11.09.2009, 12:00 Uhr

MANUEL ORTLECHNER: „KÄRNTEN IST NICHT ZU UNTERSCHÄTZEN!“

Manuel Ortlechner: „Kärnten ist nicht zu unterschätzen!“

Für Austrias Abwehr-Allrounder Manuel Ortlechner ist das Auswärtsspiel bei Austria Kärnten am Samstag (18:00 Uhr) so etwas wie eine Reise in seine jüngste Vergangenheit. Zwei Saisonen verdiente der gebürtige Oberösterreicher zuletzt am Wörthersee seine Brötchen und auch jetzt denkt er noch gerne an die Zeit in Klagenfurt zurück: „Es war eine schöne Erfahrung und wird sicher ein ganz besonderes Spiel für mich. Ich bin mir sicher, auch wenn Kärnten bisher wenig gezeigt hat, wartet ein heißer Tanz auf uns.“

 

Die größte Stärke seiner ehemaligen Teamkollegen ist für den 29-Jährigen deren derzeitige Schwäche: „Der Vergleich mit dem angeschlagenen Boxer, der besonders gefährlich ist, passt. Bisher haben sie gerade einen Punkt aus sechs Spielen geholt. Keiner rechnet mit ihnen und genau darin liegt ihre Chance. “ Dass Trainer Frenky Schinkels trotz aller Widrigkeiten eine konkurrenzfähige Truppe zur Verfügung steht, ist „Orti“ überzeugt: „Wer so wie ich, ihre bisherigen Spiele sehr genau verfolgt hat, dem ist nicht verborgen geblieben, dass Kärnten fast immer gut gespielt hat. Verloren haben sie schlussendlich, weil die Einschussmöglichkeiten nicht genutzt wurden oder individuelle Fehler die ansprechende Gesamtleistung zu Nichte gemacht haben.“

 

Auch sonst hat sich Ortlechner noch nicht ganz vom südlichsten österreichischen Bundesland getrennt. Das Apartment direkt am See wird noch bis Jänner von seiner Freundin bewohnt, ehe er samt Anhang mit dem Jahreswechsel sein endgültiges Domizil in Wien beziehen wird.

 

Die Rollen sind für Ortlechner vor dem Gastspiel der Austria klar verteilt: „Wir fahren als Favorit zu diesem Spiel und wollen einmal mehr drei Punkte einfahren. Jeder bei uns muss sich der nicht ungefährlichen Ausgangslage bewusst sein, damit wir keine böse Überraschung erleben.“ Während mit Zlatko Junuzovic einer seiner ehemaligen Mitspieler aus Kärnten leider noch kein Thema für diese Partie ist, dürfte mit Neuzugang Schumacher ein anderer sein Pflichtspieldebüt für die Veilchen geben.

 

Mit dem 23-jährigen Brasilianer ist den Veilchen am letzten Tag der Transferzeit auch laut Ortlechner ein absoluter Toptransfer gelungen: „Ich bin kein Prophet, wenn ich behaupte, dass er einer unserer kommenden Schlüsselspieler wird. Bereits jetzt macht er den kleinen konditionellen Rückstand locker mit seiner Klasse als Fußballer wett. Schon bald wird er voll durchstarten. So einen Stürmertyp hat es bei der Austria wahrscheinlich seit Sigurd Rushfeldt nicht mehr gegeben. Ähnlich wie Sigi damals, ist er dank seiner Größe und Technik aus allen Lagen sehr torgefährlich. Wenn Schumi einmal einige Spiele in den Beinen hat, werden alle erkennen, wie unheimlich gut er ist.“

 

Spielerisch erhofft sich Austrias Nummer 14 im Vergleich zu den bislang letzten Matches eine Steigerung. Im Europacup gegen Metalurg, gegen Sturm Graz oder im Derby haben wir kämpferisch überzeugt und auch nötige und wichtige Punkte gemacht. Jetzt müssen wir wieder an der Attraktivität unseres Spiels arbeiten, denn auch das wird von einer Wiener Austria gefordert.“

 

Ähnliches gilt auch für die Auftritte der Veilchen in der Europa League. Wobei Ortlechner in diesem Bewerb unter gewissen Umständen auch bereit wäre, Abstriche zu machen: „Jeder Punkt im internationalen Geschäft ist Gold wert. Wenn wir im Europacup weniger schön spielen und trotzdem anschreiben, habe ich kein Problem damit. Wir sind jetzt in der Gruppenphase und ich persönlich erwarte mir deutlich mehr, als nur nach dem Abpfiff das Trikot eines Gegners abholen zu gehen. Genau für diese Spiele wie kommende Woche gegen Bilbao bin ich, unter anderem, zur Austria gekommen. Wir wollen uns schon im ersten Spiel im Baskenland möglichst teuer verkaufen.“

 

Genau wie am Samstag in der Hypo Group-Arena, in der die Daxbacher-Truppe auf etliche bekannte Gesichter stoßen wird. Neben unserem Ex-Meistertrainer Frenkie Schinkels können auch Ex-Kapitän Jocelyn Blanchard, Martin Hiden, Wolfgang Mair, Marco Salvatore, Marc Sand und der derzeit verletzte Fernando Troyansky auf eine violette Vergangenheit zurückblicken.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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