04.12.2009, 12:46 Uhr

NACH BILBAO: ERSTE NAMEN SIND BEKANNT, KONSEQUENZEN FOLGEN!

Nach Bilbao: Erste Namen sind bekannt, Konsequenzen folgen!

Die Nacht nach dem unrühmlichen Spiel gegen Athletic Bilbao war für die meisten Klubangestellten nur sehr kurz. Noch während des Europa-League-Spiels des fünften Matchtages wurde mit der Aufarbeitung der Vorkommnisse nach dem kurzzeitigen Platzsturm begonnen. Die erste Bilanz: Wir haben bereits Fotos und Videos ausgearbeitet, wissen Namen, werden gegen diese Personen restriktiv vorgehen. Aber nicht nur gegen die Radikalen, sondern auch gegen jene, die mit faschistischen Parolen das Ansehen unserer Austria beschmutzt haben.

 

AG-Vorstand Markus Kraetschmer: „Es sind im Rahmen dieses Spiels Dinge passiert, die nicht tolerierbar sind. Das wissen wir und dazu stehen wir auch. Wir haben aus diesem Grund auch schon ein Schreiben an Athletic Bilbao verfasst, in dem wir uns dafür entschuldigen.“ Zugleich zeigt Kraetschmer aber auch auf, dass der Schiedsrichter mit seinem sehr provokanten Verhalten das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir als Veranstalter teilweise versagt haben, aber auch der Referee, er hat mit seiner langen Unterbrechung nach dem 0:2 dafür gesorgt, dass die Stimmung gekippt ist, das zeigen die TV-Bilder auch sehr deutlich.“

 

Wie geht es nun weiter? Die UEFA wird den Bericht des isländischen Delegierten Eggert Magnusson abwarten, der bei diesem Spiel der ranghöchste UEFA-Vertreter in Wien war. Kraetschmer erwartet harte Strafen: „Da wir seit dem Jahr 2002 ununterbrochen im Europacup vertreten sind, haben wir leider auch ein langes Vorstrafenregister, das vor allem das Entzünden von bengalischen Feuer betrifft. Das Damoklesschwert, das über uns schwebt, ist natürlich eine Stadionsperre. Das würde pro Spiel in etwa 200.000 Euro Verlust an Zuschauereinnahmen bedeuten. Das ist für uns extrem viel Geld, das natürlich woanders abgehen wird.“

 

 

Die weitere Vorgehensweise der Wiener Austria ist vorgezeichnet: Stadionverbote sind ein klares Mittel, Schadensersatzforderungen an den diversen Personen ein weiteres. Freilich muss man aber auch dahin gehend unterscheiden, wer die Rädelsführer sind und wer aus Frust gehandelt hat. „Zudem werden wir uns intern überlegen, wie wir unsere Fanarbeit weitergestalten, immerhin sind wir der einzige Klub in Österreich, der zwei ausgebildete Sozialarbeiter zur Fanbetreuung hat“, sagt der AG-Vorstand.

 

Klar distanzieren wollen wir uns auch von den faschistischen Parolen, die auf der Osttribüne zu sehen waren, bislang gibt es allerdings klare Hinweise, dass es teilweise auch Italiener waren, von denen alles ausgegangen ist, das haben Ausweiskontrollen dargelegt. „Diese Leute haben leider unser Stadion als ihre Bühne benützt. Wie gesagt, man darf dennoch nicht alle, die auf der Osttribüne waren, in einen Topf werfen. Jetzt gilt es alle Hinweise – inklusive TV-Bilder, Fotos, Videoüberwachung – zu sammeln, und dann ganz entschieden und rigoros gegen diese Radikalen vorzugehen. Gerade die Vermengung faschistischer Parolen und Transparente auf der Fantribüne der Wiener Austria, die sich gerade in diesem Themenbereich ihrer historischen Verantwortung bewusst ist, schmerzt uns unheimlich.“

 

News von der Mannschaft: Jacek Bak ist krank und für Ried fraglich, ebenso Emin Sulimani, der wegen einer Knöchelverletzung heute pausieren musste.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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