28.03.2009, 12:40 Uhr

INTERVIEW MIT KARL DAXBACHER, TEIL I: "LEISTUNG UND ENTWICKLUNG UNSERER MANNSCHAFT STIMMEN"

Interview mit Karl Daxbacher, Teil I: "Leistung und Entwicklung unserer Mannschaft stimmen"

Genau drei Viertel der Meisterschaft sind gespielt, Zeit für Trainer Karl Daxbacher eine erste kleine Bilanz zu ziehen, die Rolle seiner  Youngsters und Routiniers näher zu beleuchten und über Ergebnisfußball und Taktik zu philosophieren.

 

Herr Daxbacher, 27 Runden der Meisterschaft sind gespielt, wie sieht Ihre erste Bilanz aus?

Wenn man die Voraussetzungen betrachtet, unter denen wir in diese Saison gestartet sind, haben wir eine sehr respektable Performance abgeliefert. Der befürchtete Absturz nach der Loslösung von Hauptsponsor Magna und dem gewaltigen Umbau in der Mannschaft ist nicht eingetreten. Die Austria hat sich in der bisherigen Meisterschaft einmal mehr im Spitzenfeld etabliert - das war angesichts der Umstände nicht selbstverständlich. Wir stehen ähnlich gut da wie im vergangenen Jahr und haben noch dazu die große Chance den Cup-Titel zu holen.

 

Gerade in dieser Saison haben wieder einige junge Spieler bei der Austria einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht.

Diese sehr erfreuliche Tatsache ist ein ganz wichtiger Grund mehr, warum ich eine positive Zwischenbilanz ziehe. Ich hätte mir zu Saisonbeginn nicht gedacht, dass gleich eine Reihe von Youngsters wirklich tragende Rollen in unserem Spiel einnehmen werden. Bestes Beispiel dafür ist Aleksandar Dragovic, der als 18-Jähriger auch in wirklich schwierigen Partien wie im Derby seinen Mann steht. Ähnliches gilt für Markus Suttner, der auf der linken Abwehrseite den Durchbruch schaffte. Gerade als Junger bekommt man am Anfang schwer eine Chance um sich zu beweisen, aber beide konnten ihre gut nützen. Auch Rubin Okotie oder ein Emin Sulimani haben sich bisher in dieser Saison gut weiterentwickelt. Angesichts der hohen Erwartungshaltung bei der Wiener Austria sind diese Beispiele noch höher einzuschätzen. Die Austria hatte immer einen exzellenten Nachwuchs und diese Tradition setzt sich fort.

 

Eine fast noch wichtigere Rolle spielten in dieser Saison aber auch die guten Leistungen der violetten Routiniers.

Ich habe schon beim LASK im gleichen Maße auf Routiniers gesetzt und eine ähnliche Linie fahre ich auch bei der Austria. Die Achse Bak-Blanchard-Acimovic-Bazina war entscheidend für unsere Erfolge. Vor allem, weil diese Spieler voll mitgezogen haben, konnten wir viele entscheidende Punkte einfahren und uns im vorderen Drittel behaupten. Sie sind schwer zu ersetzen und heben die Qualität im Team enorm.

 

Dennoch wurde der Austria in dieser Saison einige Male vorgeworfen, zu sehr auf Ergebnisfußball und zu wenig auf die Attraktivität im Spiel zu setzen.

Der Erfolg muss bei jedem Verein die oberste Prämisse sein, auch wenn er auf Kosten der Attraktivität geht. Als Trainer wird man nur an dem Erreichten gemessen. Natürlich hätte ich auch lieber, dass wir in jedem Spiel ein Offensivfeuerwerk abbrennen, aber das ist nicht immer möglich. Es ist meine Aufgabe, die Möglichkeiten des  Kaders richtig einzuschätzen und das Maximum herauszuholen. Bei der Austria ist das auch ein wenig der Fluch der Geschichte, weil man seit jeher als technisch und spielerisch starkes Team galt. In Wahrheit wird die taktische Aufstellungen durch das vorhandene Spielermaterial und bestimmte Typen vorgegeben. Eine Steuerung ist hier nur über eine entsprechende Transferpolitik möglich.

 

 

 

Teil 2 des Interviews

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 12 28
2. FC Red Bull Salzburg 12 25
3. SK Rapid Wien 12 22
4. FK Austria Wien 12 18
5. FC Flyeralarm Admira 12 18
6. LASK 12 16
7. CASHPOINT SCR Altach 12 16
8. RZ Pellets WAC 12 12
9. SV Mattersburg 12 7
10. SKN St. Pölten 12 2
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