16.08.2008, 00:00 Uhr

WER JACEK BAK DIESER TAGE DURCH DIE GÄNGE DES HORR-STADIONS...

Wer Jacek Bak dieser Tage durch die Gänge des Horr-Stadions...

Wer Jacek Bak dieser Tage durch die Gänge des Horr-Stadions marschieren sieht, dem würde nie der Gedanke kommen, dass sich der polnische Rekordnationalspieler bereits im Herbst seiner Karriere befindet. Immer ein Lächeln auf den Lippen, mitunter auch ein Liedchen trällernd, geht der 35-Jährige auch in seiner 20. Saison voller Tatendrang ans Werk. „Die Vorbereitungsphasen waren für mich zwar nie sehr spannend aber sie gehören einfach dazu. Umso mehr man jetzt schwitzt, umso leichter fällt dann jeder Schritt im Match und umso mehr Freude hat man schlussendlich am Fußball.“ Genau das ist es, was Jacek auch im fortgeschrittenen Fußballeralter Tag für Tag aufs Neue motiviert: „Ich hätte es vor einigen Jahren nicht gedacht, aber ich habe weiter unheimlichen Spaß.“ Einen gewissen Anteil daran hat für ihn zweifelsohne auch die Wiener Austria: „Die Entscheidung nach Wien zu kommen, war eine der besten meines Lebens. Ich fühle mich hier extrem wohl und um ehrlich zu sein, kann ich mit meinen Leistungen großteils zufrieden sein. Ich bin von mir selbst positiv überrascht, weil ich nicht sicher war, ob ich mein Level auch weiterhin über die Jahre halten kann.“ Lebensfreude pur also bei unserem Abwehrchef, der sich durchaus bewusst ist, dass seine große Karriere langsam ausklingt: „Das Abenteuer ist noch nicht vorbei, aber wir alle wissen, dass ich nicht mehr ewig spielen werde.“ Ob bereits im Sommer Schluss sein wird, steht für Bak derzeit noch nicht zur Diskussion: „Sicher denke ich darüber nach, aber für mich steht im Moment die Frühjahrssaison im Vordergrund. Wir haben in der Meisterschaft und im Cup noch alle Chancen und vielleicht ist es heuer für mich die letzte Gelegenheit noch einen Titel zu holen und allein schon deshalb bin ich für die nächsten Monate extrem motiviert.“ Die besten Chancen sieht Bak, der 2006 in Katar mit Al-Rayyan den Cuptitel holte und davor zuletzt mit Lens in Frankreich 2001 den Ligapokal gewann, im Cup: „Werfen wir im März Sturm Graz im Viertelfinale aus dem Bewerb, dann haben wir alle Möglichkeiten den Cup zu gewinnen und auch in der Meisterschaft sind wir noch lange nicht weg vom Fenster. Ohne Nachtragsspiele liegen wir nur vier Punkte hinter Salzburg, was besonders dank der Dreipunkteregel sicher aufzuholen ist.“ Leise aber doch klingt er durch, der Wunsch, noch einmal Meister zu werden, nachdem Bak als gerade 20-Jähriger zuletzt mit Lech Posen 1993 die polnische Meisterschaft holte. Ein Spieler, der ihn dabei besonders an seine eigenen Anfänge erinnert, ist Aleksandar Dragovic, der gegen Ende der Herbstsaison gemeinsam mit Bak ein fast unüberwindbares Duo in der Austria-Innenverteidigung bildete. „Als ich bei meinem Stammklub Motor Lublin  mit 17 Jahren den Durchbruch in der Kampfmannschaft schaffte, war ich genauso wie Drago jetzt bei der Austria. Ich war der junge, große, schüchterne Bursche mit der Nummer zwei. Für mich ist er ein ganz besonderes Talent. Für seine Jugend hat er schon sehr viel Ruhe in sich und ein sehr gutes Auge für den öffnenden Pass aus der Abwehr. Im Stellungsspiel versuche ich ihm noch einiges beizubringen, aber das kommt mit dem Alter. Wichtig ist für ihn, noch mehr Frechheit an den Tag zu legen und zu einer echten Persönlichkeit am Platz zu reifen. Macht er so weiter, wird er über kurz oder lang seinen Weg machen und auch im Ausland für Furore sorgen.“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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