16.04.2009, 12:30 Uhr

"SEPP" MICHORL KENNT DAS REZEPT UM KAPFENBERG ZU KNACKEN

"Sepp" Michorl kennt das Rezept um Kapfenberg zu knacken

Josef Michorl hat als Co-Trainer und Assistent von Austria-Coach Karl Daxbacher wie kaum ein anderer seine Hand am Puls der Veilchen. Er weiß bestens über die heißen Themen der violetten Truppe Bescheid und davon gibt es, so der Austria-Co,  gleich einige: „Wir stehen in der Meisterschaft vor der entscheidenden Phase und das ist natürlich auch in der Mannschaft ein ganz wichtiges Gesprächsthema.“

 

Der anstehenden Meisterschaftspartie gegen Kapfenberg kommt als Auftakt zu zehn entscheidenden Tagen für die Austria ganz besondere Bedeutung zu: „Wir wollen nach den zwei schwierigen Auswärtspartien in Salzburg und Ried gegen Kapfenberg unter allen Umständen gewinnen und Platz drei behaupten.“

 

Geheimnisse gibt es beim Gegner für ihn kaum mehr: „Sie werden gegen uns wie im Herbst extrem defensiv auftreten und ihr Glück im Konter versuchen. Mit drei Innenverteidigern erwartet uns eine massierte Abwehr. Wir müssen Kapfenberg intensiv über die Flügel bearbeiten, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir zu unseren Chancen kommen.“ Über die Favoritenrolle gibt es für Michorl keine Diskussion: „Wir sind qualitativ stärker einzuschätzen. Setzen wir unsere Möglichkeiten um, dann werden wir drei Punkte holen."


Ein ganz heißes Eisen ist laut Michorl in der Austria-Kabine auch bereits der anstehende Cup-Kracher gegen Wiener Neustadt: „Für uns geht es auch wegen eines Europacup-Startplatzes in diesem Spiel um unglaublich viel. Nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund des Wiedersehens mit zahlreichen altbekannten Gesichtern, ist es für das Team und unsere Fans ein ganz brisantes Match, dem wir alle sehr entgegenfiebern.“

 

Ebenso wie vier Tage später im Wiener Derby stellt sich hier also überhaupt keine Motivationsfrage: „Jetzt geht es wirklich zur Sache und etwas Schöneres gibt es für einen Fußballer und uns Betreuer nicht. Jeder kann die Tabelle lesen und weiß, wie knapp es her geht. Für mich ist auch Rapid noch lange nicht außer Reichweite. In Altach müssen sie jetzt erst einmal gewinnen. Ich rechne bis zum Schluss mit einem Dreikampf um die zwei verbleibenden UEFA-Cup-Plätze hinter Salzburg.“

 

Dazu, dass die Daxbacher-Elf am Ende im Spitzentrio zu finden ist und hoffentlich auch einmal mehr den Cup-Pokal stemmen wird, könnte auch der akribische Arbeiter Michorl mit seinen zahlreichen Tätigkeiten abseits des Platzes beitragen. „Das tägliche Training ist nur ein Aspekt unserer Arbeit. Wir führen etliche aufschlussreiche Statistiken, beobachten Gegner und vieles mehr. Kann man aus dieser Arbeit tatsächlich Kapital schlagen, sind das doch die kleinen Erfolge, die besonders freuen“, schmunzelt der "Co-Erfinder" der Troyansky-Manndeckung für Rapids Hofmann beim ersten Saisonheimsieg im Derby.

 

"Umso mehr man jeden Gegner live beobachtet, desto mehr Schwächen, Taktiken und Besonderheiten können in ein Gesamtbild einfließen, aufgrund dessen wir an ein Spiel herangehen“, gewährt Michorl Einblicke in seine Aufgaben im violetten Betreuerstab. „Es sind kleine Mosaiksteinchen, die einem Match die entscheidende Wendung geben können. Gerade deshalb macht dieser Teil meiner Arbeit irrsinnigen Spaß. Noch dazu, wenn wir daraus auch effektiv Kapital schlagen können.“

 

Zuletzt begab er sich zu diesem Zweck gleich zwei Mal zu unserem Lieblingsgegner in den Westen Wiens. Auch Wiener Neustadt birgt für ihn nach einem Besuch beim 0:0 gegen die Admira und einem DVD-Studium vom Sieg bei Wacker Innsbruck vergangenes Wochenende kaum mehr Geheimnisse. Dennoch wird Michorl die Niederösterreicher auch am kommenden Freitag in der ADEG-Ersten-Liga gegen Grödig unter die Lupe nehmen, um keine Möglichkeit für weitere neue Aufschlüsse auszulassen.

 

Auch was zukünftige violette Youngsters angeht, ist der 42-Jährige stets auf der Suche nach neuen Kandidaten: „Vor wenigen Tagen habe ich mir das U14-Spiel Schwechat gegen Admira angesehen. Das Rezept bei der Talentesichtung ist relativ simpel. Gute Spieler erkennt man rasch. Schwieriger wird es die richtigen Spieler zu finden, die in jeglicher Hinsicht zum Verein, zur Mannschaft oder zur taktischen Ausrichtung passen. Diese gilt es zum richtigen Zeitpunkt zu holen, um eine ideale Entwicklung zu garantieren.“ Einige potentielle Austria-Youngsters hat der violette Co-Trainer bereits wieder ausgemacht. Gut möglich, dass der eine oder andere von ihnen schon in naher Zukunft im violetten Dress der Amateure oder in der Kampfmannschaft zu sehen sein wird.

 

Derzeit ist das aber noch alles Zukunftsmusik, denn die Gegenwart heißt Kapfenberg, Wiener Neustadt und Rapid und gegen sie heißt es für die violetten Leistungsträger von heute in den kommenden eineinhalb Wochen die Kastanien aus dem Feuer zu holen.

 

Die aktuellsten News von der Mannschaft nach dem Training am Dienstag: Philipp Netzer kann nach seinem Seitenbandeinriss fast vollständig mittrainieren und wird langsam wieder an die Mannschaft herangeführt. Michael Madl (Knieprobleme) musste diese Woche erste Gehversuche wieder abbrechen und dürfte ebenso wie Xiang Sun (Muskelfaserriss) frühestens im Meisterschaftsfinish wieder ein Thema werden.

 

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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