19.02.2009, 13:30 Uhr

AMATEURE-SPORTKOORDINATOR CHRISTIAN PEISCHL: "DIE VORBEREITUNG LÄUFT BISHER NAHEZU PERFEKT!"

Amateure-Sportkoordinator Christian Peischl: "Die Vorbereitung läuft bisher nahezu perfekt!"

Im Interview mit www.fk-austria.at spricht der Sportkoordinator der Austria Amateure, Christian Peischl, über eine vielversprechende Wintervorbereitung, den aufgewerteten Betreuerstab und seine positiven Auswirkungen, die Zukunft der Amateure und die anstehende Frühjahrsmeisterschaft in der ADEG-Ersten-Liga.

 

Die Austria Amateure sind mittlerweile bereits den fünften Tag im türkischen Antalya. Wie zufrieden sind Sie bisher mit den Bedingungen vor Ort und die Leistungen der Mannschaft?

Ich möchte nichts verschreien, aber derzeit läuft es nahezu perfekt. Wir haben seit dem ersten Tag konstant Sonnenschein, immer über 15 Grad, fast keinen Wind und Plätze in sehr gutem Zustand. Das Titanic-Ressort bietet uns alle Annehmlichkeiten und verfügt über einen tollen Wellnessbereich, der die Regeneration unserer Spieler noch zusätzlich unterstützt. Das ganze Team hat in den ersten Tagen sensationell mitgezogen. Alle sind topmotiviert und schon heiß auf die ersten Spiele.

 

In gut zwei Wochen steht das erste Pflichtmatch auf dem Programm, lässt sich schon ein kleines Resümee zur diesjährigen Wintervorbereitung ziehen?

Auf alle Fälle. Zunächst haben wir das Beste aus den teils sehr schwierigen Platzverhältnissen gemacht. Die Mannschaft hat seit Jänner sehr konzentiert an sich gearbeitet, viel Kondition gebunkert und befindet sich mittlerweile in einem sehr guten Zustand. Für das Trainerteam spricht unter anderem, dass wir trotz des dichten Programms, abgesehen von unseren zwei langzeitverletzten Spielern Alexander Gorgon und Florian Weiss, bisher keine einzige Muskelverletzung zu verzeichnen haben. Die Dosierung scheint also genau zu passen.

 

Wie zufrieden sind Sie mit den bisher absolvierten Testspielen?

Wir haben fast durchwegs nur Siege eingefahren und dabei so gut wie immer mehrere Tore erzielt. Angesichts der hohen Belastungen in der Vorbereitung stimmt mich das sehr optimistisch, auch weil wir beispielsweise Ostliga-Titelkandidaten wie die Vienna und Horn klar läuferisch und spielerisch im Griff hatten. Auch bei unseren einzigen zwei Niederlagen gegen Mattersburg und Ruch Chorzow aus Polen haben wir eine gute Figur gemacht. Gegen beide Erstligisten waren wir in allen Belangen ebenbürtig und haben wie schon beim Cup-Sieg in Salzburg eindrucksvoll bewiesen, dass wir, was die körperliche Fitness anbelangt, mit  Bundesligateams mithalten können. Es bleibt zu hoffen, dass wir diese gute Form auch in die ersten Pflichtspiele mitnehmen können.

 

Was ist für Sie im Vergleich zum Vorjahr der größte Unterschied?

Ganz klar der personell deutlich aufgestockte Trainerstab und der dadurch körperlich verbesserte Zustand der Mannschaft. Im Trainingslager vor einem Jahr waren abgesehen von unseren beiden Masseuren nur Thomas Janeschitz und Tormanntrainer Günther Kreissl an Bord. Mittlerweile haben wir mit Hans Dihanich, Co-Trainer Robert Sara, Tormanntrainer Thomas Fasching, Fitnesscoach Christian Puchinger und Spezialtrainer Ralf Muhr personell deutlich aufgestockt. Muhr leitet ein bis zwei Mal pro Woche eigene Individualeinheiten, durch die seit dem Sommer punktuell schon erhebliche Erfolge feststellbar sind. Mit Puchinger haben wir einen exzellenten Mann für den konditionellen Bereich geholt, der auch die Koordination bei rekonvaleszenten Spielern vorantreibt und dadurch eine noch schnellere Rückkehr gewährleistet.

 

Ein deutliches Bekenntnis des Vereins zu seiner zweiten Mannschaft, die in den vergangenen Jahren konsequent Fortschritte gemacht hat.

Absolut. Ich muss mich an dieser Stelle bei unseren beiden AG-Vorständen Markus Kraetschmer und Thomas Parits bedanken, die uns diese quantitative und qualitative Aufwertung erst ermöglicht haben. Die Amateure erfüllen als professionelle Schnittstelle zwischen den Akademie und der Kampfmannschaft mehr denn je ihre Rolle. Der Erfolg spricht für sich, denn allein in den vergangenen zwei Jahren brachte dieses Modell mit Fränky Schiemer, Michael Madl, Rubin Okotie und zuletzt Aleksandar Dragovic und Markus Suttner nicht weniger als fünf Spieler in die Kampfmannschaft der Austria. Christoph Saurer beim LASK, Thomas Salamon bei Mattersburg und Andreas Ulmer bei Ried und mittlerweile Salzburg sind hier noch gar nicht mit eingerechnet. Wir hoffen auch in der kommenden Saison wieder zwei weitere Talente an unsere erste Mannschaft heranführen zu können.

 

Nach derzeitigem Stand der Dinge, müssen die Austria Amateure nach der Saison 2010/11 von der ADEG-Ersten-Liga in die Ostliga zwangsabsteigen. Was gibt es von ihrer Seite zu dieser Entscheidung zu sagen?

Sportlich ist diese Entscheidung der Präsidenten der ADEG-Ersten-Liga für mich absolut nicht nachvollziehbar. Die Amateurteams der Wiener Austria und Salzburg haben sich in der Liga etabliert. Meiner Ansicht sollte eben genau diese zweite Leistungsstufe die Plattform von jungen Spielern auf den Weg in die Bundesliga sein. Einige Herren haben sich also allein aufgrund von wirtschaftlichen Gründen für diese Lösung der Zehnerliga ohne Amateurteams entschieden, ohne an den daraus entstehende sportlichen Schaden für den österreichischen Fußball zu berücksichtigen.

 

Was halten Sie diesbezüglich vom Modell der Kooperationsvereine?

Diese Möglichkeit halte in dieser Frage für überbewertet. Als österreichischer Großklub wie die Wiener Austria einer ist, wollen wir doch, dass unsere jungen Akademiespieler auch danach weiter von Leuten unseres Vertrauens ausgebildet werden. Nur so kann ihre Weiterentwicklung optimal gewährleistet werden. Gebe ich einige besonders hoffnungsvolle Spieler an andere Vereine ab, nimmt man ihnen die Chance vom Rotationsprinzip, sprich Trainingsteilnahmen der Perspektivspieler bei der Kampfmannschaft und Spieleinsätze über neunzig Minuten bei den Amateuren zu profitieren. Die Optionen sind bei dieser Variante insgesamt weitaus eingeschränkter als mit einem eigenen Amateurteam.

 

In welcher Liga werden die Austria Amateure in der kommenden Saison also aller Voraussicht nach spielen?

Auf diese Fragen kann ich noch keine Antwort geben. Sportlich besteht absolut der Wunsch auch kommende Saison in der ADEG-Ersten Liga zu spielen, dieses Anliegen muss aber auch mit der Wirtschaftlichkeit und der generellen Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens bei einem Zwangsabstieg abgewogen werden. Es gibt zwar den Bundesliga internen Beschluss für die Zehnerliga, möglicherweise gibt es durch die Pläne des neuen ÖFB-Präsidenten, der in Abstimmung mit der Bundesliga eine 16er-Liga forcieren will, in der dezitiert auch Amateurmannschaften zugelassen werden, doch noch ein Einlenken. Herr Windtner war in den vergangenen Jahren federführend an den Strukturreformen im Nachwuchs beteiligt, dank derer wir auch international große Erfolge feiern konnten. Ich denke daher, dass bei diesem Thema das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist.

 

Die Frühjahrssaison steht vor der Tür. Was ist von den Austria Amateuren zu erwarten?

Bleiben wir von Verletzung auch weiterhin verschont, hat unser Team viel Qualität. Im ÖFB-Cup wollen wir gegen die Rapid Amateure unbedingt den Einzug ins Semifinale schaffen und in der Meisterschaft schnellstmöglich den Klassenerhalt fixieren. In Wirklichkeit ist in der ADEG-Ersten-Liga aber wie schon in den Vorjahren eine Platzierung unter den Top Five unser Ziel. Allein schon für das Renommee und die Reputation der Wiener Austria, die sowohl gegenüber ihren Sponsoren als auch gegenüber den Fans in jeder Liga immer den Anspruch haben muss, im Spitzenfeld dabei zu sein.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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