13.04.2009, 10:39 Uhr

BLANCHARD WAR IN DER KABINE SCHARF WIE CHILI

Blanchard war in der Kabine scharf wie Chili

Ein Loch wurde gestopft, das nächste aufgerissen. Mit dem 0:0 beim SV Ried hat der FK Austria Wien die Schlappe von Salzburg mehr oder weniger gut weggesteckt. Allerdings waren noch nicht einmal alle Spieler fertig geduscht, da schoss Jocelyn Blanchard noch immer scharf wie Chili durch die Kabine. Grund für seine Erregung war ein Transparent der mitgereisten Austria-Fans, auf dem sie ihren Unmut über Fränky Schiemers Wechsel zu Red Bull Salzburg kund taten. „Judas Schiemer“, haben sie weiß  auf schwarz gemalt. Das hat den Kapitän der Violetten so richtig wild gemacht.

 

Noch letzte Woche äußerte sich der Franzose total positiv über die Einstellung der Anhänger, die trotz unserer Niederlage in Salzburg die Mannschaft während der gesamten Partie lautstark anfeuerten und nach dem Schlusspfiff feierten. „Das war perfekt, aber dieses Transparent ist eine Frechheit“, erklärte Blanchard, bevor er den Mannschaftsbus bestiegen hatte.

 

Wie Trainer Karl Daxbacher, der ebenfalls null Verständnis dafür aufbringen kann: „So etwas möchte ich nie wieder sehen. Fränky hat Großes für die Austria geleistet. Er hat sich in vier Jahren nie etwas zu Schulden kommen lassen, möchte sich jetzt aber verändern und etwas Neues probieren. Das muss man respektieren. Er ist ein Spieler, der immer alles gibt und dies auch bis zu seinem letzten Tag in Violett machen wird.“

 

Austrias Fankoordinator, Martin Schwarzlantner, hat noch während der Partie in Ried mit den Anhängern den Dialog gesucht und die schwarzen Schafe zur Rede gestellt, Einsicht zeigten sie freilich keine. „Mir tut es sehr leid, dass dieses Transparent aufgehängt wurde. Es ist eine verschwindende Minderheit, die kein Verständnis für Fränky hat, der Rest kann sehr wohl seine Beweggründe verstehen. Zudem wissen sie und haben es oft genug gesehen, dass er immer alles für sie und die Austria gegeben hat. Ich werde ihm das auch noch persönlich so sagen.“

 

Viel Aufregung also, die sich bis zum nächsten Heimspiel am Samstag hoffentlich schon wieder etwas gelegt hat. Da Sturm im Wiener Westen am Sonntag gewonnen hat, sind die Grazer jetzt wieder dicht hinter uns, gegen Kapfenberg müssen die Spieler dann auch auf dem Feld scharf wie eine Chilischote sein.

 

Daxbacher: „Ich sehe nicht immer nur das Negative, das andere gerne sehen. In Ried hängen die Trauben einfach hoch, die sind seit 14 Spielen daheim unbesiegt. So gesehen ist das 0:0 in Ordnung, denn bei uns sind einige aufgrund von kleineren Verletzungen einfach nicht in Topform.“

 

Sun Xiang, der erst wieder sein Comeback gefeiert hat, wird nun übrigens länger ausfallen. Er zog sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, er wird frühestens fürs Saisonfinale wieder ein Thema.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 35 78
2. FK Austria Wien 35 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 35 60
4. CASHPOINT SCR Altach 35 53
5. FC Flyeralarm Admira 35 46
6. SK Rapid Wien 35 43
7. SV Mattersburg 35 40
8. RZ Pellets WAC 35 39
9. SKN St. Pölten 35 37
10. SV Guntamatic Ried 35 35
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