10.03.2009, 13:15 Uhr

ALEKSANDAR DRAGOVIC: "MEINE GROßE ZEIT KOMMT NOCH!"

Aleksandar Dragovic: "Meine große Zeit kommt noch!"

Es war im November 2007, vor fast exakt 18 Monaten, als ein gewisser Aleksandar Dragovic mit gerade einmal 16 Jahren erstmals von sich hören machte. Im Rahmen der EURO-Vorbereitung traf die österreichische Nationalmannschaft auf England und Tunesien. Als Sparringpartner zwischen diesem Länderspiel-Doppel wurde Austrias U19-Akademieteam auserkoren. Die BNZ-Mannschaft verlor trotz ansprechender Leistung gegen das A-Team deutlich.

 

Eine wichtige Erkenntnis hatten die anwesenden Experten, Journalisten und Zuschauer nach den 90 Minuten, was einen jungen violetten Fußballer angeht, trotzdem gewonnen: „Der Sechser vor der Abwehr, aus dem wird ein Großer“, mutmaßte der damalige Teamchef Josef Hickersberger stellvertretend für viele. Hickersberger sollte Recht behalten. Noch in der selben Saison debütierte Defensivallrounder Dragovic nach gerade sieben Partien in der TOTO-Jugendliga bereits bei den Austria Amateuren in der damaligen Red-Zac-Liga.

 

In der laufenden Saison war Dragovic schließlich nicht mehr aufzuhalten: Sein Bundesligadebüt erfolgte bereits in der 2. Runde, nur vier Tage später feierte der Defensivallrounder bei Tobol Kostanay seine Europacup-Premiere und stand erstmals überhaupt in der Startelf der Violetten. Was folgte, waren unter anderem zwei Galavorstellungen im Wiener Derby und sieben Spiele über 90 Minuten in Serie.

 

Dass Dragovic zu Beginn der Frühjahrsmeisterschaft bei Trainer Karl Daxbacher nicht sofort wieder in der Einsergarnitur stand, war für ihn wenig verwunderlich: „Ich hatte einen guten Einstand, aber ich habe noch nicht so viel geleistet. Man darf nicht vergessen, wer meine Konkurrenten sind. Jacek Bak ist Rekordteamspieler Polens und auch Fränky Schiemer war zuletzt für die Nationalmannschaft im Einsatz. Meine Zeit kommt erst und ich bin dankbar für jede Minute, die ich spielen darf.“

 

 

An seinen großen Ambitionen und dem nötigen Selbstvertrauen ändert diese Bescheidenheit aber nichts: „Klar will ich auf Sicht in die Startelf und ich bin guter Dinge, dass mir das auch sehr bald gelingt.“ Wenn man den bisherigen Werdegang des Austria-Talents betrachtet, klingen diese Wort nicht vermessen. Bereits am Anfang seiner hoffentlich großen Karriere trägt „Drago“, der schon seit seinem 6. Lebensjahr für die Veilchen kickt, die Nummer zwei. Eine Ehre und Verpflichtung, hatten doch vor ihm die Austria-Legenden Robert Sara und Hans Dihanich eben diese Rückennummer. „Ich bin mir dieser Tradition bewusst und will sie auch mit vollem Einsatz fortsetzen“, weiß Dragovic diese Vorschusslorbeeren zu schätzen.

 

Zuletzt behinderte ihn dabei eine Gesichtsmaske, die Dragovic nach seinem Nasenbeinbruch beim Stadthallenturnier tragen musste. „Es war die Hölle, ich habe sie wirklich gehasst. Ich war dadurch in meiner Sicht doch stark eingeschränkt und bin heilfroh sie endlich los zu sein“, freut sich der gerade 18-Jährige über die wieder gewonnene Blickfreiheit.

 

Bei seinen Einsätzen im Cup gegen Sturm Graz und gegen den LASK, als er gemeinsam mit Fränky Schiemer (bis zu dessen Auswechslung) in der jüngsten Innenverteidigung der Bundesliga einmal mehr seinen Mann stand, agierte „Drago“ gewohnt souverän. Ob er auch gegen Sturm wieder den Vorzug bekommt, ließ Trainer Karl Daxbacher bist zuletzt offen. Dragovic selbst weiß aber, dass auf die Austria-Hintermannschaft so oder so Schwerstarbeit zukommt: „Sturm ist extrem unangenehm zu spielen, weil sie viel verschieben, immer wieder Positionen wechseln und teilweise sehr antrittsschnelle Typen wie Haas oder Hölzl in ihren Reihen haben.“

 

Unabhängig vom Ausgang der heutigen Partie hat sich Dragovic für die noch verbleibende Saison bereits das nächste große Ziel gesetzt: „Mein erstes Bundesligator wäre schon etwas ganz besonderes.“ Als Innenverteidiger in der höchsten Spielklasse nicht die leichteste Aufgabe, wie er weiß: „Ich habe keinen schlechten Schuss und im BNZ war ich vor dem gegnerischen Tor mit dem Kopf wirklich sehr stark. In der Bundesliga wird aber viel mehr mit Ellbogen gearbeitet. Ich stelle mich immer besser darauf ein und es ist nur eine Frage der Zeit, bis mir auch das gelingen wird!“

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 12 28
2. FC Red Bull Salzburg 12 25
3. SK Rapid Wien 12 22
4. FK Austria Wien 12 18
5. FC Flyeralarm Admira 12 18
6. LASK 12 16
7. CASHPOINT SCR Altach 12 16
8. RZ Pellets WAC 12 12
9. SV Mattersburg 12 7
10. SKN St. Pölten 12 2
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