25.03.2009, 10:18 Uhr

DER MANN MIT DEM CHARISMA KEHRT ZURÜCK!

Der Mann mit dem Charisma kehrt zurück!

Manchmal ist der Blick in den Rückspiegel so schön, dass man ihn immer wieder gerne macht. Deswegen machen wir noch einmal einen Schritt zurück in unserer Klub-Geschichte und erinnern uns anläßlich der Rückkehr von Trainer Christoph Daum, der am Donnerstag mit dem 1. FC Köln ins Horr-Stadion kommen wird (20 Uhr), an diesen magischen Moment, als wir in seiner Ära erstmals nach zehn Jahren wieder Meister geworden sind.

 

Der „schlafende Riese“ hat sich damals endlich gestreckt, der Traum vom Titel wurde in die Tat umgesetzt. Wir erinnern uns: Der auf dem Rasen liegende Thomas Mandl; der mit nach oben gestreckten Armen durch das Grazer Schwarzenegger Stadion laufende Vladimir Janocko; der auf der Tribüne von hemmungsloser Begeisterung hoch hüpfende Manager Markus Kraetschmer; das Jubelknäuel mit den Spielern, mit Trainer Christoph Daum; die 2000 mitgereisten Fans in „ihrer“ Kurve – der Traum vom Gewinn der Meisterschaft ist an diesem 27. April 2003 mit dem 2:1-Sieg beim GAK endlich wahr geworden. Kapitän Michael Wagner stemmte eine Kopie des Meistertellers in den sonnengetränkten Himmel und alle verfielen in einen Freudentaumel, auf den man zuvor lange warten musste.

 

Akribisch hatte Daum diesen Titel damals vorbereitet und alles bis ins kleinste Detail geplant. Schon seine Antritts-Pressekonferenz im Oktober 2002 ließ erahnen, welches Trainer-Kaliber nach Österreich geholt wurde. Da waren plötzlich deutsche Medien Stammgäste im Horr-Stadion, standen Journalisten Schlange, um ein Interview zu bekommen. Nicht nur die Sport-Presse, auch Wirtschaftsblätter und Societymagazine zeigten Interesse an Daum und der Austria.

 

 

Er genoss den Rummel um seine Person natürlich, allerdings nicht lange, denn für ihn stand die Arbeit im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Egal ob beim 1. FC Köln, dem VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Besiktas Istanbul, der Austria oder bei Fenerbahce – wo ein Daum ist, wird gearbeitet, wird 24 Stunden am Tag für Fußball gelebt.

 

Wer in Daum einen akribischen Arbeiter sieht, hat Recht. Ihn aber nur als das zu sehen, wäre wiederum falsch. Man kann Stunden mit ihm verbringen, wenn er zum Beispiel erzählt, warum man bei brasilianischen Fußballern darauf achten muss, aus welchem Teil des Landes sie kommen. Oder wenn er plötzlich einen Gedankensprung zum Thema „Rasenheizung“ macht, fünf Minuten später dann von seinen Lieblingsweinen schwärmt, um dann das Gespräch mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich der Ausdauer-Belastungsfähigkeit zu beenden.

 

Mit ihm hat damals eine neue Zeitrechnung bei der Austria begonnen. Daum hat bei den Violetten viel von seinen vorangegangenen Trainerstationen einfließen lassen und auch im Umfeld für profihafte Bedingungen gesorgt. Mit ihm hat sich der Zeiger nach vorne bewegt, für den ganz großen (internationalen) Wurf hat es letztendlich aber auch nicht gereicht. Im UEFA-Cup sind wir am späteren Sieger FC Porto mit Coach Jose Mourinho gescheitert und nach dem Meistertitel hat uns Daum in Richtung Fenerbahce verlassen. 

 

Wer diesen Charakter persönlich kennen lernen möchte, der muss am Donnerstag, um 18 Uhr, im MEGASTORE in der Osttribüne sein, denn dort wird er gemeinsam mit Toni Polster Autogramme schreiben.