30.05.2009, 13:00 Uhr

FLORIAN METZ SAGT VOERST LEBEWOHL ZU VIOLETT

Florian Metz sagt voerst Lebewohl zu Violett

Abschied nehmen fällt bekanntlich schwer. Besonders schwierig ist es für Florian Metz, der die Wiener Austria nach fast elf Jahren in Richtung Linz verlassen wird. „Als Ur-Veilchen war das schon ein schwieriger Schritt, aber für mich ist es jetzt der richtige Zeitpunkt flügge zu werden.“

 

 

Der Startschuss für seine violette Karriere war der 1. August 2004, als das Trainerduo Kronsteiner & Söndergaard den damals 18-Jährigen ausgerechnet im Wiener Derby ins kalte Wasser warf und der Akademiker auf der rechte Abwehrseite eine echte Talentprobe ablieferte (siehe Bild oben). Was folgte, waren UEFA-Cup-Einsätze gegen Legia Warschau, Utrecht oder Saragossa (siehe Bilder unten), die Metz noch heute als absolute Highlights bei den Veilchen sieht: „Als ganz junger Spieler war es schon ein Wahnsinn, bei diesen mittlerweile legendären Europacupspielen dabei zu sein.“

 

 

Zum ersten Mal hinein geschnuppert hatte Metz zu den Profis schon im zarten Alter von zwölf, als er sich samt Vater am Weg zum Probetraining in den Katakomben des Praters verlief, wie er sich lachend erinnert: „Plötzlich standen wir in der Kabine der Austria-Kampfmannschaft und Zeugwart Christian Stoyer hat uns gleich ordentlich die Leviten gelesen.“

 

 

Seinen Spind mit der Nummer 18 wird Metz nach dem Kärnten-Spiel räumen und Erinnerungen dürften dabei nicht nur in Sachen Europacup wach werden: „Auch wenn der endgültige Durchbruch aus welchen Gründen auch immer nicht ganz klappen wollte, habe ich mit der Austria doch einiges erreicht, wenn ich an die Meisterschaft 2006, die Cup-Titel und meinen Stadthallensieg denke.“

 

Am meisten berührt hat den Erzvioletten aber ein ganz persönlicher Erfolg: „Als ich die Austria vor fast genau einem Jahr im letzten entscheidenden Meisterschaftsspiel um die Europacup-Qualifikation gegen Wacker Innsbruck erstmals als Kapitän auf das Feld geführt habe, war das schon ein sehr prägendes Erlebnis für mich. Darauf bin ich stolz und das nimmt mir auch niemand mehr weg.“ (siehe nachfolgendes Bild)

 

 

Die erste Rückkehr mit den Linzer Athletikern in seine langjährige Heimstätte wird für den Niederösterreicher kein Spiel wie jedes andere: „Vermutlich werde ich im Horr-Stadion rein aus Gewohnheit gleich in die falsche Kabine laufen, aber es soll Schlimmeres passieren“,  grinst Metz. „Erst vor wenigen Tagen habe ich mir überlegt, wie oft ich in den vergangenen Jahren die Fischhofgasse zum Training entlang gefahren bin. Es müssen allein mehr als 1.500 Trainingseinheiten gewesen sein.“

 

Ein wenig mulmig ist dem mittlerweile 23-Jährigen schon, wenn er am Sonntag gegen Austria Kärnten sein vorläufig letztes Spiel für die Wiener Austria bestreiten wird: „Natürlich nimmt mich das ganze mit. Jeder weiß, dass ich Violetter mit Herz und Seele bin, aber mir war die Gefahr zu groß, als erste Austria-Legende auf der Bank in die Vereinsgeschichte einzugehen. Dennoch glaube ich, dass ich schon ordentlich schlucken werde, wenn ich mich ein letztes Mal von meinen Fans auf der Osttribüne verabschiede.

 

Dass es ein Abschied für immer wird, möchte Metz nicht wirklich glauben. „Ich freue mich unheimlich auf meine neue Aufgabe. Jetzt heißt es für mich beim LASK so schnell wie möglich in eine tragende Rolle zu wachsen. Die Austria wird für mich immer ein ganz besonderer Verein bleiben. Ich denke die Tür in Favoriten wird für mich offen bleiben und wer weiß schon, was in einigen Jahren passiert.“