15.04.2009, 12:30 Uhr

JACEK BAK: "ICH WERDE AUCH MIT DER AUSTRIA EINEN TITEL HOLEN!"

Jacek Bak: "Ich werde auch mit der Austria einen Titel holen!"

Im Interview mit www.fk-austria.at spricht Austrias Abwehrchef Jacek Bak über das Saisonfinish, Titelträume, Heimaturlaube, den Wechsel von Fränky Schiemer zu Salzburg und eine mögliche Zukunft in Violett.

 

Die Meisterschaft neigt sich langsam, aber sicher, dem Ende entgegen. Wie beurteilst Du die bisherigen Leistungen und was ist in dieser Saison noch möglich?

Wir kommen langsam auf die Zielgerade und sind derzeit auf Kurs Richtung Europacup. Das ist für mich persönlich das Wichtigste. Um den Meistertitel werden wir nicht mehr mitmischen können, aber auch in dieser Saison haben wir uns einmal mehr im Spitzenfeld der Liga gehalten. Nach dem Kapfenberg-Spiel wartet mit dem Wiener Derby schon das nächste absolute Bundesliga-Highlight. Wir wollen auch nach diesem Duell mit Rapid wie schon im Herbst die Nummer eins in Wien bleiben. Das sind wir unseren Fans schuldig und dafür werden wir alles geben. Vorerst haben wir mit Kapfenberg und dem Cup in Wiener Neustadt aber noch zwei andere, ganz heiße Partien vor uns und darauf liegt meine volle Konzentration.

 

Was gibt es zu unserem nächsten Gegner Kapfenberg zu sagen?

Sie haben sich, für viele überraschend, in der Bundesliga etabliert. Wir sind gegen Kapfenberg noch ungeschlagen, die Matches waren allerdings immer sehr knapp und heiß umkämpft. Dennoch, wir sind die Wiener Austria, haben die bessere Mannschaft und wollen unbedingt wieder international dabei sein. Aus diesem Grund und weil wir es uns spätestens nach dem Sturm-Sieg bei Rapid vergangenen Sonntag einfach nicht leisten können, daheim Punkte liegen zu lassen, müssen und werden wir Kapfenberg besiegen.

 

Gibt es auch für das Cup-Halbfinale in Wiener Neustadt eine ähnliche Ansage?

Nein, aber dazu gibt es eine andere Geschichte. Ich habe bisher bei jedem meiner Vereine, egal ob in Posen, Lyon, Lens oder sogar mit Al-Rayyan in den Arabischen Emiraten einen Titel geholt. Diese Serie muss und wird auch bei der Wiener Austria halten. Wir werden voll konzentriert in diese schwierige Aufgabe gehen und sie hoffentlich nach meinen Vorstellungen meistern. Es ist immer schwer, wenn man, so wie wir in Wiener Neustadt, in der Favoritenrolle ist. Wirklich gute Mannschaften müssen mit diesem Druck aber umgehen können. Schaffen wir diese Hürde einmal, dann wird uns auch im Finale keiner mehr aufhalten können.

 

Man spürt bei Dir derzeit förmlich den Tatendrang, ein Indiz dafür, dass Du auch in der kommenden Saison noch Deine Fußballschuhe schnüren wirst?

Dieser Eindruck täuscht nicht. Ich fühle mich bei weitem nicht wie 35 und bin körperlich in ausgezeichneter Verfassung. Auch in dieser Saison werde ich voraussichtlich wieder 40 Pflichtspiele abspulen. Ich habe immer gesagt, dass ich so lange weiterspielen möchte, so lange ich mein Niveau halten kann und mir der Fußball Freude macht. Derzeit verhandle ich mit der Austria und es kann gut sein, dass ich noch eine weitere Saison in Wien bleiben werde.

 

Was sagst Du dazu, dass Fränky Schiemer die Wiener Austria im Sommer verlassen wird?

Er hat seine Qualitäten und wird sich auch bei der größeren Konkurrenz in Salzburg schnell einen Stammplatz erarbeiten. Ich wäre an seiner Stelle und in seinem Alter aber ins Ausland gegangen, weil man sich dort auf alle Fälle noch besser weiterentwickeln kann. Ob man diesen Schritt wagt, oder nicht, hängt aber von jedem Spieler selbst und seinen persönlichen Zielen ab. Deshalb ist seine Entscheidung zu akzeptieren. Bis zum Schlusspfiff im letzten Saisonspiel gegen Kärnten wird er noch alles für die Wiener Austria geben, davon bin ich überzeugt.

 

Du warst in den vergangenen 15 Jahren Deiner Karriere im Ausland. Schmerzt es, wenn man aufgrund des dichten Programms beispielsweise über Ostern nicht ein paar Tage mit der Familie verbringen kann?

Nein, weil ich ein Profi bin, gutes Geld verdiene und mit dieser Situation umgehen kann. Sicher wäre ich vergangenes Wochenende lieber in Polen gewesen, aber auf uns warten schwere Aufgaben und darauf liegt derzeit mein Fokus. Ich telefoniere viel mit meiner Familie und freue mich schon, wenn ich in der Sommerpause zwei, drei Wochen mit meinen Lieben in unserem neuen Haus in Polen verbringen kann. Über kurz oder lang wird ihnen in den nächsten Jahren meine volle Aufmerksamkeit gehören. Ich hoffe, sie halten mich dann überhaupt noch aus (lacht). Bei jedem Profisportler mit Familie schlagen zwei Seelen in einer Brust. Bei mir dominiert derzeit noch der Fußball und das könnte auch noch eine Zeit lang so bleiben.