16.11.2009, 11:48 Uhr

DAXBACHER: "FREUE MICH AM LIEBSTEN NACH INNEN"

Daxbacher: "Freue mich am liebsten nach innen"

So darf es ruhig weitergehen. In der Tabelle der Bundesliga kämpfen wir um die Spitze, daheim sind wir bereits seit 22 Spielen ungeschlagen, haben sechs aktuelle Teamspieler - Gründe genug, um mit dem Coach ein Interview zu führen.

 

Herr Daxbacher, ist Fußball ein schnelllebiges Geschäft geworden?
„Darüber gibt es ja keine Diskussion. Aber dieses Geschäft war schon immer so, auch als ich noch Spieler war, gab es ständig ein Kommen und Gehen. Durch die Medienlandschaft dreht sich das Rad aber natürlich schneller als früher. Heute wird fast schon von Spiel zu Spiel beurteilt, daher muss man immer versuchen, richtig damit umzugehen.“

 

Wir sind seit mehr als einem Jahr daheim ungeschlagen. Überrascht? Stolz?
„Stolz klarerweise. Es waren viele enge Spiele, bei denen wir auch Glück hatten, aber das gehört dazu. Das Positive war, dass wir einige Male Rückstände aufgeholt und in Siege verwandelt haben. Das zeigt, dass eine Mannschaft auf dem Feld steht, die den Willen hat zu gewinnen. Es passt die Chemie, die Strukturen im Klub, die Linie, ansonsten wäre vieles unmöglich. Zudem gibt es bei uns keine Gruppenbildung, das ist genauso wichtig.“

 

Trotz massivem Umbau haben die Zahnräder relativ schnell gegriffen, denn alle Ziele wurden bislang erreicht.
„Bei so einem Einschnitt wie wir ihn im Sommer gemacht haben, bleibt zwar immer ein gewisses Restrisiko und ein kleiner Unsicherheitsfaktor, aber der Zeitpunkt war richtig gewählt. Aus mehreren Gründen. Zum einen wollten wir die Mannschaft verjüngen und uns sportlich weiterentwickeln. Zum anderen waren es ebenso wirtschaftliche Aspekte, denn es haben uns auch einige teure Spieler verlassen, denen wir keine Verträge in diesen Dimensionen mehr angeboten haben.“

 

Sie wirken immer sehr ruhig, bleiben auch in hitzigen Phasen sehr gelassen – wie viel Kraft kostet das?
„Natürlich kosten gewisse Momente viel Kraft, aber das Ruhige ist meine Lebenseinstellung und meine Philosophie. Wichtig ist, dass man sich nicht verstellt und vorgibt jemand zu sein, der man gar nicht sein kann.“

 

Ist jedes Spiel eine neue Bewährungsprobe?
„Ja, natürlich. Jede Partie stellt eine Herausforderung dar, aber auch jede Saison und jeder Klub. Als ich zur Austria gekommen bin, war das als Trainer sicher meine bislang größte Bewährungsprobe, da gerade MAGNA ausgestiegen ist. Wir blickten in eine unsichere Zukunft, aber bei einem Angebot von meiner Austria konnte die Herausforderung gar nicht groß genug sein. Wenn am Ende auch noch das Endprodukt passt wie bei uns mit dem Cupsieg oder der erfolgreichen Qualifikation für die Europa League, tut das sehr gut.“

 

Momentan stehen wir auf Platz 2 in der Tabelle, sind im Cup voll dabei, könnten mit etwas Glück sogar noch in die nächste Runde der Europa League kommen. Wie wir Sie kennen, werden Sie sagen, dass wir zwar im Soll sind, aber noch nichts erreicht haben, richtig?
„Ich bin schon lange genug dabei und weiß, dass sich die Stimmung immer schnell ändern kann. Somit bin ich nicht himmelhoch jauchzend, aber auch nicht zu Tode betrübt. Ich freue mich am liebsten nach innen, für mich zählt nicht nur der Sieg, sondern auch die Saison.“

 

Sie haben in Ihrer Austria-Trainer-Zeit Rubin Okotie, Julian Baumgartlinger und Aleksandar Dragovic zu österreichischen Teamspielern geformt. Sind Sie darauf stolz?
„Es freut mich, wenn sie nach so kurzer Zeit meine Spielphilosophie annehmen und erfolgreich sind. Manchmal zweifeln die Spieler Ratschläge an, aber im Endeffekt sehen sie doch, dass ihre persönlichen Erfolge nur mit jenen der Mannschaft einhergehen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 18 36
2. CASHPOINT SCR Altach 18 36
3. FC Red Bull Salzburg 18 34
4. FK Austria Wien 18 34
5. SK Rapid Wien 18 24
6. RZ Pellets WAC 18 22
7. FC Admira Wacker Mödling 18 22
8. SV Guntamatic Ried 18 20
9. SKN St. Pölten 18 14
10. SV Mattersburg 18 11
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