09.10.2009, 13:05 Uhr

JULIAN BAUMGARTLINGER – IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT

Julian Baumgartlinger – in der Ruhe liegt die Kraft

Er ist einer der absoluten Aufsteiger in dieser Saison – Julian Baumgartlinger hat bei der Wiener Austria in den vergangenen Monaten einen echten Traumstart hingelegt. Zuletzt stand der zweikampfstarke Mittelfeldmotor, von seiner Sperre in Bilbao abgesehen, bereits zehn Mal in Folge in der violetten Startelf. In Rumänien (1:1) feierte er vor nicht einmal einem Monat auch sein Debüt in der Österreichischen Nationalmannschaft.

 

Turbulente und sehr erfolgreiche Wochen also, im Leben des 21-Jährigen, der von diesem Erfolgsrun selbst positiv überrascht ist: „Es ist jetzt wirklich alles verdammt schnell gegangen, aber für mich ist das kein Problem. Ich weiß, was ich kann, ich weiß, was mir noch fehlt und ich bin nicht der Typ, der abhebt.“ 

 

Am Montag ging es mit dem Tross der Nationalmannschaft nach Seefeld in Tirol, wo sich „Jules“ mit dem Team auf die verbleibenden zwei WM-Qualifikationsspiele gegen Litauen und Frankreich vorbereitet. Am Dienstag stand noch die Regeneration im Vordergrund und auch am Mittwoch wurde, trotz zweier Trainingseinheiten, noch nicht volles Programm gefahren: „Viele von uns waren auch in der Europa League im Einsatz und schnaufen gerade noch etwas durch.“ Am Donnerstag ging es dafür voll zur Sache und das ist bekanntlich ganz nach dem Geschmack von Julian Baumgartlinger.

 

Das Kraftpaket im Mittelfeld der Veilchen strotzt angesichts seines guten Laufs vor Selbstvertrauen: „Ich wurde bei der Austria vom ersten Tag weg sehr gut aufgenommen. Ein Fußballer bringt erst dann so richtig starke Leistungen, wenn er sich auch wohlfühlt. Der Einstieg wurde mir diesbezüglich sehr erleichtert und auch deshalb habe ich mich gut weiterentwickelt.“

 

Am meisten geholfen hat dem frischgebackenen Teamspieler dabei der Spielrhythmus: „In München habe ich bekanntlich wenig Spielzeit bekommen. Gerade als Junger ist das aber der entscheidende Faktor. Nach meinen ersten Einsätzen von Beginn habe ich den Rhythmus schnell gefunden und vor allem deshalb komme ich immer besser zu Recht.

Dass es trotzdem noch genug zu verbessern gibt, weiß aber auch der frischgebackene Teamspieler: „In meiner Position als zentraler Mittelfeldspieler ist neben dem entsprechend aggressiven Zweikampfverhalten die Ruhe am Ball entscheidend. Manchmal fehlt sie mir noch, aber es wird mit jedem Match besser.“ Gleiches gilt für die letzte Konsequenz im Abschluss: „Gegen Mattersburg hätte ich alleine vor dem Torhüter treffen müssen, aber auch hier ist es nur eine Frage der Zeit und Spielpraxis, bis mir der Knopf aufgeht.“

 

Schöne Aussichten also für die Wiener Austria und ihre Fans, wenn man bedenkt, welche Fortschritte der Youngster seit seiner Ankunft im Sommer bereits gemacht hat. Angesichts der überschlagenden Ereignisse und dem Siedlungsstress legte Baumgartlinger sein Wirtschaftsstudium für einige Monate auf Eis. „Wenn sich der Wirbel etwas gelegt hat und die Dinge eingespielt sind, werde ich aber auch hier wieder Gas geben.“


Auf die nächsten Aufgaben nach dem Länderspiel-Doppel freut sich der gebürtige Salzburger besonders. „Gegen die Truppe von Huub Stevens wollen wir unsere gute Bilanz im Horr-Stadion weiter ausbauen und Werder Bremen ist gerade für mich, mit meiner Deutschland-Vergangenheit, ein echter Leckerbissen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 22
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. SK Rapid Wien 9 16
4. CASHPOINT SCR Altach 9 16
5. FK Austria Wien 9 13
6. SV Guntamatic Ried 9 11
7. RZ Pellets WAC 9 9
8. FC Admira Wacker Mödling 9 9
9. SKN St. Pölten 9 6
10. SV Mattersburg 9 5
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