23.04.2009, 13:23 Uhr

DER KOLOSS STEHT WIEDER AUF BREITEN BEINEN

Der Koloss steht wieder auf breiten Beinen

Der FK Austria Wien glaubt wieder an sich und seine Ziele. Nicht, dass jemals einer öffentlich Zweifel ausgesprochen hätte, aber mit dem Einzug ins Cupfinale weht nun eine spürbare „Jetzt-erst-recht“-Brise durch das Horr-Stadion. Nach dem 1:0-Sieg beim SC MAGNA Wr. Neustadt läßt sich zudem eines ganz leicht herausfiltern: Der schmale Grat, auf dem man noch am Mittwoch nachmittag gewandert ist, wurde um viele Kilometer breiter.

 

Vor dem Anpfiff in Wr. Neustadt spukte noch der Super-Gau in den Köpfen der Pessimisten herum: Niederlage im Cup, Niederlage im Derby – baba Europacup? Das ist mit der Chance auf den Pokalsieg endgültig vom Tisch, nun herrschen Sonnenschein, erneute Aufbruchstimmung und Motivation ohne Ende, es am Sonntag auch dem Erzrivalen zu zeigen. AG-Vorstand Thomas Parits: „Wir haben die Partie gegen Kapfenberg gedreht und Wr. Neustadt rausgeboxt – einen schöneren Schuss Selbstbewusstsein kann es nicht geben.“

 

Selbst der immer gelassen wirkende Parits war nach dem Goldtor von Rubin Okotie befreit und scherzte, obwohl die Lage zuvor noch etwas verzwickt war. „Ich hätte geglaubt, dass uns der Ausfall von Abwehrchef Jacek Bak mehr zu schaffen machen würde, aber unsere Jungs haben das hervorragend gemacht“, schwärmt er und meint damit das Trio Suttner/Schiemer/Dragovic, das hinten den Beton angerührt hat. „Sie haben die Feuertaufe für Rapid mit Vorzugsnoten bestanden.“

 

Aber nicht nur unsere junge Abwehr und die Youngsters Rubin Okotie sowie Emin Sulimani machten die Austria wieder zu dem unbezwingbar scheinenden Cup-Koloss (zum sechsten Mal in Folge im Finale!), auch Routiniers wie Jocelyn Blanchard oder Szabolcs Safar lobt Parits stellvertretend für die komplette Mannschaftsleistung: „Aufgrund des Geplänkels im Vorfeld war es eine gute Leistung von uns. Es war kein Spaziergang, aber ich hatte immer das Gefühl, dass die Spieler zeigen wollten, dass sie ins Endspiel gehören und nicht Wr. Neustadt.“ 

 

Die Austria hat es wieder einmal bis ins Finale geschafft, und das ohne Heimspiel, aber mit fünf Auswärtserfolgen!

Der wertvollste Titel nach dem Gewinn der Meisterschaft ist somit weiterhin realistsich. Als zweitwertvollster wird er nämlich von der UEFA eingestuft: Der Cupsieger erspart sich eine Quali-Runde im Europacup und steigt somit später als der Meisterschafts-Zweite ein. Bislang haben wir ca. 160.000 € umgesetzt, als Finalteilnehmer bekommt man zusätzlich 80.000 € Startgeld. „Bis zum Semifinale ist es mit den Spesen nur ein Nullsummenspiel, jetzt wird verdient“, erklärt Wirtschafts-Vorstand Markus Kraetschmer.

 

Zudem hat die Austria weiterhin die Perspektive, es auf zwei Arten in die Europa League, den ehemaligen UEFA-Cup, zu schaffen: über Platz 2 oder 3 in der Meisterschaft oder über den Cup. Kraetschmer: „Wir haben immer gesagt, dass die Qualifikation für den Europacup eine wichtige Einnahmequelle für die kommende Saison wäre, denn auch Sponsorengespräche lassen sich mit der Garantie eins internationalen Startplatzes etwas leichter führen. Man ist einfach attraktiver damit.“ Die Braut hat sich herausgeputzt, jetzt fehlen nur noch die heiratswilligen Werber…

 

Infos über den Kartenvorverkauf für das Finale in Mattersburg am 24. Mai gegen Trenkwalder Admira gibt es ab morgen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
» zur Gesamttabelle