habe.“ Seiner eigenen Einschätzung nach wird er erst Anfang August sein Comeback feiern können. „Bis dahin mache ich bei der Unterwasser-Therapie den Freischwimmer“, nimmt es der gebürtige Ungar mit Humor.

 

 

Der lange Ausfall beunruhigt Tormanntrainer Franz Gruber aber ganz und gar nicht, denn er ist von den Qualitäten von Safar-Ersatz Robert Almer zu hundert Prozent überzeugt. „Er hat ja schon im Cupfinale großartig gespielt und das hat ihm zusätzlich so einen Motivationsschub gegeben, dass er sich auch im Training nochmals gesteigert hat“, analysiert Gruber, der gestern sein zehnjähriges Jubiläum als Trainer bei der Austria gefeiert hat.

 

Der Tormanncoach weiter: „Almer hat einen Spirit entwickelt und das Gespür, dass sich durch Safis Verletzung eine große Chance für ihn auftut.“ Das bestätigt auch die Tatsache, dass Almer (Bild unten) jetzt ein Beißer ist, der trotz schmerzhaften Rückenproblemen keinen Mucks zu seinem Coach machen würde, sondern sich weiterhin beinhart nach den Bällen schmeißt und nach Schmerzlinderung bei den Masseuren sucht.

 

 

So wie auch Heinz Lindner. Er ist zwar nur die Nummer 3 der Kampfmannschaft, aber heuer die Nummer 1 der Amateure in der ADEG-Liga. Der bald 19jährige ist direkt vom Trainingscamp der „Amas“ aus Windischgarsten nach Flachau gefahren und spürt deswegen schon seine Knochen. Aber auch er beißt sich durch und ist sich laut Gruber bewusst, dass er jetzt mehr Verantwortung hat und sich erst beweisen muss. „Aber er packt das“, nickt der Spartentrainer.

 

 

Als „Eisenfaust“ bezeichnet Gruber die Nummer 4 der Keeper, die in Flachau mit ist: Günther Arnberger. Er ist zwar erst 17 und kommt aus der eigenen Akademie, seinem Spitznamen wurde er allerdings bald wieder gerecht. Bei einer Flankenübung, bei der Gruber spezielle Tormannpuppen aufgestellt hatte (sogenannte Airbodys), killte Arnberger gleich bei seinem ersten Sprung auf eine Flanke eine dieser Puppen, in dem er sie mit voller Wucht rammte und dabei mit den Stollenschuhen quer aufschlitzte.

 

 

Arnberger (Bild oben) hatte nach dieser Aktion nicht nur die Lacher auf seiner Seite, sondern auch das Lob seines Coaches. „Er zeigt in jeder Szene sein großes Engagement, hat eine unglaubliche Dynamik. Ich hoffe, dass er weiterhin so zielstrebig seinen Weg geht.“ Wie auch Phlip Petermann, der sich mit Arnberger um die Amas-Ersatzposition duelliert, aber das machen die beiden auch im ÖFB-Nachwuchs-Nationalteam.

 

Bei so viel Klasse muss uns auf der Torhüter-Position in den kommenden Jahren wohl kaum Angst und Bang werden.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 19 44
2. FC Red Bull Salzburg 19 42
3. SK Rapid Wien 19 31
4. FC Flyeralarm Admira 19 28
5. LASK 19 26
6. CASHPOINT SCR Altach 19 25
7. FK Austria Wien 19 23
8. SV Mattersburg 19 18
9. RZ Pellets WAC 19 16
10. SKN St. Pölten 19 7
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