04.03.2009, 15:50 Uhr

MR. ICE - JAKUB JAKUBOV BEWIES IN HÜTTELDORF NERVEN AUS STAHL

Mr. Ice - Jakub Jakubov bewies in Hütteldorf Nerven aus Stahl

Es gibt Sternstunden in jeder Fußballerkarriere, die vergisst man nie mehr. Eine solche feierte am Dienstagabend Austrias junger Amateure-Torhüter Jakub Jakubov (20), der mit seinen Paraden und gehaltenen Elfmetern im ÖFB-Cup-Viertelfinale zum absoluten Matchwinner für die Jungveilchen avancierte.

 

Und das, obwohl er ausgerechnet in der Partie des Jahres für die jungen Violetten sein Pflichtspieldebüt feierte. „Am Anfang war ich doch nervös und hatte ein, zwei Unsicherheiten, aber nach einer halben Stunde und dem ersten schweren Ball hat alles gepasst“,  kann „Kubo“ noch immer nicht ganz fassen, was gestern im Hanappi-Stadion passiert ist.

 

Er weiß nur, dass er jetzt mehr davon will: „Als ich in der zweiten Hälfte die volle Westribüne im Rücken hatte und mir Feuerzeuge und kleine Spielzeugautos um die Ohren geflogen sind, hat mich das nur aufgestachelt und Lust auf die nächsten Spiele gemacht. Ich war hellwach, voll konzentriert und habe das Spiel nur mehr genossen.“

 

Die entscheidenden Szenen sind für den 192 cm großen Hünen in der Folge nur mehr wie ein Spielfilm vor seinen Augen abgelaufen. „Plötzlich hieß es zehn Minuten vor dem Ende: Strafstoß. Ich wusste, ich muss diesen Elfmeter halten, weil die Partie sonst mit einem Stand von 2:0 für die Rapid Amateure entschieden gewesen wäre. Ich hatte so ein Gefühl, dass ihr Routinier Jusic die Sicherheitsvariante mit seinem starken Rechten und dem Innenrist wählen würde. Ich bin sehr lange stehen geblieben, er war nervös und hat den Ball wirklich genau dorthin geschossen und ich konnte parieren“, beschreibt er heute schon ganz cool  die entscheidenden Sekunden der Partie.

 

Im direkten Gegenzug glichen die Amateure durch ein sehenswertes Tor von Neuzugang Benjamin Sulimani aus und es blieb wieder Jakubov überlassen, die Amateure mit einem sensationellen Reflex in der 93. Minute gegen den alleine heranstürmenden Fröschl  in die Verlängerung zu retten.

 

 

Der letzte Akt des Traumdebüts für den jungen Slowaken sollte im Elfmeterschießen folgen. „Ich habe gewusst, dass wir hier die besseren Nerven behalten werden“, erinnerte er sich heute schmunzelnd daran zurück, dass er den zweiten Elfmeter, getreten von Sandic, in überzeugender Manier parierte (siehe Bild Mitte), nachdem zuvor Yildiz im ersten Versuch das Leder weit über das Tor gejagt hatte. Nach dem entscheidenden Elfmeter von György Korsos hatte die Mannschaft ihren Helden schnell gefunden und begrub Jakubov unter einer riesigen Menschentraube (siehe Bild ganz unten).

 

Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Vater, der für das Profidebüt seines Sohnes extra die vierstündige Anreise aus Prag in Kauf genommen hatte, angesichts der sensationellen Vorstellung von Jakub bereits voller Stolz das Hanappi-Stadion verlassen. Erst später sollte in aller Ruhe noch kurz angestoßen werden, wofür beide lange Jahre hart gearbeitet haben.

 

Auch nach diesem denkwürdigen Cup-Abend gibt es für Jakubov aber kaum eine Verschnaufpause, wie Amateure-Tormanntrainer Thomas Fasching verrät: „Er wird nach dieser tollen Leistung mit Sicherheit auch am Freitag zum Start der Frühjahrsmeisterschaft in der ADEG-Ersten-Liga gegen Grödig bei uns das Tor hüten.“ Die Vorstellung seines Schützlings, beeindruckte ihn zwar, aber wirklich überraschend kam sie trotzdem nicht: „Wir wussten schon vor dem Spiel um seine Qualitäten und zum Glück hat er sie gestern auch gleich unter Beweis gestellt. Es war sicher ein gewisses Risiko dabei, aber in der Vorbereitung hat Jakub von unseren drei Torhütern den stärksten Eindruck hinterlassen und deswegen haben wir beschlossen, dass auch er endlich seine Chance bekommen soll.“

 

Es war also eine Premiere, auf die der Ex-Akademiker, der gerade mitten im Maturastress steckt, schon länger wartete. Aus der U14 des slowakischen Erstligisten Kosice führte sein Weg nach Österreich, wo er von Horn schließlich in die Austria-Akademie wechselte. Als Charakterkopf bekannt, zeigte er in Hollabrunn oft seine guten Anlagen, die ihm sogar einige Teilnahmen an Trainingslagern der Kampfmannschaft einbrachten. Qualitäten, dank derer der blonde Tormannriese, der noch heute vom dänischen Kultkeeper Peter Schmeichel schwärmt, nun nach fünf Jahren in Violett, eine mehr als erfolgreiche Feuertaufe feiern konnte.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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