04.11.2009, 15:00 Uhr

PUNKTEN UND RAUS DEM STATISTIK-TAL DER TRÄNEN!

Punkten und raus dem Statistik-Tal der Tränen!

„Das war ein wunderbares Spiel, ich kann mich noch gut erinnern“, sagt Coach Karl Daxbacher in Anspielung darauf, dass er als Spieler schon einmal mit einem Tor gegen eine deutsche Mannschaft an einem Sieg im Europacup maßgeblich beteiligt war. Und zwar mit der Wiener Austria gegen Mönchengladbach.

 

In Wien siegte Violett durch Daxbachers Goldtor 1:0. Jetzt muss er nur noch seinen Spielern verklickern, dass man gegen einen Klub aus dem Land des großen Nachbarn durchaus realistische Chancen auf einen Punktegewinn hat. Und Gladbach hatte beim historischen Spiel anno 1976 eine mit Weltstars gespickte Mannschaft, gewann die Partie daheim nach Treffern von Stielike, Bonhof und Heynckes glatt mit 3:0.

 

Austria war damals wie heute krasser Außenseiter, am Donnerstag zählt in Bremen gegen Werder aber nur die Gegenwart (21:05 Uhr). Und die Devise muss lauten: „Zumindest verlieren verboten“, sonst ist der Kuchen in unserer Gruppe der Europa League aufgegessen, Platz 2 also kein Thema mehr.

 

Und es ist fast so, dass Acimovic & Co. das „Wunder von der Weser“ schaffen müssen. Bislang hat es erst ein Duell mit den Hanseaten gegeben, das Bremen im 89er-Jahr mit 5:0 gewonnen hatte. Aber nicht nur das macht die Ausgangslage schwer, auch im Vergleich aller Europacup-Duelle der Austria mit deutschen Klubs sind wir zurück. Die Auswärtsstatistik sagt: 10 Spiele, 2 Siege, 1 Remis, 7 Niederlagen.

 

Daxbacher optimistisch: „Vielleicht ist es ein Vorteil, wenn keiner mit uns rechnet. Wir glauben jedenfalls an unsere Chance, müssen aber die Möglichkeiten nützen, die wir bekommen.“ Und Löcher werden sich bestimmt auftun, die Platz für Konter bieten. „Zudem haben wir hoffentlich auch einige Standardsituationen, die schon öfter eine gute Waffe waren.“

 

Die Anreise der Mannschaft nach Bremen verlief gut. Zwar gab es eine halbe Stunde Verspätung beim Abflug, nach 1:20 Stunden landete der Vogel der Lauda Air aber sicher auf dem schmucken Flughafen im Norden Deutschlands. Sogar die Sonne lachte vom Himmel, das Quecksilber kletterte auf angenehme 9 Grad.

 

Mit an Bord waren 20 Spieler, da hinter den Einsätzen von Szabolcs Safar (Oberschenkelprellung) und Joachim Standfest (Adduktorenprobleme) noch Fragezeichen standen, Manuel Wallner und Heinz Lindner von den Amateuren wurden als Rückversicherung mitgenommen. Markus Suttner (Bauchmuskelzerrung) sowie Michi Madl (Schwellung im Kniegelenk) blieben in Wien.

Beim Abschlusstraining am Abend hörte Standfest nach wenigen Augenblicken wieder auf, das heißt, dass er fehlen wird, Safar trainierte voll mit.

 

Großartig wird die Unterstützung für die Veilchen von den Rängen sein. Gleich 1.500 Fans werden im Stadion mitfiebern. Sie reisen mit drei Fliegern, neun Bussen sowie in Privat-PKWs zum Spiel an. Die Nachfrage nach Tickets war weit höher, nur haben wir aufgrund von Umbauarbeiten im Weser-Stadion nicht mehr Karten bekommen.

 

Daxbacher hofft für alle, dass sie einen heißen Kampf um die drei Punkte sehen werden. „Die beiden Niederlagen zuletzt werden zusätzliche Motivation für uns sein. Wir haben etwas gut zu machen.“

 

Fest steht, dass er aber nicht vom Anpfiff weg die Hollywood-Variante mit einem totalen Offensivspektakel wählen wird. Am Beginn soll die Mannschaft den Rhythmus finden und erst, wenn es am Ende auf des Messers Schneide steht, gibt’s good, old Hollywood. Wie beim Hinspiel, das wir noch von 0:2 auf 2:2 gedreht haben.

 

Tabelle: Bremen (7), Bilbao (6), Austria (2), CD Nacional (1).

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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