21.10.2009, 16:00 Uhr

MYTHOS WERDER BREMEN

Mythos Werder Bremen

Wenn Werder Bremen am Donnerstag im Horr-Stadion aufläuft, ist das nicht das erste Pflichtspielduell mit dem Traditionsverein von der Nordsee. Am 31. Oktober 1989 bezwangen die Veilchen Werder in der 2. Runde des UEFA-Cup durch einen Doppelpack von Ralf Hasenhüttl mit 2:0. Einziges Manko: das Hinspiel im Weser-Stadion war bereits mit 0:5 verloren gegangen. Im Horr-Stadion lief damals mit Abwehrrecke Thomas Schaaf übrigens der derzeitige Trainer des aktuellen deutschen Pokalsiegers auf, der dem Verein damit als Spieler und Trainer insgesamt schon unglaubliche 35 Jahre die Treue hält.

 

1899 gegründet, zählt der vierfache deutsche Meister besonders in der jüngeren Vergangenheit zu den erfolgreichsten Vereinen in der deutschen Bundesliga. Beweis dafür: hinter Bayern München steht Werder nach der Saison 2008/09 mit 2386 Punkten auf dem zweiten Platz der ewigen Bundesligatabelle. Der Vereinsname Werder leitet sich von der Bezeichnung für angeschwemmtes oder zwischen Gewässern gelegenes Land ab. Ebendort befindet sich heute das Bremer Weserstadion (Kapazität: 42.300, 37.500 international). Bereits seit fast genau 80 Jahren werden in dieser traditionsreichen Arena, die in diesen Monaten gerade komplett runderneuert und modernisiert wird, die Heimspiele von Werder ausgetragen. Beachtlich ist nicht nur der Zuschauerschnitt von über 40.000 Fans in der Meisterschaft sondern auch der sensationelle Anstieg der Mitglieder der Grün-Weißen. Innerhalb von knapp zehn Jahren verzehnfachte der Verein seine Mitgliederzahl von 3.000 auf fast 35.000, was ein Beweis für die deutlich gestiegene Popularität von Werder ist.

 

Viel zum Mythos des Klubs aus der Hafenstadt (60 km bis zur Nordsee) mit rund einer halben Million Einwohner haben vor allem die legendären „Wunder von der Weser“ beigetragen. So wurden unter anderem Spartak Moskau (1987/88, 1:4 auswärts, 6:2 n.V. daheim), RSC Anderlecht (1993/94: 0:3 zur Pause, Endstand 5:3) oder Olympique Lyon (1999/200: 0:3 in Lyon, 4:0 in Bremen) trotz beinahe aussichtsloser Rückstände noch eliminiert. Das bislang letzte Aufeinandertreffen mit einem österreichischen Verein datiert aus der Saison 2003/04, als der SV Pasching mit einem 4:0 Heimsieg und einem 1:1-Remis in Deutschland gegen Werder Bremen sensationell ins UI-Cup-Finale einzog.

 

Mit der Saison 2009/10 sind die Bremer zum siebenten Mal in Folge im internationalen Geschäft vertreten. Den größten Erfolg feierte Werder Bremen 1992, mit einem 2:0-Triumph über den AS Monaco holte man den Turniersieg im Europacup der Pokalsieger. Torschütze zum 1:0 war damals der heutige Manager Klaus Allofs, der heute als höchst erfolgreicher Geschäftsführer die Geschicke des Vereins leitet. Seine Transferbilanz ist mit Sicherheit die beste der gesamten deutschen Bundesliga. Einige Beispiele: Spielmacher Diego wechselte im Sommer für den Rekordtransfer von 25 Millionen Euro zu Juventus Turin, war zuvor aber um gerade einmal 6 Millionen vom FC Porto geholt worden.

 

Ähnliches gilt für Miroslav Klose (6 Mio. von Kaiserslautern geholt, 14 Mio. zu Bayern verkauft), Valérien Ismaël (300.000 Straßburg/9 Mio. Bayern), Thorsten Frings (100.000 Aachen/9 Mio. Dortmund) oder Claudio Pizarro (1,5 Mio. Lima/8 Mio. Bayern). Letztere spielen übrigens mitterlweile wieder an der Weser, nachdem beide für einen deutlich günstigeren Transfererlös wieder an die Weser gelotst wurden.

 

Einziges Veilchen, das bisher das Dress der Werderaner trug ist Gerhard „Copa“ Steinkogler (1979/80), später wurden Ex-ÖFB-Teamkapitän Andreas Herzog (1x Meister, 2x Cup-Sieger) und der viel zu früh verstorbene Bruno Pezzey (2x Vizemeister) engagiert. Auch Heimo Pfeifenberger und Martin Harnik schnürten schon die Fußballschuhe für Werder, wo auch aktuell mit Teamverteidiger Sebastian Prödl ein weiterer junger Österreicher unter Vertrag steht.In seiner Debütsaison absolvierte der 22-Jährige 33 Pflichtspiele, holte mit dem Pokal gleich seinen erste Titel und scheiterte im letzten UEFA-Cup-Finale 2009 erst denkbar knapp mit 2:1 (n.V.) an Shakthar Donezk. Angesichts all dieser eindrucksvollen Zahlen und Fakten dürfen sich die Veilchen also auf das Duell mit einem echten europäischen Spitzenklub freuen!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 8 15
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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