12.02.2009, 14:43 Uhr

KRAMMER: EIN JUBEL WIE DAMALS…

Krammer: Ein Jubel wie damals…

Thomas Krammer hat sich in der Gunst der Trainer hochgedribbelt. Beim Frühjahrs-Auftakt nächste Woche gegen Sturm Graz wird er mit großer Wahrscheinlichkeit in der Anfangsformation stehen. Ausgerechnet gegen jenen Klub, bei dem er groß geworden ist und wo er seinen ersten Stammplatz gehabt hat: Als Ballbub an der Seitenlinie. Vor mittlerweile 11 Jahren.

 

In Graz liegen die Wurzeln Krammers, dort hat er das Fußballspielen gelernt und seine ersten Schritte in der Bundesliga gemacht. Sein Debüt in der Kampfmannschaft feierte er am 9. März 2002, ab diesem Zeitpunkt trug er das Trikot der „Blackies“, ehe er im Sommer nach Wien-Favoriten wechselte. Eine seiner schönsten Erinnerungen an seine Anfänge waren die Spiele der Grazer in der Champions League. Das Highlight: Nach einem Outball durfte er als Ballkind bei der Partie gegen Real Madrid dem großen Clarence Seedorf das Leder hinwerfen und bereits damals war sein größter Wunsch, zumindest einmal ein Spiel in der Bundesliga machen  zu können.

 

Mittlerweile sind es bereits 151 in Österreichs höchster Spielklasse geworden und egal wie schön die Zeiten in Graz auch waren, am 21. Februar zählt nur der Erfolg mit der Austria. „Nicht, weil es gegen Sturm geht, sondern weil es für mich jedes Mal wieder etwas Besonderes ist, in ein Stadion mit einer guten Atmosphäre einzulaufen.“

 

Mit Sicherheit werden auch seine Eltern und ein paar Freunde dem Spiel beiwohnen, ebenso sicher sind ihm Pfiffe, denn die Grazer Anhänger haben ihm seinen Wechsel zur Austria übel genommen. Wobei Krammer das Pfeifkonzert gar nicht verstehen kann, schmunzelnd sagt er: „Ich komme mir vor wie eine Legende, wenn man mich auspfeift. Das zeigt aber, dass ich dort Eindruck hinterlassen habe und das ehrt mich sogar. Schlimmer wäre es, wenn es keinen interessieren würde, ob ich da oder dort bin.“

 

Der Zufall beschert den Violetten gleich zwei Partien in kurzem Abstand gegen Sturm. Erst jene in der Meisterschaft und schon am 3. März auswärts das Cup-Viertelfinale. „Beide Spiele sind richtungsweisend“, weiß Krammer, der den Auftakt kaum erwarten kann. „Wir haben in der Vorbereitung sehr hart trainiert, ich fühle mich topfit und bin froh, dass es jetzt ernst wird.“

 

Sollte er ein Tor schießen, wird er spontan entscheiden, ob es einen Jubel gibt oder er darauf aus Respekt vor seinem Ex-Arbeitgeber verzichtet. Irgendeiner der Ballbuben wird dagegen sicher jubeln. So wie er vor 11 Jahren in der Champions League.