06.05.2009, 10:30 Uhr

KRAMMER WILL HANDBREMSE LÖSEN & FREUT SICH AUF "PUSHER" FLORIAN KLEIN

Krammer will Handbremse lösen & freut sich auf "pusher" Florian Klein

Gegen Matterburg hat Thomas Krammer in seiner ersten Saison für Violett bereits sein 40. Pflichtspiel absolviert. Abgesehen von einer Gelbsperre verpasste der Steirer damit in der Meisterschaft nur eine einzige Partie und doch betrachtet er sein Debütjahr für die Wiener Austria mit einer gesunden Portion Selbstkritik: „Meine Einsatzstatistik ist gut, aber mit meinen gezeigten Leistungen kann ich nur sehr bedingt zufrieden sein.“

 

Auf Umstellungsprobleme nach zehn Jahren bei Sturm Graz will der 26-Jährige die teils durchwachsene Spielzeit aber nicht schieben: „Ich bin jetzt schon die fünfte volle Saison in der Bundesliga dabei. Es war sicher nicht mein bestes Jahr, auch wenn ich mich ins Zeug geworfen habe, wie selten zuvor und nach wie vor selbstverständlich mein Bestes gebe.“

 

Trotz dieser nicht restlos gelungenen Einstandssaison hat Krammer für seine nächsten Monate bei den Veilchen große Ambitionen, gilt es doch unter anderem seinen ersten Titel ins Trockene zu bringen und an Glanzleistungen der Vorsaisonen anzuknüpfen: „Ich will unbedingt den ÖFB-Cup holen, dann tief durchschnaufen und allerspätestens in der kommenden Saison den Austria-Fans zeigen, was wirklich alles in mir steckt.“

 

Dabei soll ausgerechnet Neuverpflichtung Florian Klein, der wie Krammer bevorzugt auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kommt, eine Rolle spielen, wie der Steirer verrät: „Konkurrenz belebt das Geschäft. Wer nicht Gas gibt, ist schnell weg vom Fenster. Wir werden uns gegenseitig pushen. Dadurch steigt auch das Trainingsniveau und die Qualität innerhalb der Mannschaft.“ Alles andere als Zukunftsängste bei dem Ex-Sturm-Spieler, der die offensive Transferpolitik bei der Wiener Austria begrüßt: „Mit Ortlechner, Klein und Junuzovic, den ich auch meiner Zeit in Graz gut kenne und ungemein schätze, haben wir bereits Spieler verpflichtet, um die uns beinahe jeder Verein in Österreich beneidet. Mit ihnen dürften wir einen weiten Schritt nach vorne machen, weil wir noch variabler werden.“ 

 

 

Genau darin sieht Krammer auch einen der wenigen Schwachpunkte, wenn er in einer Kurzanalyse zurückblickt: „Positiv hervor zu streichen ist, dass wir etliche Partien trotz Rückstand gedreht haben. Der Wille und die Moral im Team waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nahezu vorbildlich. Den Ausfall von Schlüsselspielern wie Milenko Acimovic haben wir aber nur schwer verkraftet und genau hier ist für die Zukunft der Hebel anzusetzen. Alle müssen mehr Verantwortung übernehmen, dabei nehme ich auch mich nicht aus.“

 

Beim anstehenden Schlager in Graz gibt es dazu bereits die nächste Gelegenheit. Geht es nach unserer Nummer 27, können sich die Anhänger beider Teams auf ein beinhartes Offensivduell um Platz drei in der Bundesliga freuen: „Sturm hat mit Spielen gegen Salzburg und in Ried das klar schwerere Schlussprogramm. Ihnen reicht keine Punkteteilung gegen uns, also müssen sie aus der Deckung kommen. Diese Spielweise liegt uns und selbst als ich noch bei Sturm gespielt habe, war die Austria in Liebenau der Angstgegner schlechthin.“

 

Zu viele Sentimentalitäten gibt es für Krammer, der über die Sturm-Akademie bei den „Blackies“ den Durchbruch schaffte, vor dem Showdown mit dem Ex-Klub nicht: „Wir wollen in Graz punkten, der Rest ist zweitrangig. Wenn wir den Pokal holen, dann wäre Sturm Graz mit Platz vier ebenfalls im Europacup und alle wären glücklich.“

 

Keine vorweggenommenen Muttertagsgeschenke am kommenden Samstag also auf dem Rasen, auch wenn es für Krammer samt Blumen für die Mutter gleich nach dem Spiel in seinen Heimatort Pöls ob Judenburg gehen wird. „Als waschechte Steirer sind meine Verwandten klarer Weise nach meinem Wechsel nach Wien etwas gespalten. Ich bin auf alle Fälle schon mit vollem Herzen ein Veilchen und fühle mich in Wien auch dank etlicher wunderschöner Plätze wie dem Naschmarkt, der Innenstadt oder dem nahen Neusiedler-See rundum wohl.“

 

Dementsprechend voller Tatendrang blickt er auf die verbleibenden vier Partien im Saisonfinale: „Abgesehen vom entschiedenen Titelrennen ist es sowohl im Kampf um die internationalen Startplätze als auch im Abstiegsrennen noch unglaublich spannend. Wir mischen mit Spielen wie gegen Sturm Graz und Altach in beiden Fragen noch ganz dick mit und werden uns in diesen letzten Partien und im ÖFB-Cup die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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