07.04.2009, 13:10 Uhr

PRÄSIDENT KATZIAN: "DIE WIRTSCHAFTSKRISE TANGIERT UNS, ABER…"

Präsident Katzian: "Die Wirtschaftskrise tangiert uns, aber…"

In der Bundesliga sowie dem Cup warten jetzt die Hammerwochen, abseits davon muss der wirtschaftliche Parcours erfolgreich durchlaufen werden. Präsident Wolfgang Katzian hat klare Vorstellungen und geht im Interview mit www.fk-austria.at auf die aktuellen Themen konkret ein.

 

Herr Katzian, Sie haben in Interviews schon des Öfteren betont, dass die Austria eine Herzensangelegenheit für Sie ist. Hand aufs Herz – wie anstrengend waren die letzten Wochen, die Ihnen hinsichtlich eines erfolgreichen Lizenzantrag für die kommende Saison bestimmt viel abverlangt haben?
„Es ist kein Geheimnis, dass die Tage und Wochen vor dem Lizenzabgabetermin am 15. März immer sehr arbeitsintensiv sind. Sämtliche Gremien unseres Klubs, aber auch unsere beiden AG-Vorstände Markus Kraetschmer und Tommy Parits, haben aber einen wirklich tollen Job gemacht und die Ärmel für die Austria aufgekrempelt. Der eine oder andere Sponsorvertrag, den wir zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht haben, war ein wichtiger Bestandteil unseres Budgets. Ich bin sehr guter Dinge, dass wir unsere Hausaufgaben seriös erledigt haben, wenngleich es auch jetzt noch genug zu tun gibt, jetzt wurde einmal der Sockel gemacht.“

 

War es in Zeiten der Weltwirtschaftskrise noch schwieriger finanzkräftige Partner zu gewinnen als sonst?
„Zum Glück haben wir professionelle Strukturen, sind im Marketing und Merchandising gut aufgestellt, sportlich erfolgreich und sind auch selber ein wirtschaftlich starker sowie attraktiver Partner. Aber man spürt dennoch überall in der Wirtschaft, dass die Gürtel enger geschnallt werden und die Möglichkeiten für Sponsoring knapper sind. Die Krise tangiert uns,  aber wir planen stets sehr konservativ, weil man den sportlichen Erfolg ja auch nicht berechnen kann. Ich bin überzeugt, dass wir wie im Vorjahr, als man uns sportlich und finanziell schwierige Zeiten prognostiziert hat, unsere Hürden meistern werden. Eine der Stärken unserer Entscheidungsträger im Klub ist, dass die Arbeit ruhig und sachlich verrichtet wird. Dies hilft ebenso wie unsere Politik der kleinen Schritte, step by step unsere großen Zukunftsziele zu erreichen.“

 

Seit mehr als einem Jahr ist der FK Austria Wien als Aktiengesellschaft operativ tätig. Ihre Bilanz?
„Dieser Schritt war goldrichtig und unbedingt notwendig. Einen Fußballverein in der Dimension der Austria, deren Budgetvolumen bei 14 Millionen Euro liegt, kann man nicht wie einen Bienenzüchterverein führen, zudem hat eine AG steuerliche Vorteile wegen der Umsatzsteuer. Mit unseren heute schlanken Strukturen können wir rascher wichtige Entscheidungen treffen.“

 

Das Budget für die kommende Saison soll zwischen 14 und 15 Millionen Euro betragen. Was ist damit möglich?
„Wir versuchen, einen Etat zu erstellen, mit dem wir in der Liga unter den Top 3 sein werden. Wir wollen versuchen, auch auf dem Rasen zumindest Dritter zu werden. Sollten wir uns für die Europa League qualifizieren, wovon ich ausgehe, hoffe ich, dass wir wieder in die Gruppenphase kommen.“

 

Stichwort Europa-League. Wir haben noch zwei Chancen, dieses Ziel zu verwirklichen. Über die Bundesliga oder über den Cup. Wie sehen Sie unsere Möglichkeiten?
„Ich bin sehr stolz, dass wir gleich mit zwei Austria-Mannschaften im Cup-Halbfinale stehen, beide Teams haben es sich aufgrund ihrer Leistungen verdient, das Endspiel zu erreichen. Aber es wird für keinen leicht. Natürlich werden die meisten Augen nach Wr. Neustadt gerichtet sein, wo wir gegen den SC MAGNA mit der Kampfmannschaft spielen. Mir gefällt allerdings gar nicht, dass bereits im Vorfeld einige versuchen, die Stimmung vor diesem Duell in einer unangebrachten Form anzuheizen.“

 

Wie meinen Sie das?
„Viele stilisieren dieses Spiel zum Kampf der Austria gegen den SC Stronach hoch. Diese Emotionen sind fehl am Platz. Man darf nicht vergessen, dass MAGNA sieben Jahre lang die wirtschaftlich schwarze Null garantiert und uns heuer auch Jacek Bak finanziert hat. Magna ist darüber hinaus ein wichtiger Industriebetrieb und Arbeitgeber, der von der Wirtschaftskrise als Autozulieferer besonders betroffen ist und der trotzdem alle Zusagen und Verträge für die laufende Saison einhielt."

 

Sie plädieren demnach für Besonnenheit und einen sportlichen Wettkampf?
"Ich bin dafür, dass wir die Antwort auf dem Spielfeld geben und unser Ziel, die Austria in einen internationalen Bewerb zu bringen, mit sportlich fairen Mitteln erreichen. Jedem Spieler muss bewusst sein, dass die Europa-League für den Klub und auch ihre eigene Zukunft sehr wichtig ist. Mein Appell an unsere Austria-Fans: unterstützen wir die Violetten mit Herz und Leidenschaft, mit wunderbaren Choreographien und lauten Gesängen. Wir haben es nicht notwendig, uns auf ein Niveau zu begeben, dass der großen Austria-Familie nicht würdig ist. Viola per sempre!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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