31.03.2009, 11:26 Uhr

MANFRED ZSAK: FEUERTAUFE ALS CO-TRAINER GEGEN RUMÄNIEN

Manfred Zsak: Feuertaufe als Co-Trainer gegen Rumänien

28.688 Einsatzminuten in 326 offiziellen Spielen mit 177 Siegen und 70 Toren, dreimal hintereinander (1991, 1992, 1993) österreichischer Fußball-Meister, dazu dreimal (1990, 1992, 1994) Cupsieger – Manfred Zsak, sechs Jahre lang auch Kapitän der Austria, kann wahrlich auf eine mehr als erfolgreiche Karriere bei Violett zurückblicken.

 

Am Mittwoch sitzt er beim ÖFB-Nationalteam erstmals als Co-Trainer auf der Ersatzbank. Wir bringen aus diesem Anlass ein ausführliches Porträt über den 44jährigen, dem wir auf diesem Weg für das WM-Qualifikationsspiel sowie für den weiteren Verlauf seiner Karriere alles Gute wünschen. Dieses Porträt gibt es in Wort und Bild auch in der aktuellen Ausgabe des „AUSTRIA inside“-Magazins, das seit Anfang März auf dem Markt ist, nachzulesen.

 

Ernst Happel wollte ihn zum FC Tirol holen, auch Rapid zeigte Interesse – doch für den 22-jährigen Manfred Zsak stand im Sommer 1987 fest, gab es gar keine Diskussion: „Ich nehme das Angebot der Austria an. Auch wenn ich in Tirol mehr verdienen hätte können, habe ich die Austria total favorisiert. Mit einem Herbert Prohaska, Erich Obermayer oder Tibor Nyilasi gemeinsam spielen zu dürfen ist eine Chance, die sich kein Fußballer in Österreich entgehen lassen darf!“

 

Zusätzlich motivierte ihn ein Gespräch mit Prohaska, der ihm zum Wechsel geraten, ihn aber auch gewarnt hatte, dass er sich einen Stammplatz schon auch erkämpfen muss. „Das war mir beim Wechsel natürlich klar gewesen, aber ich hatte dann von Beginn an einen Platz in der Mannschaft.“ Und so gehörte er gleich zur violetten „Einser-Garnitur“ (zuerst rechts im Mittelfeld, dann zentral im defensiven Mittelfeld, nach dem Rücktritt von Obermayer dann als Libero), hatte er sich mit Engagement und Einsatz schnell einen Namen gemacht.

 

 

Und nur zwei Jahre später wurde er dafür dann auch belohnt: Er trat im Alter von nur 24 Jahren die Nachfolge von Herbert Prohaska, der 1989 seine Karriere beendete, als Kapitän der Austria an. „Darauf war ich mächtig stolz“, erinnert sich Zsak, „das war schon etwas Besonderes. Und dass mir als Niederösterreicher bei so vielen Wienern diese Ehre zuteil wurde, ist damals auch gar nicht so alltäglich gewesen...“

 

Sechs Jahre lang trug Zsak dann die violette Schleife, ehe er im Sommer 1995 die Austria verließ. Mit einem doch auch weinenden Auge: „Ich hatte bei diesem Klub sieben wunderschöne Jahre verbracht, am schönsten waren natürlich jene, in denen du erfolgreich bist und Titel gewinnst. Aber leider kam dann 1994 ein gewisser Egon Coordes als Trainer zur Austria – er nahm einem die Freude am Fußball, nicht nur ich konnte überhaupt nicht mit ihm. Frag nach bei Ogris und Co. Und ich bin heute noch überzeugt, dass dieser Herr seinen Teil dazu beigetragen hatte, dass mir die Austria ein unakzeptables Angebot zur Vertragsverlängerung vorlegte!“

 

Was Zsak aber überhaupt keinen Groll hegen lässt: „Die Austria ist immer in mir drinnen!

 

Daher macht sich der ehemalige langjährige Kapitän auch heute noch sehr viele Gedanken über Violett: „Ich finde es schade, dass die meisten Spieler leider gar nicht mehr wissen, was es heißt, bei der Wiener Austria zu spielen. Dieser Klub ist etwas Besonderes, dieser Klub hat Tradition, dieser Klub wird immer diesen Status haben – daher wünsche ich diesem Klub, dass die Spieler verinnerlichen, was die Austria ist.“

 

Und gerade er als früherer erfolgreicher Unter-21-Teamchef blickt natürlich auch auf die Zukunft der Austria: „Man hat mit Rubin Okotie, Fränky Schiemer, Aleksandar Dragovic, Markus Suttner und Michi Madl sehr talentierte junge Spieler – die allerdings noch lange nicht so weit sind, wie sie es selbst glauben. Sie müssen aus sich selbst noch viel mehr machen, dürfen sich mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden geben. Denn die österreichische Bundesliga ist noch lange nicht alles, sie müssen sich höhere Ziele setzen. Gelingt ihnen das, dann bin ich überzeugt davon, dass die Austria mit den Burschen noch sehr viel Spaß haben wird.“

 

 

Was der ehemalige Kapitän Manfred Zsak über die jungen Spieler gesagt hat, sagt er auch über den „Jung-Trainer“ Manfred Zsak: „Auch ich bin noch nicht dort, wo ich hin will. Der Job eines – erfolgreichen – österreichischen Unter-21-Teamchefs (letzten Herbst scheiterte er mit seiner Mannschaft erst in den Play-offs für die U-21-EURO 2009 im Elferschießen an Finnland) ist zwar ein hoher Posten, aber natürlich ist es das Ziel eines jeden Trainers, einmal eine Bundesliga-Mannschaft trainieren zu dürfen.“ Da würde für Zsak natürlich die Austria an erster Stelle kommen: „Das ist völlig legitim. Wenn die Austria glaubt, dass ich der richtige Mann bin, dann bin ich da. Die Zuneigung zur Austria ist natürlich immer da!“

 

Da hat er ja ein berühmtes Vorbild, denn auch ein Herbert Prohaska, der mittlerweile ein guter Freund von ihm geworden ist, hatte zum Beispiel während seiner Zeit als österreichischer Teamchef und wird auch nie ein Hehl daraus machen, welchem Klub seine Liebe gehört – Violett!

 

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