20.07.2008, 00:00 Uhr

WENN FRÄNKY SCHIEMER AN DAS ERSTE UEFA-CUP-DUELL MIT LECH POSEN...

Wenn Fränky Schiemer an das erste UEFA-Cup-Duell mit Lech Posen...

Wenn Fränky Schiemer an das erste UEFA-Cup-Duell mit Lech Posen zurückdenkt, überkommt ihn angesichts seines Doppelpacks gegen die Polen noch immer ein Lächeln: „Solch ein Spiel erlebt man gerade als Verteidiger nicht alle Tage. In Wahrheit werde ich mich aber nur dann wirklich mit Freude an dieses tolle Match zurückerinnern, wenn wir am Donnerstag beim Rückspiel in Posen den Aufstieg in die UEFA-Cup-Gruppenphase fixieren können.“ Für dieses große Ziel ist der 22-Jährige topmotiviert und geht es nach Schiemer, dann werden die Veilchen gegen Posen das bessere Ende für sich haben: „Gerade auswärts haben wir uns in dieser Saison sehr stark präsentiert, weil uns die Gegner mehr Räume geben. Oft brauchen wir nur eine individuelle Aktion um ein Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden.“ Das Selbstvertrauen in der Mannschaft nach dem 7. Pflichtspielsieg in Serie sieht Fränky mehr als Vorteil, denn als Gefahr: „Wir können es uns nicht leisten, überheblich zu agieren. Wir haben kein Spiel mit 4:0 oder einem ähnlichen Ergebnis gewonnen und mussten uns alle Erfolge hart erarbeiten. Deshalb werden wir auch in Posen sicher am Boden bleiben.“ Das Gegentor beim 2:1-Sieg im Hinspiel sieht Schiemer mittlerweile nicht mehr als großen Nachteil: „So laufen wir wenigstens nicht Gefahr, uns nur hinten hineinzustellen und damit zu sehr unter Druck zu kommen. Wir werden nicht auf ein Unentschieden spielen, sondern unbedingt versuchen, das wichtige Auswärtstor zu erzielen.“ Ob Schiemer einmal mehr in der eher ungewohnten Rolle als Goalgetter glänzen wird, ist für ihn nicht sicher: „Posen weiß jetzt, wer Fränky Schiemer ist und ich kann mir kaum vorstellen, dass sie mich bei Standards noch einmal derart frei an den Ball kommen lassen. Vielleicht passen sie aber so gut auf mich auf, dass ein anderer von uns genau deshalb zum Zug kommt,“ hofft er insgeheim sogar auf übertriebene Bewachung. Die von Posen nach dem ersten Match im Horr-Stadion angekündigten Härteeinlagen machen Austrias Nummer 24 keine Sorgen: „Ich habe überhaupt keine Angst, auch weil wir ihnen ihm ersten Spiel zweikampftechnisch überlegen waren. Wenn Posen meint, sie können sich mit Fouls einen Vorteil erarbeiten sind sie auf dem Holzweg, weil das Spiel von einem internationalen Schiedsrichter gepfiffen wird. Wenn sie also unbedingt eine rote Karte riskieren wollen, schlägt das eher nach hinten aus.“ Reife Worte von unserem Youngster, der in der bisherigen Meisterschaft die große Konstante in Violett war. Mit 1395 Einsatzminuten in 16 Pflichtspielen liegt Schiemer, was die Spielzeit angeht, bisher sogar vor Austrias Paradedauerdauerläufer Joachim Standfest (1350 Minuten). In der Innenverteidigung fühlt er sich sowohl mit Jacek Bak als auch im Youngster-Duett mit Michael Madl extrem wohl: „Im Abwehrzentrum sind wir äußerst variabel. Egal ob Jacek oder Michi bisher neben mir zum Einsatz kamen, es gab nie einen Leistungsabfall. Wer spielt, ist bei uns zum Glück beinahe völlig egal.“ In Posen rechnet Schiemer allerdings eher mit Bak: „Auch wenn Jacek angeschlagen war, kann ich mir kaum vorstellen, dass er sich diese Partie entgehen lassen wird!“