12.05.2009, 14:00 Uhr

MATTHIAS HATTENBERGER WILL MIT DER AUSTRIA NOCH VIELE BÄUME AUSREIßEN

Matthias Hattenberger will mit der Austria noch viele Bäume ausreißen

Spätestens mit seinem wichtigen Kopfballtreffer zum 2:2 gegen Sturm Graz war jedem violetten Fan klar – Matthias Hattenberger ist nach seiner langen  Verletzungsserie schon fast wieder der Alte. Unser Mittelfeldstaubsauger sieht sich selbst jedenfalls auf einem guten Weg: „Meine Form vom Herbst habe ich zu neunzig Prozent wieder erreicht. Das Tor in Graz hat mich gar nicht so sehr für mich gefreut. Viel wichtiger war mir, dass ich der Mannschaft  nach den langen Monaten, in denen ich ihr nicht helfen konnte und alle zu mir gestanden sind, endlich etwas zurückgeben konnte.“


Bei aller Selbstlosigkeit war es aber sehr wohl auch ein wichtiges Etappenziel für den Tiroler: „Zweifellos ist es ein gutes Gefühl. Dieser Treffer macht Hunger auf mehr.“ Kleiner statistischer Leckerbissen dazu: mit dem 2:2 bei Sturm erzielte er seine letzten zehn Tore (Bundesliga & Europacup) allesamt per Kopf. Eine Tatsache, die unsere Nummer 8 einerseits freut, andererseits auch zusätzlich anspornt: „Ich weiß, dass ich ein sehr guter Kopfballspieler bin. Trotzdem ist diese Serie schon fast unheimlich, denn normalerweise hab ich gerade aus der Distanz auch einen sehr starken Schuss. Hoffentlich kann ich das in den kommenden Spielen endlich wieder unter Beweis stellen.“


Eine Kampfansage für das Saisonfinale, auf das sich „Hatti“ schon riesig freut: „Leider bin ich gegen unseren kommenden Gegner Altach gesperrt. Dafür werde ich auf das Spiel in Linz aber doppelt heiß sein.“ Die Vorarlberger sind für den 30-Jährigen trotz der guten Heimbilanz im Horr-Stadion keinenfalls zu unterschätzen: „Ich kenne den Abstiegskampf aus eigener Erfahrung.  Wer oben bleibt, hängt in dieser Phase nicht von der Qualität einer Mannschaft ab. Es ist eine reine Nervensache. Diese Situation schweißt ein Team ungemein zusammen.  Altach wird sich so teuer wie möglich verkaufen. Wir müssen sie mit aggressivem Pressing in die Enge treiben. Machen wir das erste Tor, dann werden wir souverän gewinnen.“

 

 

 

Viel Zuversicht beim Kufsteiner, der vor allem schon dem Cup-Finale gegen die Admira am 24. Mai entgegenfiebert: „Ich will endlich meinen ersten echten Titel holen. Auch, damit ich meinen Vater diesbezüglich endlich einholen kann. Die Europacup-Tore habe ich ihm schon voraus, jetzt ist der ÖFB-Cup  fällig.“ Der Respekt vor Trainerfuchs Walter Schachner ist vor diesem Endspiel aber durchaus groß: „Er wird sich mit der Admira sehr teuer verkaufen. Sie haben sein typisches 4-4-2-System mittlerweile förmlich inhaliert. Gegen solche kompakten Teams muss man erst einen Treffer erzielen. Unsere individuelle Klasse macht die Austria im Finale zum Favoriten, aber diese Rolle müssen wir auf dem Platz  bestätigen.“


Mit seinem Premierenjahr bei den Veilchen ist Hattenberger zufrieden: „Trotz  der Verletzungen war es schon in meiner ersten Saison eine unheimlich tolle Zeit. Ich habe mir bis zum Ausfall einen Stammplatz erarbeitet, meine ersten Europacupspiele bestritten und durfte alle Vorzüge eines österreichischen Spitzenklubs genießen. Erst gestern war ich bei der Museumeröffnung. So etwas ist in Österreich wirklich einzigartig und ich bin stolz ein Teil dieses Vereins sein zu dürfen.  Mit der Meisterschaft hat es nicht ganz geklappt, aber die Kaderplanungen für die nächste Saison stimmen mit diesbezüglich für die Zukunft sehr optimistisch.“


Florian Klein und Manuel Ortlechner sind für Hattenberger „echte Marschierer“, die mit ihrer aggressiven Art für viel Schwung sorgen sollten. Besonders freut sich der „Abräumer“ der Veilchen aber auf Zlatko Junuzovic: „Für mich war er schon immer ein extrem unangenehmer Gegenspieler. Ganz abgesehen von seinen offensiven Vorzügen arbeitet Junuzovic auch defensiv enorm viel und macht es Spielern wir mir ungemein schwer, sich in die Offensive einzuschalten.“


Den möglichen Abschied des violetten Kapitäns Jocelyn Blanchard sieht Hattenberger mit viel Wehmut: „Er war in der Bundesliga über Jahre hinweg der beste defensive Mittelfeldspieler. Für mich ging ein Traum in Erfüllung, als ich diese Saison mit ihm in einem Team spielen durfte. Ich konnte selbst in der kurzen Zeit schon viel von Blanchard lernen und habe mich vor allem dank ihm spielerisch weiterentwickelt. Ein solch eleganter Fußballer wie er  oder auch Milenko Acimovic werde ich trotzdem kaum mehr.  Ich bin ein viel geradlinigerer Typ, der dafür immer alle Bäume ausreißen will. Mein Ziel ist es, meine Schwächen zu umgehen und meine Stärken noch weiter zu forcieren. Dann werde auch ich der Austria noch viel Freude bereiten können!“