15.07.2009, 11:49 Uhr

PARITS: WER SPIELT, IST AUCH GESCHMACKSSACHE

Parits: Wer spielt, ist auch Geschmackssache

Fünf Wochen Vorbereitung, ein Trainingslager, acht Spiele – am Sonntag endet für den FK Austria Wien die Saisonvorbereitung. Gegen Red Bull Salzburg (ab 17 Uhr in ORF und SKY) starten die Violetten in das neue Spieljahr. Die Ziele sind klar: Internationaler Startplatz, im Cup so weit wie möglich und Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League.

Alles beginnt wieder bei Null, der Cupsieg ist schon wieder Geschichte. Die letzten Testspiele haben gezeigt: Die neue Mannschaft ist um einiges variabler als in den Jahren zuvor, dennoch wird es kein leichter Spaziergang bis zur Verwirklichung der Ziele. Aber sie sind in Griffweite.

 

AG-Vorstand Thomas Parits bezieht im Interview Stellung.

 

Herr Parits, freuen Sie sich schon auf den Anpfiff am Sonntag in Salzburg?
„Natürlich. Jetzt befinden wir uns in einer Phase, in der immer auch viel Spannung drinnen steckt. Ich habe viele Trainings gesehen und kann sagen, dass alle mit Eifer dabei sind und der Zug in der Mannschaft passt, aber die Stunde der Wahrheit kommt erst. Wir beginnen mit zwei schweren Auswärtsspielen, keiner weiß so richtig, wo er steht. Wir müssen die ersten fünf Runden abwarten, dann können wir mehr sagen. Aber unser Gerippe steht.

 

Wie schätzen Sie die Mannschaft ein?
„Wir haben mit dieser jungen Österreicher-Welle durchwegs technisch gute Spieler bekommen, die vor Ehrgeiz brennen und bei uns etwas erreichen wollen. Gegen Zenit St. Petersburg beispielsweise haben wir sehr gut gespielt und damit bewiesen, dass wir mithalten können. Das war auch für die Psyche der Spieler wichtig. Wir haben viel Potenzial und mit jedem Erfolgserlebnis steigt auch das Vertrauen.“

 

Können Sie die einzelnen Mannschaftsteile für uns bitte charakterisieren?
„Mit Safar und Almer haben wir zwei sehr gute Torhüter. Die Verteidigung ist genauso stark wie zuletzt, wir haben sogar das Luxusproblem, wer nicht spielt, wenn alle fit sind. Genauso im Mittelfeld und Angriff, wo wir mit Jun sicher stärker geworden sind und Okotie sich sehr gut entwickelt hat. Der Kader ist ausgeglichener und oft ist es Geschmackssache, wer spielt. Das fördert freilich den Konkurrenzkampf, der zweite Anzug ist heuer sicher besser als im Vorjahr.“

 

Werden wir auf dem Transfersektor nochmals aktiv?
„Kann sein, aber nur dann, wenn uns Momo Diabang tatsächlich verlassen sollte. Es ist kein Geheimnis, dass er es sich auch vorstellen kann, sein Glück woanders zu versuchen, deswegen hat uns vor drei Wochen sein Manager kontaktiert. Er hat beim Probetraining in Duisburg einen sehr guten Eindruck hinterlassen, aber es wird vor Sonntag keine Entscheidung geben, das haben uns die Deutschen bereits mitgeteilt. Wird es nichts aus dem Transfer, muss er sich hier dem Konkurrenzkampf mit Okotie, Jun und Topic stellen.“

 

 

Wir haben acht Neuzugänge – mit ihnen gibt es viele Varianten…
„Jeder hat ein enormes Potenzial und Qualität, aber wir müssen abwarten, wie sie in der Meisterschaft damit umgehen. Keiner kann es sich erlauben, die Leistung nicht zu bringen, denn hinter ihm wartet der nächste auf seine Chance. Wir waren schon lange nicht mehr ausgeglichen in unseren Blöcken. Wenn wir ehrlich sind, haben wir bei unseren Vorbereitungsspielen letztes Jahr genau gesehen, dass der Leistungsabfall sehr groß war, wenn wir zur Halbzeit die halbe Mannschaft gewechselt haben. Diesmal gibt es kaum einen Unterschied, einer sitzt dem anderen im Nacken.“

 

Wächst mit diesem guten Kader auch der Druck?
„Bei uns ist immer eine Drucksituation. Spielst du bei der Austria, wird deine Leistung anders bewertet. Aber das ist gut so, denn diesen Qualitätsanspruch haben wir uns auch erarbeitet, da wir in den vergangenen Jahren immer zumindest einen Titel gewonnen haben und im Europacup waren. Dennoch werden wir unsere Saisonziele nicht ändern, weil wir eine sehr junge Mannschaft haben, die auch erst Routine sammeln muss.“

 

Wir haben derzeit sechs Legionäre im Kader, wobei die Einbürgerung von Marin Leovac bereits läuft. Macht also fünf Nicht-Österreicher – so wenige hatten wir zuletzt vor 14 (!) Jahren. Der österreichische Weg als Symbol?
„Dieser Weg ist unsere Philosophie, die wir konsequent verfolgen. Und sie ist zukunftsorientiert, denn die Spieler sind durchwegs jung. Aber sie kommen alle sehr gerne zu uns, haben erkannt, dass wir sie nicht holen, um sie auf die Bank zu setzen und den Kader mit Legionären dafür zupflastern. Es freut mich noch mehr, dass gleich sechs beim letzten ÖFB-Länderspiel gegen Serbien im Kader von Didi Constantini waren. Die Austria hat wieder einen großen Reiz für alle und gewinnt ständig Sympathien dazu. Das ist unser Ziel, deswegen werden wir auch nicht großartig auf den Tisch hauen und populistische Parolen verbreiten.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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