24.06.2009, 16:40 Uhr

JULIAN BAUMGARTLINGER WILL DIE VIOLETTE CHANCE NÜTZEN

Julian Baumgartlinger will die violette Chance nützen

„Der Kampf um die elf Startplätze zum Meisterschaftbeginn ist eröffnet“, kündigte Trainer Karl Daxbacher diese Woche an. Besonders groß wird der Konkurrenzkampf im dicht besetzten violetten Mittelfeld, wo auch Youngster Julian Baumgartlinger um einen Stammplatz rittert.

 

Beim gestrigen Testpiel gegen die Admira lieferte „Baumi“ eine erste echte Talenteprobe ab, die er aber keinenfalls überbewerten möchte: „Nach den sportmedizinischen Tests, einem Vorbereitungsspiel und einer Einheit  ist es für erste Einschätzungen viel zu früh. Ich kann bisher nur sagen, dass ich mich auf Anhieb sehr wohl fühle. Wir haben eine sehr sympathische, junge Truppe, von der ich ein Drittel alleine aus den Nachwuchsnationalmannschaften gut kenne.“

 

Auch in Wien hat sich der ehemalige 1860-Legionär nach einer kurzen Verschnaufpause auf den Balearen schon eingewöhnt: „ Ähnlich wie München hat Wien viel Flair. Ich habe bereits eine nette Wohnung gefunden und kann daher schon demnächst aus dem Hotel ausziehen.“ Auch der persönliche Anschluss war nach acht Jahren in Deutschland schnell gefunden. Unabhängig von der Mannschaft studieren noch einige meiner Freunde in Wien“, so der BWL-Student, der also auch abseits des Platzes Köpfchen beweist.

 

Die erste Einschätzung des neuen Kaders fällt für Baumgartlinger sehr vielversprechend aus: „Vor allem spielerisch erwarte ich mir hier bei der Austria einiges.“ Genau dafür wurde der 21-Jährige auch geholt, wie AG-Vorstand Thomas Parits unterstreicht: „Julian  ist sehr couragiert, engagiert und dynamisch und genau auf solche Spielertypen setzen wir in Zukunft. Die nötige Ruhe am Ball und die Zweikampfstärke sind seine größten Trümpfe.“ Diese Vorschusslorbeeren aus der Führungsetage sieht Parits aber keineswegs als Freifahrtsschein in die Startelf: „Viel kann Julian noch nicht vorweisen. Er hat zweifellos die Anlagen, aber trotzdem muss er erst beweisen, dass er sich auch bei der Wiener Austria behaupten kann.“

 

Keine leichte Aufgabe, wie auch der violette Neuzugang weiß: „Gerade auf meiner Position haben wir einige sehr gute Spieler. Auch wenn es mir vielleicht nicht jeder abkauft, aber darin sehe ich einen Vorteil. Die Qualität im Team ist bereits jetzt sehr hoch. Von gestandenen Profis, wie auch dem jetzt noch verpflichteten Petr Vorisek, kann ich nur profitieren. Es wird eine echte Herausforderung, aber ich bin jung, sehr ehrgeizig und weiß um meine große Chance hier bei der Austria. Ich werde alles versuchen, die Trainer in der Vorbereitung mit vollem Engagement von meinen Qualitäten zu überzeugen.“

 

Wirklich ärgerlich ist für Baumgartlinger angesichts seines großen Tatendrangs dieser Tage eigentlich nur die derzeit standfindende U21-WM in Schweden, der der U21-Teamkapitän doch nachweint: „Wir haben uns im Herbst von Finnland in letzter Sekunde das scheinbar sichere Ticket für diese Europameisterschaft noch nehmen lassen. Wenn ich nur daran denke, könnte ich jedes Mal ausflippen. Wir hätten mit diesem so erfolgreichen Jahrgang auch gegen Topteams aus Italien, Deutschland oder England mit Stars wie Theo Walcott aufzeigen können.“ 

 

Aber selbst in dieser verpassten Chance sieht der fast 50-fache Nachwuchsteamspieler, der zuletzt gegen Serbien erstmals im Kader der Nationalmannschaft stand, etwas Positives: „Von der Austria wären etliche Spieler (Anm.: Dragovic, Madl, Suttner, Sulimani, Junuzovic, Okotie und eben auch Kapitän Julian Baumgartlinger) mit an Bord gewesen.“ So können wir als vollständiges Team die gesamte Vorbereitung absolvieren, was besonders angesichts der zahlreichen Neuzugänge in Hinblick auf die kommende Saison wichtig ist.“

 

Dass die Meisterschaft 2009/10 für den  gebürtigen Salzburger nur 15 Minuten von seinem Heimatort Mattsee nahe der Mozartstadt in Wals Siezenheim startet, ist für den 21-Jährigen ein besonderer Ansporn. „Die Familie und zahlreiche Freunde haben mich schon darauf angesprochen. Sie wollen mir alle vor Ort im Stadion kräftig die Daumen drücken. Deswegen heißt es nun in der Vorbereitung doppelt so hart arbeiten, um für sie zum Meisterschaftsstart in drei Wochen auch wirklich dabei sein zu können.“

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
» zur Gesamttabelle